Die drei satanischen Kriegs-Päpste und ihr Beitrag zum islamischen Dschihadismus

Wer heute die totalitären Verbote und Fehlinterpretationen des Katholizismus (Kondomverbot, Pornoverbot, Abtreibungsverbot, Verschweigen des Genesis-Zusatzes "bis die Erde voll ist" beim "Seid fruchtbar und mehret Euch !"-Zitat) betrachtet, der kann leicht denken, dass das schon immer so war.

War es aber nicht.

Der Epochenbruch von der liberalen katholischen Kirche zur reaktionären katholischen Kirche war das Jahr 1978, als der Pole Karol Woytila zum Papst, nämlich zu Johannes Paul II. gewählt wurde.

Davor war die Haltung der katholischen Kirche in Fragen der Emfängnisverhütung eine ganz andere, nämlich eine der Freiwilligkeit und der Gewissensentscheidung, nicht der zentralistisch-totalitären Vorschrift aus Rom.

Ausdruck für diese frühere freiheitsorientierte katholische Kirche waren z.B. die Mariatroster Erklärung (für Österreich), die Königsteiner Erklärung (für Deutschland) und die Solothurner Erklärung (für die Schweiz) von Bischofskonferenzen aus dem Jahr 1968. Diese drei Erklärungen gaben Freiheit und erklärten die Frage der Geburtenkontrolle und der Familienplanung zur privaten Gewissenssache.

Die letzten beiden Päpste (Benedikt XVI. und Franziskus) festigten die Verbotslinie von Johannes Paul II. (Benedikt war ja Chef der Glaubenskongregation unter Johannes Paul II. gewesen), und "korrigierten" die frühere liberale Politik des Prä-Woytila-Katholizismus.

Allerdings blieb diese Kursänderung des Katholizismus hin zum Reaktionären und Totalitären nicht weltweit isoliert: der Machtergreifung von Woytila und seinen ideologischen Freunden im Jahr 1978 folgte die schiitische Revolution im Iran durch Ajatollah Khomeini. Ähnlich wie im Katholizismus die Liberale Linie von Paul. VI. und dem österreichischen Kardinal König (der als papabile, also papstwürdig galt) durch eine illiberale Linie ersetzt wurde, so wurde ein Jahr später und wahrscheinlich als Reaktion darauf im Iran die quietistische Linie eines Ajatollah Borudscherdi durch die reaktionäre und fundamentalistische Linie eines Ajatollah Khomeini ersetzt.

Man kann es auch so sehen, dass 1978 der Katholizismus zum Geburtendschihad überging, dazu, mithilfe von diktatorischer Politik die Katholikenzahl zwangsweise zu erhöhen, und dass als Reaktion auch darauf im Islam dasselbe passierte. Damit will ich nicht sagen, dass das der einzige Faktor für die Entwiclklung im Iran war, aber ein dennoch existierender und bisher zuwenig geachteter.

CC / raficaboufadel https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Paul_II.#/media/Datei:Dad_Visite_Officielle_Vatican_Pape_Jean_Paul_II_(croped).jpg

Woytila / Johannes Paul II. im Jahr seiner Papstwahl (1978). Er war Papst bis 2005.

CC / Pozzebom https://de.wikipedia.org/wiki/Benedikt_XVI.#/media/Datei:BentoXVI-30-10052007.jpg

Ratzinger / Benedikt XVI. (2008), Papst von 2005 bis 2013

CC / Casa Rosada https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskus_(Papst)#/media/Datei:Franciscus_in_2015.jpg

Bergoglio / Franziskus, Papst seit 2013

Den drei illiberalen Päpsten und ihrer totalitären Verbotspolitik seit 1978 stehen die früheren katholischen Würdenträger wie Papst Paul VI. oder Kardinal König oder Johannes XXIII. gegenüber:

CC / Vatikanstadt https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_VI.#/media/Datei:Paolovi.jpg

Paul VI. (1968), Papst 1963-1978

CC / Walter Ching https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_K%C3%B6nig#/media/Datei:Kardinal_koenig.jpg

Kardinal König , Wiener Kardinal (1958-2004) und Erzbischof

CC / Patriarchat Venedig https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_XXIII.#/media/Datei:Pope_John_XXIII_-_1959.jpg

Johannes XXIII. Papst von 1958-1963, er hatte den Spitznamen "il papa buono", der gute Papst, was man so interpretieren kann, dass seither mehrere schlechte Päpste kamen. Das erste Vatikanische Konzil, das seiner Federführung entstammte, stand unter dem Motto des "aggiornamento", der "Verheutigung" und Modernisierung der katholischen Kirche, einer Modernisierung, die den Konservativen zu weit ging und die sie wieder rückgängig machten. Mit der Rückkehr zu einer archaischen und prämodernen katholischen Kirche schufen die drei letzten Päpste (JP2, B16 und F) auch ein Beispiel und Vorbild für eine Rückkehr des Islam zu ebenso archaischen und prämodernen Formen.

Sowohl Kommissionen, die von Johannes XXIII. als auch Kommissionen, die von Paul. VI. eingesetzt wurden, kamen zum Ergebnis, dass Emfängnisverhütung als solche nicht verwerflich sei. Ein Ergebnis, gegen das eine Kardinalgruppe, darunter auch der spätere Johannes Paul II., ein Gegengutachten vorlegte.

Johannes Paul II. übernahm die Namen seiner zwei Gegenspieler, um den Eindruck zu verwischen, dass seine Wahl einen Bruch in der Kirchengeschichte weg vom liberalen Katholizismus hin zum illiberalen Katholizismus (insbesondere in Sexualfragen) darstellte. Das kann man nun entweder als geschickt oder als Lüge, als Verstoss gegen das Gebot "Du sollst nicht lügen!" betrachten.

Wenn diese Veränderungen auf den Katholizismus beschränkt geblieben wäre, dann wäre das als solches ja gar nicht so schlimm, aber wirklich schlimm war, dass zahlreiche islamische Rechtsgelehrte diese katholische Gebärdiktatur (durchaus mit einem gewissen Recht) als Bedrohung und Kriegserklärung betrachteten, auf die sie reagierten, indem sie ihrerseits dasselbe machten, nämlich ihre eigene Religion auf Geburtendschihad zu trimmen; und die schiitische Revolution im Iran 1979 (den Wechsel von Borudscherdi zu Khomeini) war der erste Teil der islamischen Antwort auf den katholischen Geburtendschihad.

Diese beiden wechselwirkenden religiösen Geburtendschihade (der katholische und der islamische) spielten eine gravierende Rolle bei der Bevölkerungsexplosion und bei der Klimakrise, die das rasante Bevölkerungswachstum zur Folge hatte.

Umso lächerlicher ist es nun, wenn katholische Organisationen die Klimakrise zur "Herausforderung für die Demokratie" erklären, während sie doch in Wirklichkeit ein Resultat von Tendenzen innerhalb von Weltreligionen war.

Der Machtmissbrauch durch die letzten drei Päpste (der "Papst"-Begriff leitet sich von Papa-Vater ab) ist ein gravierender Grund, sich auf das Jesus-Wort "Ihr sollt keinen unter Euch Vater nennen" zurückzubesinnen und das Papsttum als bibelwidrig zu betrachten.

https://bibeltext.com/matthew/23-9.htm

CC / Sayyad https://de.wikipedia.org/wiki/Ruhollah_Chomeini#/media/Datei:Portrait_of_Ruhollah_Khomeini_By_Mohammad_Sayyad.jpg

Ajatollah Khomeini, der in den Jahren zwischen 1979 und 1983 den Iran praktisch übernahm und die schiitische Entsprechung zur kurz davor erfolgten katholischen Fundamentalisierung war.

Der türkische Präsident Erdogan wurde hier im Westen scharf kritisiert, als er meinte, Türken weltweit sollten mehr Kinder bekommen, aber dass Abtreibungsverbot, Kondomverbot und wahrscheinlich auch Pornoverbot im Katholizismus genau dieselbe Wirkung haben, nämlich eine erhöhte Kinderzahl, und schon vorher eingeleitet wurden und als Auftakt zum Gebärkrieg der Religionen betrachtet werden können, blieb völlig unkritisiert im "Westen".

(Und ja, ich bin selbst katholisch)

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