Hofer und Strache: Freunde werden sie nicht mehr

Ich empfehle den werten FuF-lern, das Norbert Hofer-Interview im Standard zu lesen. Man muss nicht sonderlich scharfsinnig sein, zu erkennen, dass der nunmehrige Parteivorstizende Hofer mit seinem ehemaligen Parteivorstizenden HC Strache - wie heißt es so schön - "abfährt".

Die aus meiner Sicht wichtigste Passage:

STANDARD: Wie wollen Sie garantieren, dass Ihnen Ex-Vizekanzler Strache und seine Frau Philippa nicht ständig als Schattenobleute hineinregieren?

Hofer: Diese Frage stellt sich nicht. Denn nach dem anstrengenden Bundespräsidentschaftswahlkampf habe ich das große Glück, dass ich mit mehr als 46 Prozent das beste Wahlergebnis in der FPÖ-Geschichte verantworten darf. Damit hat man als Obmann ein gewisses Gewicht.

Hofer sagt durch die Blume: Jetzt bin ich der Chef und ich werde es bleiben.

Was treibt Hofer an?

1. Hofer weiß, dass er keine Chance mehr hat, Bundespräsident zu werden. Die Performance von Van der Bellen hat beeindruckt, weit über dessen Sympathisanten hinaus. Die Hofburg ist nicht mehr einzunehmen für Hofer, auch wenn er einst knapp daran war. Hofer hat nur mehr in einer Regierung die Chance auf ein höheres Amt. Es darf gerne ein bisserl mehr sein als das Infrastruktur-Minsterium.

2. Hofer wittert die Chance auf den Vizekanzler nach der Wahl. Kurz kann eine neue Koalition mit der FPÖ nur eingehen, wenn diese Partei ihre "Bad Guys" versteckt. Hofer gehört zu den "Good Guys" der Partei.

3. Die "Bad Guys" der Partei müssen auf Distanz gehalten werden. Gudenus ist kein Thema mehr, Kickl wird einsehen müssen, dass er nicht mehr Innenminister wird. Er ist durch die BVT-Affäre mehr als angeschlagen. Bundespräsident Van der Bellen würde ihn nicht merh angeloben. Das heikle Ressort wird von Hofer zweifelsohne der ÖVP geopfert werden. Das ist nötig, damit Kurz im Falle eines Wahlsieges der Öffentlichkeit und besorgten Scharzen signalisieren kann: Türkis-Blau II ist etwas ganz anderes, das Innenministerium ist (wieder) in sicheren Händen. Ist das ein schlechtes Geschäft für Hofer, wenn er Vizekanzler wird?

Es ist wie bei der Zahnpasta

Der Dolchstoß im Interview folgt weiter unten, Angesprochen auf das Ibiza-Video - konkret auf Bauaufträge, Wasserverkauf und Journalistenaustausch bei der "Krone" - antwortet Hofer:

"Worte wie diese kann man nicht zurücknehmen, und das alles ist schwer entschuldbar. Das ist wie bei der Zahnpasta: Wenn die einmal draußen ist, bringt man sie nicht mehr zurück in die Tube."

Schöner als Hofer kann man das Ende der politischen Ära Straches nicht beschreiben.

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G. Szekatsch

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