#metoo #Sexismus #ichwillschönsein

Seit einiger Zeit begleitet uns nun der Hashtag #metoo und fördert eine schier unglaubliche Anzahl an Berichten von sexuellen Übergriffen und sexuellem Mißbrauch zu Tage - von Männern an Frauen und umgekehrt, wobei der Löwenanteil an Tätern bei den Männern zu finden ist. Grund genug auch mein eigenes Verhalten zu hinterfragen und mich in Selbstreflexion zu üben. Auch in meinem Freundeskreis wird heftig darüber debbatiert, ob #metoo für den Geschlechterkampf förderlich oder zerstörerisch wirkt und beides trifft, meiner subjektiven Meinung nach, zu.

Jedoch, und darin sind sich viele Frauen und Männer einig bzw. artikulieren sie dies auch öffentlich, entwickelt #metoo eine gefährliche Eigendynamik der Trittbrettfahrer und medialen Hetzjagd. Viele Männer sind verunsichert, ja zum Teil verstört was für manche Frau als sexuelle Belästigung gilt. Ich habe bisher noch keinen einzigen Kommentar zu dem Thema verfasst oder dieses Thema online kommentiert, da ich glücklicherweise in einem sehr offenen und hedonistischem Umfeld lebe, wo Sex und sexuelle Annäherung positiv von Frauen und Männern wahrgenommen wird. In diesem Zusammenhang ist es interessant dass meine beste Freundin hauptsächlich mit Männern aufgewachsen ist, sich hauptsächlich mit Männern umgibt und heute keine einzige beste Freundin hat. Auf die Nachfrage warum dies so ist, folgte lediglich ein Schmunzeln mit der Aussage: "Weil Männer solidarischer, ehrlicher, lockerer und aufrichtiger sind". Frauensolidarität scheint für viele Frauen, nicht nur bei meiner besten Freundin, in vielen Fällen nur ein Wort ohne Wert bzw. Gehalt zu sein. Nicht ausschließlich, aber auch dies zeigt uns #metoo, wenn emanzipierte Frauen #metoo ablehnen und eine Position zwischen Hysterie und tatsächlichen bzw. schwerwiegenden Problemen beziehen - Danke hierfür.

Nun hat sich Fr. Barbara Kuchler mit dem Hashtag #ohnemich zur Sexismus-Debatte zu Wort gemeldet und einen weiteren Gedankenanstoß, welcher im Feminismus nichts Neues ist auf den Weg gebracht. Kurzum bzw. verkürzt ausgedrückt: Frauen hört auf Euch schön zu machen. Die Gründe hierfür werden ausführlich jedoch, meiner subjektiven Meinung nach, nicht stichhaltig angeführt - ein Auszug:

Deshalb, Frauen, Schwestern, Geschlechtsgenossinnen: Lasst das Schminken sein! Legt die Kosmetikdosen in den Schrank und kauft sie nie mehr nach. Wenn ein Männergesicht ohne Tünche schön genug ist für die Welt, warum nicht auch ein Frauengesicht? Hört auf, jeden Tag schicke, formlich und farblich aufeinander abgestimmte Klamotten zu tragen! Zieht das an, was im Schrank gerade oben liegt. Spart die Energie, die das Schminken, Augenbrauenzupfen, Nägellackieren, Beinerasieren, Schmuckanlegen, Shoppen, Durchblättern von Modemagazinen kostet, und steckt sie in das Voranbringen eurer Karriere durch Lernen, Leistung, Sachverstand, oder wahlweise in Spaß und Erholung. Geht nicht mehr als einmal im Vierteljahr zum Friseur.

Werft die High Heels auf den Müll! (Oder reserviert sie für seltene private Gelegenheiten.) Der Mann trägt sein Leben lang Schuhe, die so geformt sind, dass sie der Anatomie des Menschen als Laufwesen angepasst sind. Dass Frauen dazu gebracht werden, Schuhe zu tragen, die des anatomischen Baus des Menschen spotten, ist ein haarsträubender Missstand, gegen den sich schon lange eine Bewegung aus Ergonomen, Ärzten und bewegungsbewussten Frauen hätte formieren müssen.

In Ordnung, soweit so gut. Solche Wünsche bzw. Forderungen sind nicht neu und doch finde ich mich, auch aufgrund dieses Berichtes, in meiner Männlichkeit (erneut) gekränkt - zusätzlich stehe ich Dank #metoo im Generalverdacht ein Triebtäter zu sein. Ja, auch ich mag es mich herzurichten, schick anzuziehen und brauche zuweilen länger im Bad als so manche Frau. Ich liebe es Anzüge zu tragen, meinen - mit vielen Komplimenten bedachten - Bart zu pflegen bzw. zu zeigen, ich gehe zur Maniküre / zur Pediküre, liebe Massagen / Sauna und entsprechende Beautyangebote in Wellnesshotels, ich mag es gut zu riechen und als schöner Mann wahrgenommen zu werden. Ich investiere viel Zeit und Geld in mein Äußeres, da es mich zusätzlich beruflich und privat fördert. Sagte er jetzt beruflich? Ja, gutes Aussehen hilft im Job. Ist das sexistisch? Ja, das ist sexistisch. Leben wir in einer sexisitischen Welt? Ja, wir leben in einer sexistischen und sexualisierten Welt. Wobei ich mir schon manchmal wünschen würde im Hochsommer ohne Anzug samt Krawatte aus dem Haus gehen zu können, während die Frauen in entsprechenden leichteren Sommerkleidern ins Büro gehen dürfen #dresscode und #Gleichberechtigung

Nicht mit mir Fr. Kuchler!

Quelle http://www.zeit.de/kultur/2017-11/sexismus-metoo-sexuelle-uebergriffe-aussehen

1
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
6 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

Leela Bird

Leela Bird bewertete diesen Eintrag 14.11.2017 15:14:19

6 Kommentare

Mehr von Andreas.Graz