Verheimlichte Tatsachen über die bösen Ukrainer

Es geht mir in diesem Blog in erster Linie um Vollständigkeit – um Ergänzung. Liest man die Blogs hier – die sich um Bandera drehen – so liest man über die vielen Toten die Bandera und seine Anhänger auf dem Gewissen haben – bis zu 100.000 Zivilisten wurden durch sie ermordet. Dabei werden aber die 150.000 Westukrainer vergessen – die als Vergeltung von den sowjetischen Militärs und Geheimdienstlern mit brutaler Gewalt getötet und die 200.000 die ins Innere der Sowjetunion deportiert wurden. Das war mein Motiv, diesen Blog zu schreiben und aufzuzeigen, warum manche Ukrainer Bandera verehren.

Was so manche Putin-Freunde nicht aufgezeigt haben - und verheimlichen wollten.

Eigentlich wollte ich nicht die blutige Vergangenheit heraufbeschwören – aber anscheinend werden hier einige traurige Tatsachen einfach unterschlagen.

BANDERA

Es werden Vergehen und Gräueltaten von Bandera und seinen Anhängern hier in einem Blog auf das genaueste beschrieben – aber dabei wurde vergessen aufzuzeigen, dass als Antwort auf diese Gräueltaten sowjetische Militärs und Geheimdienstler mit brutaler Gewalt gegen Westukrainer vorgingen. 150.000 Westukrainer fielen diesem Terror zum Opfer, über 200.000 wurden ins Innere der Sowjetunion deportiert. Das wurde mit keinem Wort erwähnt – einseitige und hetzerische Blogs gegen die Ukraine – verpackt unter dem Mäntelchen der „Geschichte“ – nur absolut einseitig dargestellt.

Der vor mehr als 60 Jahren von sowjetischen Geheimdiensten in der Bundesrepublik getötete Stepan Bandera ist wohl der bekannteste ukrainische Nationalist. Sein Name wurde zu einem Symbol - lange vor dem offenen Krieg, den Russland seit dem 24. Februar gegen die Ukraine führt.

Bandera ist ein Held und Vorbild für einen Teil der ukrainischen Gesellschaft. Die russische Propaganda stellt ihn als Feind dar, gegen dessen Anhänger man seit Jahrzehnten kämpft. Für russische Militärs ist sein Name eine Art Hinweis oder Merkmal, um regelrecht Jagd auf Ukrainer in den besetzten Gebieten zu machen. Ukrainische Medien sind voll von Augenzeugenberichten darüber, wie die Russen Bandera-Anhänger unter ukrainischen Kriegsgefangenen und Zivilisten gesucht haben. Wer als solcher eingestuft wird, muss mit Folter oder Tod rechnen. Als Russlands Präsident Wladimir Putin in seiner Rede am 9. Mai auf dem Roten Platz den Krieg gegen die Ukraine rechtfertigte, sprach er von einer unvermeidbaren Konfrontation mit "Neonazis, Banderisten".

Banderas Leben ist eng verbunden mit der Westukraine, die damals Teil von Polen und Österreich-Ungarn war. Geboren wurde er 1909 als Sohn eines Priesters im Dorf Staryj Uhryniw, heute im Gebiet Iwano-Frankiwsk. Bandera studierte in Lwiw (Lemberg) und schloss sich der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) an, die im Untergrund für Unabhängigkeit kämpfte. In den 1930er Jahren wurde Bandera als Mitorganisator politischer Morde in Polen verurteilt und kam erst nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs frei. Bald darauf gab es eine Spaltung in der OUN, wobei sich Bandera an die Spitze des radikaleren Flügel stellte (OUN-B). Während sich Nazi-Deutschland auf den Überfall auf die Sowjetunion vorbereitete, schlossen sich Bandera-Mitstreiter der deutschen Führung mit zwei ukrainischen Bataillonen an: "Nachtigall" und "Roland".

Wegen seines Kampfes gegen die Sowjetherrschaft wird er in Teilen der Ukraine bis heute als Held verehrt: der 1959 ermordete Anführer der Organisation Ukrainischer Nationalisten, Stephan Bandera. Doch das war nur ein Teil seiner politischen Agenda.

Banderas Kämpfer verübten Massaker an den polnischen Bewohnern der Westukraine, in Ostgalizien und im nordöstlich angrenzenden Wolhynien. 1943/44 metzelten sie bis zu 100.000 Zivilisten nieder. Zunehmend gingen sie auch gegen die Deutschen vor. Seit Kriegsende konzentrierten sie sich auf den Widerstand gegen die Sowjetherrschaft.

„Als man bemerkt hat, dass Deutschland den Krieg nicht gewinnen wird und als man sich umstellen wollte, hat man sich vom Faschismus äußerlich verabschiedet. Das war der Wunsch, mit den USA, mit den Alliierten zusammenzuarbeiten – gegen die Sowjetunion.“

Nach dem Krieg, als Bandera in Westdeutschland lebte, kämpften seine Partisanen bis in die 50er-Jahre für eine unabhängige Ukraine. Dagegen gingen sowjetische Militärs und Geheimdienstler mit brutaler Gewalt vor. 150.000 Westukrainer fielen diesem Terror zum Opfer, über 200.000 wurden ins Innere der Sowjetunion deportiert. Die sowjetischen Verbrechen trugen zu einem geheimen Helden- und Opferkult um Bandera bei.

Nach der Unabhängigkeit der Ukraine 1991 verehrte man den Anführer der OUN in der Westukraine ganz öffentlich. Inzwischen gibt es dort vier Bandera-Museen, zahlreiche Denkmäler und zahllose Bandera-Straßen. In der Zeit des Maidans 2013/14 griff die Verehrung auch auf Kiew über.

Wladimir Putin schlachtete das für seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine propagandistisch aus.

Damit verdrehte er die Tatsachen, sagt Frank Golczewski (Frank Golczewski ist ein deutscher Historiker. Er war von 1983 bis 1994 Professor für Neuere Geschichte an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg und von 1994 bis 2014 Professor für Osteuropäische Geschichte an der Universität Hamburg): „Der Bandera-Kult, auch die ganze nationalistische Ausrichtung, ist in den letzten Jahren marginalisiert wurden. Sie war um 2013/14 relativ stark im Parlament vertreten. Inzwischen ist sie im Parlament nicht mehr vertreten.“

jorono/pixabay https://pixabay.com/de/photos/international-fahne-flagge-ukraine-2684771/

Quellen:

https://www.dw.com/de/stepan-bandera-ukrainischer-held-oder-nazi-kollaborateur/a-61839689

Der Bandera-Kult - Die problematische Seite des ukrainischen Nationalismus | deutschlandfunkkultur.de

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