Sie gilt als eines, wenn nicht das Qualitätsmedium am österreichischen Zeitungsmarkt: die Tageszeitung "Die Presse".

Allerdings ist es keine Qualität, wenn eine Tageszeitung wie "Die Presse" wegen korruptionsanfälliger Interessenkonflikte Wahrheiten vertuscht, ihre Machtposition mißbraucht, wenn "Presse"-Mitarbeiter als Eigenrecherche präsentieren, was sie von Lesern und -innen zugesandt bekamen, wenn sie von außen kommende Informationen verwerten, aber nicht die Quellen nennen.

Am augenfälligsten wird dieser Interessenskonflikt in der Person Michael Prüllers, der sowohl "Presse"-Redakteur, zeitweise stellvertretender Presse-Chefredakteur war und nun "Presse"-Autor und gleichzeitig Pressesprecher der Erzdiözese Wien ist.

Im Jahr 2012 veröffentlichte Michael Prüller den Artikel "Der Tod in Preussen", in dem er die These vertrat, eine Studie besage, dass der Katholizismus besser sei als der Protestantismus, weil im 19. Jahrhundert die offizielle Selbstmordrate unter Katholiken wesentlich geringer gewesen sei als unter Protestanten.

Dabei machte Prüller allerdings einen gravierenden Fehler: er betrachtete die offiziellen Daten völlig unkritisch, vielleicht deswegen, weil es sie als Katholizismuspropagandist unkritisch betrachten wollte.

In Wirklichkeit dürfte das katholische Selbstmordverbot und das Verbot, Selbstmörder in katholischen Friedhöfen zu beerdigen, zu einem hohen Maß an Korruption geführt haben, dazu, dass katholische Familien Ärzte und Leichenbeschauer bestachen, um die Todesursache Selbstmord zu vertuschen, damit Selbstmörder bei ihren Familien beerdigt werden konnten.

Ich schrieb das in einem Posting zu diesem Artikel, allerdings brachte Prüller keine Korrektur und wies in darauf folgenden Artikeln nicht darauf hin, dass er diese Sicht oder Interpretation von Außen geliefert bekommen hatte, sondern er informierte offenischtlich heimlich still und leise den Wiener Kardinal Schönborn, der sich darauf folgend in einem "Presse"-Interview gegen Korruption aussprach.

Vielleicht als Belohnung für diese journalistisch unkorrekte Vorgangsweise wurde Prüller im darauf folgenden Jahr Chefredakteur der katholischen Wochenzeitung "Der Sonntag".

Aber damit nicht genug: Prüller ist auch Referent am Institut für Religion in Psychiatrie und Psychotherapie .

Und hier kommt gleich die nächste Vertuschung durch die "Presse" ins Spiel:

nachdem ich einen Text zum den möglichen Hintergründen des Besuchs des Teheraner Bürgermeisters Hanachi in Wien an die "Presse" gesandt hatte, erschien dieser nicht.

Offensichtlich, weil die These, das Religionen wie Katholizismus und Islam wegen ihrer hohen Strenge vielfach nicht die Lösung psychischer Probleme, sondern ihre Ursache seien, ganz und gar nicht in das Konzept der mit dem Katholizismus auf Engste verflochtenenen Tageszeitung "Die Presse" passte.

https://www.fischundfleisch.com/dieter-knoflach/teheran-bgm-besuch-bitte-um-eskalation-wegen-putsch-59252

https://www.fischundfleisch.com/dieter-knoflach/geschlechtskrankheiten-und-selbstverletzung-bei-islamischen-frauen-59186

Der Konflikt zwischen Sexualtrieb und oft überstrenger religiöser Sexualmoral in Katholizismus und Islam führt oft zu psychischen Krankheiten wie Depressionen, Selbstverletzung, Masochismus (das "Sündengefühl" beim Ausleben des Sexualtriebs können viele nur dadurch kompensieren, dass sie sich beim Sex schlagen oder auspeitschen lassen, was übrigens schon Krafft-Ebing in seiner "Psychopathia sexualis" oder Picker in seinem Buch "Krank durch die Kirche" beschrieb.

Laut dem Institut für Religion in Psychiatrie und Psychotherapie darf es das natürlich nicht geben: laut ihm profitieren manche von Religion in Psychiatrie und Psychotherapie, auf alle Anderen hätte die Religion bzw. die Religionen keinen Einfluss, weder einen positiven noch einen negativen.

Anders, als es Prüllers Kolumnentitel "Culture Clash" suggeriert, haben Katholizismus und Islam oft gemeinsame Interessen. Und anders als suggeriert hat Mohammed, der Religionsgründer des Islam viele Aspekte des damaligen Christentums, beispielsweise die oft strenge Sexualmoral aus dem Christentum kopiert.

In den Kategorien Sexualmoral ähnelten sich (insbesondere der frühere) Katholizismus und der Islam; in der Frage der krichelichen Würdenträger ist der Katholizismus sogar noch patriarchaler als der Islam, insofern, als Frauen unter gar keinen Umständen Würdenträger werden können, während die Imamin der Goethe-Ibn-Ruschd-Meschee, Sexran Ates, zwar ein extremer Einzelfall, ober trotzdem möglich ist. In vielen Variationen des Protestantismus sind weibliche Bischöfinnen völlig normal, und ihre theologische Fundierung finden sie in den apostelähnlichen Maria Magdalena oder Bischöfin Junia.

In anderen Fällen Informationen, die einem von Lesern zugetragen werden, nicht zu veröffentlichen, mag weniger dramatisch sein, aber in Anbetracht der Tatsache, dass ich Publizität gebraucht hätte (auch wegen der Bildung eines Wahlbündnisses) und obdachlos bin, stellt die Nichtangabe des Informationslieferanten durch die Tageszeitung "Die Presse" ein Phänomen dar, das in krassen Mißverhältnis zur angeblich sozialen Ader des Katholizismus steht.

Vor die Wahl gestellt, PR-Arbeit für die Katholische Kirche zu machen, oder einem Bedürftigen beim Durchbruch zu helfen und ihm die Meriten für seine Recherchen zukommen zu lassen, entschieden sich einzelne oder mehrere Mitarbeiter der "Presse" für ersteres.

Gebeutelt von unaufgelösten Widersprüchen und Interessenskonflikten, und dennoch unkritisiert, weil alle Parteien mit der "Presse"-nahen ÖVP koalieren wollen: Tageszeitung "Die Presse", selbsternanntes Qualitätsmedium.

D. Knoflach

Von der "Presse" zur Lückenpresse, die wichtiges verschweigt ?

Der Verdacht, dass die "Presse" meinen Text zu Hanachi und den möglichen Hintergründen seines Besuchs so kurz vor der Wahl an Trump oder seine Amdnistration leakte und dass das der Grund für die Entlassung John Boltons war, besteht nach wie vor.

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