Datenschutz für Fortgeschrittene, Teil 3: Nehmen Sie Ihr Auskunftsrecht in Anspruch

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Mit der DSGVO, die am 25. Mai 2018 in Kraft tritt, bekommen Sie die Herrschaft über Ihre Daten zurück. Es handelt sich dabei um ein gewaltiges Werkzeug zum Schutz Ihrer Daten. Im heutigen Teil möchte ich näher auf Ihr Recht auf Auskunft eingehen.

Wie versprochen, kläre ich heute weitere Fragen ab, die in den Kommentaren zu Teil 1 aufgetaucht sind. Ich erspare mir die allgemeinen Informationen zur DSGVO (sind in Teil 1 und Teil 2 nachzulesen), und steige gleich mit dem heutigen Thema ein.

„Wenn ich aber nicht weiß, WER aller meine Daten hat, kann ich diese Herausgabe auch nicht einfordern. Ich bin z.B. Versandhauskundin - und ich kriege immer wieder Kataloge von Versandhäusern, von denen ich noch nie etwas gehört hab, zugeschickt. Unter meinem Namen und meiner Adresse. Ich möchte nicht so genau wissen, WER aller inzwischen meine Daten hat. Die sind aber auch kein Geheimnis. Anders schaut es natürlich mit meinen Bankdaten aus.“

Hier möchte ich Ihnen gleich zwei verschiedene Gesetze ans Herz legen. Das erste ist schon wohlbekannt. Mit dem Artikel 15 der EU-DSGVO wird Ihnen ein Auskunftsrecht eingeräumt. Das heißt, Sie können jedes Unternehmen auffordern, die über Sie gespeicherten Daten offenzulegen. Das gilt auch für Unternehmen, von denen Sie nicht genau wissen, ob sie überhaupt Daten über Sie gespeichert haben. Derzeit bietet die österreichische Datenschutzbehörde leider noch immer nur eine Vorlage zum Antrag nach dem österreichischen Datenschutzgesetz (DSG 2000). Ich würde die Vorlage trotzdem verwenden. Das DSG 2000 hat nach wie vor Gültigkeit.

Sollte das Unternehmen Ihrer Aufforderung nicht innerhalb eines Monats nachkommen, haben sie das Recht, Beschwerde bei der Datenschutzbehörde einzulegen. Auch, wenn das österreichische Gesetz von 8 Wochen spricht, ein EU-Gesetz, wie es die DSGVO darstellt, steht bekanntlich über dem österreichischen. Hier die Vorlage zur Beschwerde.

Das zweite Gesetz, das ich Ihnen ans Herz legen möchte, hat eigentlich nichts mit der DSGVO zu tun. Es geht um das Bundesgesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Wenn Sie also nicht möchten, dass Sie weiterhin einen niemals georderten Katalog zugesendet bekommen, dann können Sie unter Berufung auf dieses Gesetz Ihren Unterlassungsanspruch geltend machen.

Welche Auskunftsrechte haben Sie?

Sie können jederzeit eine schriftliche Bestätigung über eine Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten verlangen. Fordern Sie das Unternehmen einfach dazu auf. Sie können verlangen, dass die Auskünfte mündlich oder schriftlich erteilt werden. Es dürfen vom Unternehmen keinerlei Kosten in Rechnung gestellt werden.

Zur Erteilung folgender Auskünfte ist das Unternehmen verpflichtet:

• Empfänger der Daten

• geplante Speicherdauer

• Herkunft der Daten

• Verarbeitungszwecke

• genaue Angabe aller verarbeiteten Daten, außer das Unternehmen hat sehr viele Daten über Sie gespeichert. In diesem Fall müssen Sie präzisieren.

Im nächsten Schritt haben Sie das Recht, die Löschung Ihrer Daten zu verlangen. Doch dazu das nächste Mal mehr. Außerdem in einem meiner nächsten Posts: Sind Ihre Daten Ihr Eigentum?

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