Ausgemuttit ! Deutschland muss seine Aussenpolitiklosigkeit beenden !

Mit Mutti-Merkel-Wahlkämpfen, die ebenso harmlos wie unkonkret waren, konnte Angela Merkel so manchen Wahlsieg einfahren, zum Beispiel den bei der Bundestagswahl 2013, als die CDU/CSU 41.5% der Stimmen gewann.

Allerdings galt auch damals schon, was der frühere US-Aussenminister Henry Kissinger über Deutschland sagte: es sei ein Land völlig ohne Aussenpolitik.

Solange die USA die Aussenpolitik machten, die auch Deutschland half und Deutschland nutzte, fiel das den Deutschen, die wie der Politikwissenschafter J.J. Mearsheimer von der Universität Chicago meinte, wie alle Völker von Aussenpolitik praktisch keine Ahnung haben, nicht auf.

Aber nach dem weitgehenden Rückzug von Obama und Trump aus der Aussenpolitik und mit den isolationistischen US-Tendenzen, betreiben die USA nicht mehr die Politik, die Deutschland nutzt; daher ist Deutschland erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg gefordert, selbst Aussenpolitik zu machen, selbst deutsche Interessen zu vertreten, und das auch militärisch, aber Deutschland ist militärisch ein Zwerg, und außerdem eines der pazifistischsten Länder weltweit, auch deswegen, weil unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg der Rest der Welt am liebsten ein pazifistisches Deutschland haben wollte.

Aber diese Nachkriegszeit ist vorbei, und Deutschland muss auch aussenpolitisch das werden, was es wirtschaftlich längst schon ist: eine, wenn nicht sogar die europäische Führungsmacht.

Dies bedarf eines Paradigmenwechsels in einem Land, das seit über 70 Jahren dazu erzogen wurde, zu denken, Krieg und Militäraussenpolitik sei automatisch nazistisch.

(Ich kann das als Österreicher gut nachfühlen)

Der Vorschlag von Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer, eine UNO-Zone in Syrien zu etablieren, war ein klitzekleiner Schritt in diese (richtige) Richtung, ersaufte aber sofort in einer innenpolitischen Kakophonie: die SPD bezeichnete den Vorschlag als "nicht-abgesprochen", obwohl er irgendwie naheliegend war, und es verwundern würde, falls die SPD nicht irgendeinen Aussenpolitikexperten hätte, der, egal, ob abgesprochen oder nicht, dasselbe gedacht hätte, ähnelte es doch irgendwie dem Vorschlag des jetzigen Präsidenten Steinmeier (SPD), der damals Aussenminister war, es bestehe doch wegen der Belagerung Aleppos Handlungsbedarf.

CC / Linnartz https://de.wikipedia.org/wiki/Merkel-Raute#/media/Datei:Angela_Merkel_Juli_2010_-_3zu4.jpg

Schönwetterpolitikerin Kanzlerin Merkel: kann Rauten machen, aber keine Aussenpolitik, was nicht auffiel, solange die USA die deutsche Aussenpolitik mitmachten, aber mit dem Rückzug von Obama und Trump aus der Aussenpolitik erweist sich das Deutsche Nichtstun als europäische Katastrophe, die die Dominanz von Russland, Iran, China und Türkei im Nahen Osten oder in Afrika zementiert.

Statt präventiv Flüchtlingswellen an Ort und Stelle zu verhindern, statt die Fluchtursachen an den Wurzeln zu bekämpfen, wird Deutschland, so steht es zu befürchten, weiterhin den Kopf in den Sand stecken und hoffen, dass irgendwer, z.B. die USA für Deutschland Aussenpolitik macht.

P.S.: und Österreich muss seinen geradezu pathologischen Deutschenhass oder Piefkehass loswerden: wenn der Rest Europas Deutschland nur immer unter dem Nazi-Vergangenheits-Aspekt beurteilt und beobachtet, dann wird das nix mit dem gemeinsamen Europa.

Hier mein Blog zu Aleppo vor mehr als drei Jahren, die im Prinzip genau dieselbe Debatte und Frage enthielt, die heute wieder aktuell ist oder war:

https://www.fischundfleisch.com/dieter-knoflach/aleppo-luftbruecke-oder-totalevakuierung-24379

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Claudia56

Claudia56 bewertete diesen Eintrag 03.11.2019 14:54:28

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