Schwer von Begriff: Extrem anti-nationalistischer Student gleichzeitig begeisterter Zionist

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Ich habe an der Universität schon einiges erlebt. Aber dieser Fall machte mich einfach sprachlos:

Ich unterhielt mich nach einem Seminar der Ostjüdischen Geschichte mit einem Kommilitonen über Politik und das Weltgeschehen. Dabei kamen wir zwangsläufig auf das Thema der AfD zu sprechen. Ich sagte, dass die AfD in ihrem jetzigen Zustand eine national-kapitalistische Partei ist.

Der Kommilitone ließ die Gelegenheit nicht aus zu betonen, wie stark er gegen Nationalismus sei und alles was damit zu tun hätte (etwa Mauern und Rassismus) ablehnen würde. Kapitalismus hat ihn im Zusammenhang mit der AfD überhaupt nicht interessiert, obwohl er später noch erzählte, er befürworte den Sozialismus.

Anti-Nationalismus: (in seiner reinsten Form und auf die Spitze getrieben) Die Aufhebung jeglicher Staatsgrenzen verbunden mit gegenseitiger Angleichung von Ethnie, Sprache, Religion, Mentalität und Kultur. Alle diese ‚Hindernisse’ müssten überwunden werden, sodass die Menschheit vereinheitlicht würde und ‚zusammenfinden’ solle. Dieses anti-nationalistische bzw. universalistische Weltbild fand bereits Zustimmung und Anwendung in einigen Phasen der ehemaligen Sowjetunion. Man spricht auch heute noch vom sogenannten ‚Kultur-Marxismus’. Es war nicht mehr die Rede vom Georgier, vom Russen oder vom Ukrainer. Man sprach nur noch vom ‚Kommunistischen Bürger’. Aber auch im Kapitalismus findet eine Vereinheitlichung und Kosmopolitisierung der unterschiedlichen Völker statt. Dies sind unter anderem die Folgen der Globalisierung.

Es stellte sich dann im Laufe des Gesprächs mit dem Kommilitonen auch noch kurioserweise heraus, dass der zuvor so leidenschaftlich um jeden Preis anti-nationalistische Student überzeugter Zionist sei. Er hatte einiges zu diesem Thema gelesen und schwärmte wie „klug diese Zionisten“ seien und wie sehr er den Staat Israel „bewundere“.

Zionismus: Eine Bewegung die nationalistischer nicht sein könnte und zu einer Staatengründung führte! Der Zionismus entwickelte sich vor allem im späten 19. bzw. im frühen 20. Jahrhundert und beinhaltete die Idee der Gründung eines jüdischen Nationalstaates. Heute ist dies der Staat Israel.

Der Student wusste anscheinend nicht, dass das heutige Israel eine Mauer gegen die Palästinenser gebaut hatte und es in der Anfangszeit der Staatengründung einen starken Rassismus zwischen den Juden aus der Westlichen Welt und denen aus der Wüste gab. Die westlichen Juden empfanden sich als zivilisierter und betrachteten die Wüstenvölker als ‚Juden zweiter Klasse’. Zudem sind schwarzafrikanische Juden auch heute noch in Israel nicht gern gesehen. Sie werden nicht als Teil des Volkskörpers der Juden akzeptiert. Schwarze Juden und Palästinenser sehen sich täglichen rassistischen Übergriffen ausgesetzt. Letztere auch durch die rechtswidrige und jahrzehntelang von der Westlichen Welt gebilligte Kolonialisierung des heutigen Palästinas.

Aber alles das wusste der Kommilitone anscheinend nicht, oder wollte es nicht erwähnen in der Hoffnung es sei mir unbekannt. Allein die Begriffe Anti-Nationalismus und Zionismus sind so weit voneinander entfernt und gegensätzlich, dass ein einziger Mensch beide Meinungen nicht in reinster Form vertreten kann. Leider sind es dann eben solche Menschen wie mein verehrter Mitstudent, welche es beruflich in Politik, Bildung und Medien zieht.

© Anastasia Michailova

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