Eine Familie ohne innere Loyaliät ist schwach. Freundschaften ohne Loyalität sind brüchig. Beziehungen ohne commitment sind nicht viel mehr als ein ephemeres Statement. Und was sind Gesellschaften ohne diesen Kitt des Zusammenhalts? Was wird aus ihnen? Das, was mit allem geschieht, das keinen inneren Zusammenhalt erfährt. Es bricht auseinander. In lächerliche, unbrauchbare wie ungenießbare Brösel.

Wenn Deutsche "Nie wieder Deutschland!" brüllen, ähnlich Gesinnte ihren Hass auf das eigene Land und seine Kultur ausleben, indem sie ihren eigenen Landsleuten den Kampf ansagen, auf sie mit martialischen Slogans und Bierflaschen losgehen, sobald nicht den selbstmörderischen Dogmen gehuldigt wird, die sich eine rasende Klientel ausgedacht hat; wenn kein Stein auf dem anderen gelassen wird, weil das Bewährte vernichtet gehört, z.B. die klassische Familie, die Paarbeziehung Mann-Frau, die Erziehung der Kinder zu rücksichtsvollen, höflichen und tüchtigen Menschen, wenn die Sprache zerfetzt wird zugunsten eines hirnrissigen Genderkomplexes; wenn die existenzielle Unerträglichkeit der eigenen Spezies dazu führt, dass sie einem demografischen Exodus preisgegeben wird, dann sind einer solchen Gesellschaft die innere Solidarität und Loyalität vollkommen abhanden gekommen. Es regiert der Hass auf die eigene Herkunft und das, was diese den Nachkommen hinterlassen hat. Das Erbe wird zerstört und das Leben in einem so destruktiven Gesellschaftsklima unerträglich.

Mit der Zerstörung dessen, was uns "ausmacht", gerät dem Individuum auch der Nukleus in Verlust und somit seine gesamte ID. Das Individuum kann sich nicht mehr entfalten, sondern sucht Anschluss an ein Kollektiv, das ihm Identifikationswerte vermittelt. Doch auch das Kollektiv hat ausgedient, obgleich es von bestimmten, heftig ideologisierten Gruppen noch immer beschworen wird. In diesen Kollektiven wird gestritten, was das Zeug hält, jeder ist jedem Feind, Verrat und Denunziation blühen wie einst in den sozialistischen Großdiktaturen des 20.Jahrhunderts. Man beschwört, mangels kreativer Neuschöpfungen, politische Leichen wie z.B. den Kommunismus, der sich hierzulande noch am erfolgreichsten zu verbreiten scheint, und kämpft-  ersatzweise - für Internationale Solidarität. Was immer das bedeuten mag. Leute, die daheim keine Solidarität kennen, sondern ihr Gegenteil, den Verrat, sind auch nicht fähig, international solidarisch zu sein. Sind sie ja auch nicht. Hauptsache, der populistischen Floskel wurde lautstark gehuldigt.

Mit fortschreitendem gesellschaftlichen Organversagen nähert sich das kranke Gebilde seinem unrühmlichen Ende. Dem inneren Fraß fallen Kultur, Kunst, das menschliche Gefüge, dessen Zusammengehörigkeitsgefühl, Vitalität, Schaffenskraft und Kreativität, seine intellektuellen Errungenschaften, kurz: das gesamte Proprium, zum Opfer. Es findet ein Kreuzzug der Selbstvernichtung statt, der kein Gelobtes Land zurücklässt, sondern ein Vakuum, das von gänzlich anderen Geistern besetzt werden wird. Naturgesetz hin oder her: Unser Zenit ist überschritten, und es gibt nichts, keine Kraft und keinen Willen, die diese Dynamik aufhalten würden können.

Abschließend seien noch ein paar Totengräber zu benennen: Politiker, die sich von vitaler und kluger politischer Gestaltung feige absentiert haben. Medien, die ihr Publikum in Belanglosigkeiten ertränken. Ein überbordender Kommerz, der sich aus den leeren Hüllen einer orientierungslosen Kundenbeute nährt. Und schließlich jene hässlichen, illoyalen Figuren, welche die Menschen mit ihren Verbotszwangsjacken zu gängeln versuchen und mit schrillem Geplärre über Gut und Böse entscheiden. Notfalls mit demonstrativer Gewalt.

Mit so einem Gesellschaftstorso kann man freilich keine neue Welt erschaffen.

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Bernhard Juranek

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Silvia Jelincic

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