Was macht HC Strache eigentlich derzeit beruflich? Er sonnt sich in Selbstmitleid, könnte man anmerken. Im Gegensatz zu Johann Gudenus scheint Strache die Konsequenzen aus seinem entlarvenden Auftritt in Ibiza weder zu erkennen noch ziehen zu wollen. Er laviert und spinnt Verschwörungstheorien. Deswegen noch einmal angemerkt: Niemand hat Strache in der Villa auf Ibiza gezwungen, mit der schönen Oligarchin weiterzuplaudern, nachdem Sie diskret auf Schwarzgeld, das fließen könnte, aufmerksam gemacht hatte.

Warum ist Strache nicht aufgestanden?

Wäre Strache zu diesem Zeitpnkt aufgestanden und hätte er gesagt:"Komm Johann, wir gehen, wir diskutieren nicht mit jemandem, der sich mit dubiosen Praktiken in unser schönes Heimatland einkaufen will". Strache, er wäre heute ein Held. Aber wie wir wissen, kam es anders. Strache und Gudenus hätten der Dame aus dem Osten das Familiensilber und viel Business - auch auf Kosten österreichischer Unternehmen - versprochen, wenn nur ein wenig Geld an parteinahe Vereine fließen würde. Chuzpe mal Dummheit, das ergibt den größten politischen Skandal der 2. Republik.

Strache ist Ballast für die Partei

Strache ist politische Geschichte. Das wissen die realistischen Kräfte in der Partei. Nimmt Strache sein EU-Mandat an, wird mittelfristig kein Weg an einem Parteiausschluss von Strache vorbeiführen - auch wennn aus taktischen Gründen noch das Gegenteil verlautbart wird. Die Pragmatiker in der Partei - Norbert Hofer, Herbert Kickl und Manfred Haimbuchner - wissen, dass im Herbst nur ohne Strache als Ballast eine Koalition mit Kurz möglich sein wird. Und denen ist das Hemd näher als der Rock mit dem einstigen Superstar der FPÖ. Nimmt Strache das EU-Mandat an, wird er als tragikkomischer Einzelkämpfer enden, zwischen Wien und Straßburg pendeln und uns mit seinem Facebook-Postings erquicken. Ein Ende als Politclown für seine 800.000 Facebook-Freunde, der seiner ehemaligen Partei damit auf den Nerv geht.

Wem gehört Straches Facebook-Seite?

Das ist nämlich die spannendste Geschichte in diesen Tagen. Die Facebook-Seite "HC Strache" war der politische Kanal der Partei in diesem sozialen Medium schlechthin. Und nun schwelt der Streit, wem die Seite mit den 800.000 Freunden gehört zwischen Strache und der FPÖ. Viele Szenarien sind denkbar, eines ist gewiss ist: Entweder die FPÖ oder Strache steigen als Verlierer aus. Jetzt rächt sich der Personenkult, den die FPÖ rund um Strache zugelassen hat. Eines scheint fix: Strache wird die Seite nicht ohne Gegenleistung hergeben. Aber was soll das sein? Ein Posten, die Leitung des Thinktanks, eine interne Abfindung? Womit gibt sich eine politische Figur wie Strache zufrieden, die auf den Applaus seiner Fans und das Poltern im Bierzelt und eben die Thumbs-up auf seiner Facebook-Seite angewiesen ist? Da wird sich kaum etwas finden. Strache hat seinen Traum von einer politischen Führung noch nicht aufgegeben, deswegen wird er seine Seite nicht hergeben. Sie ist sein politisches Kapital und der wunde Punkt einer Partei. Wir können uns zurücklehnen und Popcorn bestellen.

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MarieRedelsteiner

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robby

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