Zwischen zwei Zyklen - Kapitel 2: Das Gespräch

"Wenn die Schule des Lebens die Schule ist, was ist das dann für ein Leben?"

Peter Schaller

*

„Noch ein Schokolädchen?“, fragte Frau Reuter, die Schachtel Pralinen in der Hand.

Sylvia Sträter schüttelte den Kopf. Nicht, weil sie Süßigkeiten grundsätzlich vermied, sondern weil die Schule stets voll davon war. Ständig hatte jemand aus dem Kollegium Geburtstag, hatte geheiratet, ein Kind bekommen oder war befördert worden und brachte massenhaft zuckriges Zeug mit, das dann einladend überall herum lag und verzehrt werden wollte.

Sie schaute auf die Uhr. Sie saß bereits seit zwanzig Minuten im Sekretariat. Sie hatte ein kleines Schwätzchen mit Frau Reuter gehalten und mit einem zufällig herein gekommenen Kollegen über einen problematischen Schüler gesprochen. Jetzt wartete sie nur noch darauf, zum Chef vorgelassen zu werden.

„Es dauert bestimmt nicht mehr lange“, meinte Frau Reuter, die Sylvias zunehmende Ungeduld wahrnahm, beschwichtigend.

Sylvia fragte sich, ob dies bereits eine Machtdemonstration war. Ihr Chef, ständig beschäftigt, hatte einen vollen Terminkalender, wichtige und weniger wichtige Leute gingen bei ihm ein und aus und wurden entweder direkt durchgewinkt oder warteten geduldig im Sekretariat wie Amerigo Bonasera, bevor er mit seinem Anliegen zu Don Vito Corleone durfte. Sylvia fragte sich auch, ob diese Abhängigkeitsverhältnisse jemals endeten. Sechs Jahre hatte sie Französisch und Geschichte studiert, war von meist überheblichen Dozenten und Dozentinnen geprüft und gepiesackt worden; zwei Jahre hatte sie im Referendariat Fachleitern, Ausbildungslehrern und zwei Schulleitern Showstunden präsentiert, damit diese ihren Unterricht anschließend in der Luft zerreißen und ihr herablassend mitteilen konnten, dass sie noch einen weiten Weg vor sich habe. Und nun, drei Jahre nach bestandenem Referendariat und zwei Jahre nach Antritt ihrer ersten richtigen Stelle, musste sie sich ein weiteres Mal einer Revision unterwerfen, bevor ihre Verbeamtung auf Lebenszeit durch war.

„Das ist Deutschland“, hatte Mark, ihr Freund, bemerkt. „Da wirst du tot geprüft!“

Endlich ging die Tür auf. Herr Diedrichs, ihr Schulleiter, öffnete die Tür mit einer ausladenden Geste und stellte sich dann mit einem zufriedenen Lächeln daneben, das vergoldete Messing der Klinke noch in der rechten Hand. Hinter ihm kamen zwei Männer aus dem Büro, der eine älter und ergraut, in einer Aufmachung, die Sylvia an Genscher oder Gauland denken ließ. Der andere Mann, jünger, schneidiger und dazu noch sehr adrett gekleidet, wirkte ebenso fehl am Platze. Männer dieser Art passten eher in einen amerikanischen Country-Club oder in eine First-Class Lounge am Flughafen, aber nicht in eine Brennpunktschule.

„Auf Wiedersehen“, sagte Herr Diedrichs, sichtlich zufrieden mit sich selbst und dem Treffen.

„Wir bleiben in Kontakt“, sagte der Jüngere und schüttelte Herrn Diedrichs die Hand. Als er an Sylvia vorbei ging, warf er ihr ein Lächeln zu, geschickt gepaart mit einem taxierenden Blick, der Wohlgefallen verriet. Sylvia lächelte zurück. Sie wusste um ihre Attraktivität.

Die beiden Männer waren noch nicht ganz aus dem Sekretariat, da kam Herr Diedrichs schon freudig strahlend auf sie zu.

„Guten Morgen, Frau Sträter. Tut mir leid, dass Sie warten mussten. Kommen Sie!“

Er hat etwas Einnehmendes, das muss man ihm lassen, dachte Sylvia, als sie ihm zum Gruß die Hand schüttelte. Herr Diedrichs ging voran, stellte sich dann seitlich zu ihr und machte eine einladende Bewegung mit der rechten Hand, die Sylvia den Weg ins Büro wies. Die Schultasche geschultert, huschte sie etwas übertrieben mädchenhaft an ihm vorbei ins große Büro.

„Nehmen Sie schon mal Platz, ich muss nur noch kurz an den Computer!“, sagte Herr Diedrichs aus dem Hintergrund und lief dann zu seinem Schreibtisch, um dort noch eine E-Mail zu schreiben, eine Paraphe zu setzen und eine Praline in den Mund zu stecken.

Links von seinem ausladenden Schreibtisch befand sich ein langer Konferenztisch, der so oder ähnlich auch im Bundeskanzleramt stehen konnte. Deutsche Büromöbel: ein langer weißer Tisch mit schlichten, schwarzen Füßen und acht mit blauem Filz überzogene, weich gepolsterte Stühle, deren Gestelle ebenfalls aus schwarzem Metall waren. Sylvia überlegte kurz, ob sie sich frech ans Kopfende des Konferenztisches setzen sollte. Stattdessen zog sie einen der seitlich zum Kopf stehenden Stühle zurück und nahm Platz. Sie legte ihre schwarzlederne Schultasche vor sich auf den Tisch und holte ihren Lehrerkalender aus dem mittleren Fach. Sie schlug die aktuelle Seite auf und nahm einen Kuli zur Hand. Dann wartete sie wieder.

„So, das war’s. Fertig!“, sagte schließlich Herr Diedrichs, schaltete den Bildschirm aus und kam zu ihr herüber. Er setzte sich auf den Stuhl am Kopfende und ließ seine gesamte Körperfülle gemächlich in den recht schmalen Sitz sinken. Der Stuhl gab ein wenig nach.

„Noch ein paar Monate, dann haben Sie es hinter sich, Frau Sträter. Glauben Sie mir, für mich sind diese Revisionen genauso lästig wie für Sie. Zu meiner Zeit war die Revision nach einem Jahr gegessen, aber jetzt möchte das Ministerium sich wohl länger ein Hintertürchen offen halten. Wie dem auch sei, ich freue mich auf Ihren Unterricht. Ich erinnere mich noch sehr gut an ihr tolles Laufdiktat in der sechsten Klasse vor zwei Jahren. Seien Sie also unbesorgt, das ist reine Formsache. Welche Lerngruppe möchten Sie mir denn diesmal zeigen?“

„Ich hatte mir gedacht, dass ich Ihnen die 7c in Französisch und die 8b in Geschichte zeige.“

Herr Diedrichs legte seinen Kopf auf die Seite.

„Hmm, haben Sie denn keine Oberstufe?“, fragte er schließlich zurück.

Sylvia hatte diese Frage befürchtet. Sie unterrichtete eine EF in Französisch und eine Q1 in Geschichte, aber beide Klassen waren kaum vorzeigbar. Die beiden, die sie ausgewählt hatte, waren von motivierten, leistungsstarken und selbstbewussten Mädchen durchsetzt, die wiederum die wenigen, pubertären Jungs im Zaum hielten.

„Zeigen Sie mir doch mal Ihren Stundenplan.“

Sylvia schob ihren Lehrerkalender mit dem aufgeklebten Stundenplan über den Tisch. Herr Diedrichs studierte ihn aufmerksam und nickte dann, als würde er seinen eigenen Gedanken zustimmen.

„Ich würde mir gerne Ihre Q1 in Geschichte angucken und die 7c in Französisch. Das passt auch besser mit meinem Stundenplan zusammen. Ich würde vorschlagen, dass Sie mir Montag in zwei Wochen die Q1 und dann am Donnerstag in derselben Woche die 7c zeigen. Einverstanden?“

Sylvia begriff diese letzte Frage als rein rhetorisch. In der nächsten Woche begann die Klausurphase und Klassenarbeiten würden auch geschrieben werden. Darüber hinaus stand der Elternsprechtag an und sie hatte eine Fortbildung zur DELF-AG. Wie sie in diesem engen Zeitplan noch ihre beiden Showstunden für den Chef vorbereiten sollte, war ihr schleierhaft. Aber eine Absage an die Zeitwünsche ihres Vorgesetzten? Dann konnte sie auch gleich zugeben, dass sie nicht belastbar und unorganisiert war.

„Natürlich. Sehr gerne!“, erwiderte sie mit fester, klarer Stimme. Aber im Hinterkopf fragte sie sich, ob ihr Chef bewusst ihre schwächste Lerngruppe ausgewählt hatte.

„Gut. Dann trage ich das so ein. Oder besser noch, sagen Sie beim Hinausgehen Frau Reuter Bescheid, dann kann sie das in meinen Kalender eintragen.“

„Mach ich“, meinte Sylvia und machte Anstalten aufzustehen.

„Ach, bevor Sie gehen..“, begann Herr Diedrichs und stand vom Stuhl auf um einen Notizzettel von seinem Schreibtisch zu holen. Sylvia sank wieder zurück in ihren Stuhl. Jetzt kommt’s, dachte sie, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben, was da kommen könnte.

„Herr Schüttert hat mich angesprochen. Er hat mir gegenüber die Probleme mit seiner 9a geäußert, und da sie ja einen großen Teil der 9a in Französisch haben, hätte ich gerne mal eine Einschätzung von Ihnen.“

Sylvia dachte kurz nach. Herr Schüttert, Klassenlehrer der 9a, schien ihr kein besonders durchsetzungsfähiger Kollege zu sein. Hinzu kam, dass es in der Klasse vier echte Idioten gab. Von einem, Maik, hieß es, er habe in der 5. Klasse während des Unterrichts seinen Zeigefinger in den Po gesteckt und anderen damit ins Gesicht gefasst.

„Nun“, begann Sylvia vorsichtig. „Die Lerngruppe ist sicherlich nicht ohne. Vor allem vier Schüler bringen immer wieder Unruhe in die Klasse. Und die Mädchen haben Angst, sich am Unterricht zu beteiligen weil sie fürchten ausgelacht zu werden. Es gibt auch kaum Leistungsträger in der Gruppe. Eigentlich keine. Allein die letzte Klassenarbeit war eine Katastrophe. Ein Schnitt von 3,9. Fünf oder sechs Fünfen.“

„Mmh“, brummte Herr Diedrichs. „Wie erklären sie sich diese schlechten Noten?“

„Na, die Kinder lernen nicht“, erwiderte Sylvia prompt. „Die Vokabelteste im Vorfeld der Klassenarbeit hatten einen ähnlichen Schnitt. Ich habe den Schülern mehr als eine Woche Zeit gegeben, um zehn Vokabeln zu lernen und viele haben es nicht hin gekriegt. Also, ich fürchte, dass da am Ende des Jahres einige ein Defizit haben werden.“

„Mmhh“, kam es nach einer kurzen Pause wieder vom Schulleiter. „Sehen Sie, die Sache ist nur die, dass die Schüler nach der Klasse 9 noch keinen Abschluss haben. Erst recht nicht, wenn sie die Versetzung nicht schaffen. Wir haben für solche Schüler ja ein schulinternes Förderprogramm. Und in der Regel sind ja auch die Lehrkräfte dazu angehalten, die Schüler individuell zu fördern. Ihr Französischkollege, Herr Paul, zum Beispiel, besorgt den problematischen Schülerinnen und Schülern häufig private Nachhilfe aus der Oberstufe oder gibt ihnen zusätzliche Arbeitsblätter. Und dass mittlerweile alle Schulen per Gesetz dazu angehalten sind, ihren Unterricht so zu gestalten, dass die Versetzung zum Regelfall wird, muss ich Ihnen nicht sagen. Wir haben hier im Kollegium in den letzten Jahren viel Zeit und Energie darin investiert die schwachen Schüler aufzufangen. Und nicht zuletzt ist unsere Sitzenbleiberquote auch einer der Gründe, warum die Anmeldezahlen in den letzten Jahren so stabil geblieben sind. Es wäre doch schade, wenn wir diesem Ruf künftig nicht mehr gerecht würden. Oder wie sehen Sie das?“

Sylvia schwieg. Da war es also wieder, das Lieblingsthema ihres Schulleiters. Auf jeder Lehrerkonferenz erwähnte Herr Diedrichs mindestens einmal, dass die Sitzenbleiberquote unter seinem Vorgänger von zwölf auf unter drei Prozent gesunken war, und dass er gedenke, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um diesen Erfolg fortzuführen. Wie er das genau tun wollte, das erklärte er nie genau.

„Ich sag Ihnen was, Frau Sträter“, ergriff der Schulleiter wieder das Wort. „Warum setzen Sie sich nicht einmal mit Herrn Paul zusammen? Das ist ein erfahrener und hilfsbereiter Kollege. Machen Sie doch mal eine Supervision mit ihm oder hospitieren Sie in seinem Unterricht. Herr Paul hat, glaube ich, in den letzten vier Jahren kein einziges Defizit mehr setzen müssen. Er ist wahrlich eine Säule dieser Schule. Ein echter Erfolgsgarant. Ich bin ja sowieso der Meinung, dass Kollegen sich untereinander viel häufiger im Unterricht besuchen sollten um voneinander zu lernen. Wie wäre das?“

Sylvia fiel immer noch nichts ein. Herr Paul, das wusste sie aus Gesprächen mit Schülern, die ihn gehabt hatten, stellte seit Jahren die gleichen Klassenarbeiten. Die Schüler, die sie von ihm übernahm, verfügten meist nicht einmal über rudimentäre Kenntnisse im Französischen, hatten aber auf dem letzten Zeugnis alle eine Zwei bekommen. Und dieser Herr Paul sollte nun ihr Vorbild sein?

Es half alles nichts. Sie befand sich in der Zielgeraden ihrer Revision, es gab nur eine Antwort.

„Sehr gerne“, sagte sie schließlich, doch ihre Stimme klang nicht mehr so klar und fest wie kurz zuvor.

„Sehr schön. Dann informiere ich Herrn Paul, der wird auf sie zukommen. Lassen Sie ihn einfach ein paar Mal mit in Ihren Unterricht gehen, dann kann er Ihnen bestimmt ein paar Tipps geben.“

Sylvia nickte und stand von ihrem Stuhl auf, ohne den Chef dabei anzusehen. Herr Diedrichs erhob sich ebenfalls und lief zur Tür, die zurück ins Sekretariat führte. Anders als bei den Gästen zuvor blieb er nun vor der Tür stehen und drehte sich zu Sylvia um.

„Wir sehen uns in zwei Wochen. Ich freue mich auf Ihren Unterricht.“

Herr Diedrichs schaute ihr nun in die Augen und streckte seine große Hand aus. Sylvia nahm sie und spürte den festen Druck weicher Gliedmaßen. Ihr gelang ein Lächeln, das nicht gespielt und beinahe fröhlich wirkte. Dann öffnete sie die Tür und trat zurück in die Geräuschkulisse des Sekretariats. Die Tür hinter ihr schloss sich wieder.

Sylvia hatte direkt im Anschluss Unterricht in der Q1, aber sie ging nicht sofort in die Klasse. Sie machte sich stattdessen auf den Weg in den Keller, zur Lehrertoilette. Sie legte neben dem Waschbecken ihre Schultasche ab, drehte den Wasserhahn auf, beugte sich vor, faltete beide Hände wie zum Beten und fing das kalte, klare Wasser in der entstandenen Kuhle auf. Sie vergrub ihr Gesicht im kühlen Nass und richtete sich wieder auf. Die herunter hängenden, langen, blonden Haare strich sie zurück hinter die Ohren. Dann besah sie sich ihr vom Wasser benetztes Gesicht. Sie sah nur frische, straffe Haut und große, wache Augen. Aber es fühlte sich an, als trüge sie eine Maske.

Sie ging in ihre nächste Klasse. Sie spulte ihren Unterricht ein wenig stocksteif ab, ihr gewöhnlicher Enthusiasmus, ihre manchmal fast schon penetrant gute Laune wurden von Routine überlagert. Einigen, wenigen Schülern fiel diese Veränderung auf, aber da sie Frau Sträter sehr mochten und ihr ohne weiteres auch mal einen Durchhänger gestatteten, endete die Stunde so wie sie begonnen hatte: ohne besondere Vorkommnisse. Sylvia war froh, als die Pausenglocke sie fürs Erste von der anstrengenden Präsenz vor einer Klasse befreite und der Stundenplan ihr eine Freistunde gönnte in der sie auch von Vertretungsunterricht verschont blieb. Sie verspürte ein Unwohlsein, da sie seit dem Gespräch mit dem Chef nicht losließ. Dabei konnte sie nicht einmal sagen, woher dieser Schmerz rührte. Alles in allem war es ein angenehmes Gespräch gewesen. Er hatte ihren Unterricht gelobt und ihr die Angst vor der Revision zu nehmen versucht. Er hatte diese sogar als reine Formalie definiert. Und ohnehin kam es äußerst selten vor, dass Kollegen die Revision nicht bestanden und diese dann verlängert wurde. Warum machte sie sich dann solche Sorgen? Sie hatte einen der sichersten Berufe gewählt. Sobald die Revision hinter ihr lag, war sie quasi unantastbar. Und, viel wichtiger noch: unkündbar.

Erst nach der letzten Unterrichtsstunde und nach dem Verlassen des Schulgeländes, auf der Heimfahrt im Auto dämmerte ihr, was der Chef eigentlich getan hatte. Er hatte sie gedemütigt. Er hatte ihre gute Arbeit für wertlos erklärt, solange sie Noten setzte, die schlechter als Ausreichend waren. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, hatte er ihr einen Kollegen auf den Hals gehetzt, der von den meisten Schülern nicht für voll genommen wurde. Eine Säule dieser Schule! Ein Erfolgsgarant! Sylvia drehte sich der Magen um. Zwei Jahre hatte sie sich abgemüht, hatte die DELF-AG übernommen, zwei Parisfahrten organisiert und begleitet, den Fachschaftsvorsitz übernommen und die mündlichen Prüfungen als Ersatz für eine Klassenarbeit voran getrieben. Sie war fast immer pünktlich, ging mit hoher Motivation in den Unterricht und hatte sich in zwei Jahren ein Standing bei Schülern und Kollegen erarbeitet. Aber es schien, als sei das Alles nichts, solange die Noten nicht stimmten.

Nach einer halbstündigen Autofahrt lenkte sie den Wagen in ihre Straße. Sie hatte gemeinsam mit ihrem Freund Marc vor einem Jahr diese Wohnung im belebten und beliebten Viertel im Süden der Stadt bezogen. Hundertfünfunddreißig Quadratmeter mit Loggia, großem Wohnzimmer, Esszimmer und Gästeklo. Bel étage. Dass sie für diese Wohnung auch noch verhältnismäßig wenig Miete zahlten, war einem glücklichen Umstand zu verdanken. Die Eigentümer, ein älteres Paar aus Frankfurt, hatten das Haus nämlich von einer alten Dame geerbt, als Dank dafür, dass die beiden die sterbenskranke Frau und ihren schon vorher verstorbenen Mann gepflegt hatten. Tot gepflegt, wie Marc gerne im Scherz sagte. Ahnungslos hatte das Paar dann einfach Bilder von der Wohnung ins Netz gestellt, ohne auch nur irgendwas an der Inneneinrichtung zu ändern: billiger, vollkommen abgenutzter Laminat in abscheulichem Rot, Gardinen, die vom Zigarettenrauch fast grau waren und kaum Licht durchließen, schwere Brokatvorhänge, Küchengeräte aus den Fünfzigern und eine mit goldenen Kordeln verzierte Tapete, die völlig aus der Zeit gefallen schien. Bei der ersten Ansicht hatten Sylvia und Marc das Angebot direkt weg geklickt. Dann hatte sich Marc tags darauf nochmal den Grundriss angesehen und erkannt, dass die Aufteilung der Räume nicht schlecht war. Drei große Zimmer, eine Küche, ein Bad und ein Schlafzimmer, alle zwanzig Quadratmeter groß, dazu ein einladender, geräumiger Flur. Bei der Besichtigung hatten die Eigentümer dann durchblicken lassen, dass es nicht allzu viele Interessenten gab und dass sie mit der Miete auch runtergehen würden, wenn Sylvia und Marc die Wohnung selbst renovierten. Sie hatten sich dann Bedenkzeit erbeten, aber eigentlich lag die Sache auf der Hand. Die Wohnung war ein Glücksfall. Sie unterzeichneten kurze Zeit später den Mietvertrag und ließen dann alle Zimmer unter der Hand für fünf tausend Euro renovieren. Hinzu kamen eine neue Küche für acht tausend Euro und ein schöner Wandschrank von BoConcept.

Für Sylvia waren diese Veränderungen das Signal, endlich im Leben angekommen zu sein. Während ihres Studiums hatte sie in einem zwanzig Quadratmeter großen Zimmer mit kleinem Kühlschrank und einer Kochplatte gewohnt. Das Bad im Flur hatte sie mit zwei anderen Mietern teilen müssen, die Waschmaschine und die Dusche funktionierten nur, wenn sie bei der Vermieterin im Erdgeschoß käuflich D-Mark-Münzen erwarb, die man dann in einen alten Automaten werfen musste. Während des Referendariats hatte sie in einer Sechser-WG mit Studenten gewohnt, die Parolen wie Party statt Putzplan skandierten, wenn Sylvia sie an ihre häuslichen Pflichten erinnerte. Als sie dann gegen Ende des Referendariats Marc kennenlernte und kurz darauf ihre erste Vollzeitstelle antrat, da fühlte sie sich arriviert. Drei Monate nachdem sie am Leonhard-Euler angefangen hatte, lag ihre erste Bezügemitteilung im Briefkasten: eine Abschlagszahlung über sechstausend Euro. Nicht übel für ein Mädchen aus armen Verhältnissen, hatte Marc gescherzt, aber tatsächlich fühlte Sylvia in dem Moment genau so. Sie ging noch am selben Tag in die Stadt und kaufte sich eine sündhaft teure, schwarzlederne Schultasche und die gebundene Ausgabe von Jonathan Littells Les Bienveillantes für fast hundert Euro. Als Marc dann noch seine Stelle als Soundingenieur bei Porsche bekam, waren sie quasi offiziell DINKs, Double-Income-No-Kids. Für Sylvia bedeutete die Ankunft in der bürgerlichen Mitte einen enormen sozialen Aufstieg.

„Marc, bist du da?“, rief Sylvia in die Wohnung hinein, nachdem sie die Tür aufgeschlossen hatte.

„Ich bin im Arbeitszimmer!“, rief er.

Als Sylvia den Raum betrat, sah sie ihren Freund vor zwei Flachbildschirmen und drei Tastaturen sitzen. Er hatte seine überdimensionalen Kopfhörer um den Hals gelegt, wobei ein Hörer zwischen Ohr und Schulter klemmte. Er schob auf seinem Mini-Synthesizer, einem Korg Volca Kick, einen Regler rauf und wieder runter. Als Sylvia seinen Tisch erreichte, schlang sie von hinten ihre Arme um seinen Hals und küsste ihn auf den Kopf. Marc nahm den Kopfhörer ab und stand auf um Sylvia zu küssen.

„Ich hoffe du hast Hunger“, sagte er. „Ich habe Spargel-Lachs Suppe gemacht.“

Wenig später saßen sie gemeinsam am Küchentisch aus Teakholz, aßen Suppe und ließen gemeinsam den Tag Revue passieren. Marc erzählte von seinem neuen Chef, einem Diplomphysiker, der behauptete, jedes Auto sei auch ein Musikinstrument, das gestimmt werden müsse. Außerdem, so Marc, habe man ihm erklärt, dass er vor allem für den Sound des neuen Elektroautos verantwortlich zeichnen würde.

„Elektroautos machen doch kein Geräusch“, warf Sylvia ein.

„Das ist ja das Problem“, entgegnete Marc. „Elektroautos sind häufiger in Unfälle verwickelt, gerade weil sie so leise sind. Erst ab 20km/h machen Abroll- und Windgeräusche genügend Lärm.“

„Aha“, sagte Sylvia mit hörbar erlahmendem Interesse.

„Und wie war’s bei dir?“, fragte Marc zurück.

Als hätte Sylvia nur auf dieses Signal gewartet, sprudelte es aus ihr heraus. Sie skizzierte zunächst in groben Zügen ihren Unterrichtsalltag, erzählte dann en détail von ihrem Gespräch mit dem Schulleiter und ihrer daran anschließenden, negativ ausfallenden Analyse. Sie erzählte auch von der vom Schulleiter angeratenen Supervision durch Herrn Paul und die Demütigung, die sie darin sah. Sie erzählte all dies auch um Unterstützung zu erfahren. Sie wollte, dass Marc so entrüstet reagierte, wie sie sich fühlte.

„Ich verstehe das sowieso nicht mit dem Sitzenbleiben“, sagte er stattdessen.

Sylvia, leicht irritiert darüber, dass er diesen Teil ihrer Erzählung aufgriff, runzelte die Stirn.

„Wie meinst du das?“

„Na, warum lässt man die Schüler noch sitzenbleiben? Warum schafft man das Sitzenbleiben nicht einfach ab?“

Sylvia stutzte.

„Und wie soll das funktionieren?“

„Na, ganz einfach, die Schüler bleiben nicht sitzen. Sie gehen einfach in die nächsthöhere Stufe. Sitzenbleiben kostet nur Geld. Und in den seltensten Fällen bringt es was.“

„Und wenn der Schüler oder die Schülerin in allen Kernfächern ein Mangelhaft hat?“, warf Sylvia ein. „Was dann?“

„Na, nichts dann. Er geht in die nächste Stufe. Ist doch nicht dein Problem. Du machst deinen Unterricht, ob der Schüler mitkommt oder nicht kann dir doch ganz egal sein. Am Ende ist es ja sein Zeugnis mit dem er sich bewerben muss.“

„Und ich hab dann fünf oder sechs Schüler in meiner Lerngruppe, die überhaupt nicht mehr mitkommen und nur abhängen oder den Unterricht stören. Wozu sollen die sich dann noch anstrengen, der Zug ist dann doch längst abgefahren.“

„Klar, aber die haben ja noch andere Fächer. Was, wenn sie da überall Eins stehen? Ich meine, wenn einer Bäcker werden will, dann kann es dem Bäckermeister doch egal sein, wie gut der Schüler Französisch spricht, oder ob er weiß, wann der Zweite Weltkrieg beendet war oder wie man einen Linoldruck macht. Oder man könnte ja auch Module anbieten: jeder Schüler besucht in jedem Fach das Modul, das seinem Leistungsstand entspricht. Anfänger, Fortgeschrittene, Profis. Und sieh es doch mal von deiner Warte. Keine lästigen Konferenzen mehr, in denen du dich für deine Noten rechtfertigen oder mit den Kollegen beraten musst, ob man dem Schüler noch die pädagogische Vier gibt. Du setzt die Fünf und basta! Es passiert ja nix. Der Druck lastet doch dann allein auf dem Schüler und du bist fein raus.“

„Aber dann besteht die Gefahr, dass Kollegen nur noch mit Fünfen und Sechsen um sich werfen, weil es für sie und die Schüler folgenlos bleibt.“

„Glaub ich nicht. Der eine Lehrer bewertet strenger, der andere lascher. Das war doch bei uns allen so. Das ist doch ein Grund mehr, das Sitzenbleiben abzuschaffen.“

Sylvia fühlte sich von der Argumentation ihres Freundes überrumpelt. Sie erkannte, dass sie ein relativ konservatives Verständnis von Bildung hatte. Streng dich an, arbeite hart, und du wirst entlohnt. Für Faulheit gibt es nichts. Sie hatte das deutsche Bildungssystem stets als gegeben, ja, als unumstößlich hingenommen, fast wie ein Naturgesetz. Es hatte sich lange gehalten und war so etabliert, dass alle seine Kritiker sie an die Affen aus Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum erinnerten, die im Schatten eines übermächtigen Monolithen auf primitivste Weise herum kreischten. Vielleicht war tief in ihr auch ein Wissen um die gescheiterten Bildungsreformen verankert, welches sie wiederum davon abhielt, ihren Beruf auf einer Metaebene zu reflektieren. Tagtäglich sah sie sich der nackten Realität ihrer Arbeit ausgesetzt, da war für philosophisches Schwadronieren über eine bessere Bildung kaum Platz. Sie versuchte im Korsett des vorgegebenen Systems so gute Arbeit wie möglich abzuleisten, das Korsett an sich, das musste sie sich eingestehen, stellte sie nicht in Frage. Aber sie war Marc für den Impuls dankbar. Sie war dankbar, dass er ihr nicht nach dem Mund redete und sie häufiger mit einer Geisteshaltung konfrontierte, die er selbst etwas großspurig thinking outside the box nannte.

Nach dem Abendessen setzte Sylvia sich noch an den Schreibtisch. Sie wollte zumindest eine Unterrichtsstunde für den nächsten Tag vorbereiten. Wenn sie ihre erste Vollzeitstelle antreten, so hatte ihr Kernseminarleiter es damals formuliert, dann müssen sie nochmal umlernen. Im Referendariat geht es um Qualität, bei einer Vollzeitstelle nur noch um Quantität. Sylvia hatte das sehr schnell verstanden. Im Referendariat hatte sie sich ganze Nächte für die Planung einer einzelnen Lerneinheit um die Ohren gehauen, jetzt musste ein kurzer Blick ins Lehrwerk genügen. Nur wenn sie Zeit und Lust hatte, und wenn die Lerngruppe es verdiente, bastelte sie an neuen Ideen. So wie jetzt. Es ging um Objektpronomen im Französischen. Sylvia druckte Personalpronomen, Verbformen, Objekte, Objektpronomen und Artikel jeweils zweimal groß gedruckt aus und laminierte sie im Anschluss. Dann überlegte sie sich Sätze, die man aus diesen Satzbestandteilen formen konnte und schrieb sie auf Deutsch in ihren Collegeblock. Ihr Plan war, am nächsten Tag zwei Schülerteams gegeneinander antreten zu lassen. Jeder Schüler sollte einen Satzbestandteil nehmen und sich dann mit den anderen Schülern so in eine Reihe stellen, dass es nebeneinander gelesen den richtigen Satz ergab. Je porte un pantalon. In einem zweiten Schritt sollte der Schüler mit dem Objekt dann das passende Objektpronomen holen und sich richtig hinstellen. Je le porte. Das beste Team würde mit einem Gutschein für einen Tag ohne Hausaufgaben prämiert werden.

Als Sylvia die mühselige Bastelarbeit bewältigt und die Stunde im Kopf nochmal durchgegangen war, wollte sie den Computer runterfahren. Eingedenk der Diskussion mit Marc aber öffnete sie nochmal den Browser und surfte nach Informationen zum Thema Sitzenbleiben. Sitzenbleiben abschaffen, tippte sie in die Suchmaschine. In den auffindbaren Artikeln wurden eigentlich dieselben Argumente bedient, die Marc zuvor genannt hatte. Es wurden die Millionenbeträge aufgelistet, die das Sitzenbleiben landesweit verursachte. Es geht nur noch ums Geld, dachte Sylvia, und sehnte sich fast ein bisschen nach dem Zeitalter der klassischen Bildung zurück, als Schüler noch ganzheitlich geformt und nicht bloß auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden sollten. Auch die organisatorische Modularisierung des Schulalltags wurde gefordert. Nur selten kamen in den Artikeln Schüler zu Wort, die behaupteten, dass ihnen die Ehrenrunde gut getan habe.

„Hey, gucken wir noch’ne Folge?“

Marc stand lässig im Türrahmen. Er hatte wenig Verständnis für ihren abendlichen Eifer. Er hatte es sich zur Regel gemacht nach neunzehn Uhr nicht mehr am Schreibtisch zu sitzen.

„Wenn du aufhörst zu elidieren, dann gerne“, erwiderte Sylvia grinsend.

„Was bitte?!“

„Ach, vergiss es, war’n blöder Witz.“

Sylvia stand auf und folgte Marc ins Wohnzimmer, in dem der teure Flachbildfernseher auf sie wartete. Marc machte den Fernseher an, loggte sich ins Streamingportal ein und klickte dann die dritte Folge ihrer aktuellen Serie an. Ein Thriller aus Skandinavien mit den üblichen Zutaten: düstere Atmosphäre, sphärische Klänge, abgehalfterte Kommissare, blutrünstige, aber clevere Serienmörder und blonde Frauen. Sonderlich fasziniert von diesen TV-Events war Sylvia nicht, aber die Anspannung, die sie tagsüber empfand und die Konzentration, die sie verbrauchte, erlaubten ihr keine anspruchsvolle Beschäftigung zu später Stunde mehr. Je simpler der Plot der Fernsehserie, desto höher war die Wahrscheinlichkeit, dass Sylvia vor dem Zubettgehen nochmal abschalten und runterfahren konnte.

Nach zwei Folgen der Serie, gegen zweiundzwanzig Uhr, machten sie sich fertig fürs Bett. Sie putzten gemeinsam Zähne und zogen sich voreinander aus und um, aber nicht wie Liebende, sondern wie Bruder und Schwester. Für die Liebe war das Wochenende da, denn arriviert zu sein, so viel hatte Sylvie gelernt, bedeutete auch weniger Sex zu haben. M-M-S. Während sie zu Beginn ihrer Beziehung kaum die Hände voneinander lassen konnten, hatte sich jetzt schon bewahrheitet, was ein alter, humoriger Weinbauer aus Gevrey-Chambertin ihr einmal erklärt hatte, als sie ihre Fremdsprachenassistenz in einer viticole in der Nähe von Beaune absolvierte.

„M-M-S, Madame, c’est l’évolution de l’amour!“, hatte er gesagt.

„Je ne comprends pas!“

„Bah, Madame, c’est très simple. Je vous explique la règle M-M-S. Au début d’un amour, c’est: matin-midi-soir. Mais après quelque temps, c’est mardi-mercredi-samedi. Et à la fin, c’est mars–mai–septembre. M-M-S. Voilà“

Erst nach kurzer Überlegung hatte sie verstanden, dass er über die Häufigkeit von Sex im Laufe einer Beziehung gesprochen hatte. Marc und sie waren nach einer dreijährigen Beziehung schon längst auf der zweiten Stufe angekommen. Sex gab es in der Regel am Wochenende und dann auch nur wenn beide sich nicht verabredeten. Hinzu kam, dass der Sex nach dem immer gleichen Schema ablief. Sie waren beide auf ihre Karrieren konzentriert, die Brunftzeit war beendet. An ihre Stelle traten andere verbindende Elemente: Zuverlässigkeit, Unterhaltsamkeit, Organisation eines gemeinsamen Haushalts. Die nächsten, aber noch in der Ferne liegenden Schritte waren ebenso klar: Heirat, Kinder und Hauskauf, in genau der Reihe.

Als Marc schon eingeschlafen war, lag Sylvia noch wach. Sie merkte, dass es wieder einer dieser Abende war, an denen ihr müder Körper sein Ruhekissen fand, nicht aber ihr erschöpfter Geist. Sylvia konfrontierte sich unablässig mit der Frage, wie sie nun verfahren sollte. Den Schulleiter gewähren lassen oder opponieren? Nochmal das Gespräch zu ihm suchen, ihm darlegen, dass sie den Besuch des Kollegen Paul in ihrem Unterricht als Gängelung und nicht als Hilfe empfand? Oder diese eine, letzte Kröte schlucken und dann die Zeit nach der Revision abwarten um sich in Stellung zu bringen und ihre Meinung zu sagen? Zum Lehrerrat gehen? Aber womit? Alles, was der Schulleiter gesagt hatte, war Auslegungssache. Für ihn war es Hilfe für eine junge, noch relativ unerfahrene Kollegin. Für sie war es ein Trick, ein billiger Versuch, sie als inkompetent darstellen zu können, ein Hintertürchen, das er sich offenhielt, um sie in der Hand zu haben. Aber übertrieb sie nicht maßlos? Unterstellte sie dem Schulleiter eine Gerissenheit, die in Wirklichkeit nur ehrliche Zuwendung war? War es vielleicht Routine? Verfuhr er gar bei allen neuen Kollegen und Kolleginnen so? Wenn ja, wem von denen könnte sie diese vertrauliche Frage stellen?

Erst gegen drei Uhr morgens war Sylvia vom Nachdenken so erschöpft, dass sie doch noch in den Schlaf fand. Doch dieser Schlaf war nur ein halber, war eher ein Wachtraum, aus dem sie wenige Stunden später, um sechs Uhr in der Frühe, benommen hervor ging. Die Erinnerung an Traumsequenzen, deren Inhalt im Tiefschlaf gewöhnlich verloren geht, färbte auf die Wahrnehmung des realen Lebens ab. Dergestalt, dass es ihr weniger real schien.

Und trotzdem: als sie morgens vor dem Spiegel im Badezimmer stand, war da neben der Frustration, Müdigkeit und Ernüchterung ein stärkeres und deutlicheres Gefühl: Trotz. Dieser Trotz speiste sich aus der Gewissheit, dass sie eine gute Lehrerin war und einen moralischen Kompass besaß, der es ihr erlaubte, richtig von falsch zu trennen. Und sich wegen der Revision ins Bockshorn jagen zu lassen oder sich wegen der aufgezwungenen Supervision vom Weg abbringen zu lassen, war eindeutig falsch.

Hört zu, ihr alten, weißen Männer, dachte Sylvia, als sie in den Spiegel schaute. Eure Zeit ist abgelaufen.

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