Die neue Wiener nicht-amtsführende FPÖ-Stadträtin Ulrike Nittmann (die Schock ersetzte), forderte Frauenwaggons in Strassenbahn und U-Bahn.

https://kurier.at/politik/inland/fpoe-stadtraetin-nittmann-will-u-bahn-waggons-nur-fuer-frauen/400450654

Ich möchte dem krass widersprechen.

Ebenso wie der Krampustag (5. Dezember) bzw. die Nacht dazu eine Möglichkeit war, unter dem Schutz einer anonymen Krampusmaske den Frauen, die einem im vergangenen Jahr eine Absage erteilten, zu prügeln bzw. zu peitschen, ebenso kann man die Strassenbahn als eine Möglichkeit sehen, in der das möglich ist, was ansonsten unmöglich ist in unserer hypermoralischen Gesellschaft: nämlich sexuelle Belästigung.

Bei einem Strassenbahn-Bremsmanöver "aus Versehen" ;) auf eine Dame zu fallen, ihre Brüste oder ihren Hintern zu berühren, zu packen, ist eine der wenigen Möglichkeiten, in unserer hyperregulierten Gesellschaft genau das zu tun.

Und nicht nur das: man kommt oft durch damit; ein kleines "Tschuldigung" und die Frau antwortet: "Macht doch nichts, kann doch passieren in so einer Situation".

Und genau solche Äußerungen sind eine Art subjektives Einverständnis der Frau, und damit genau das subjektive Gefühl, das Nittmann in ihrem Vorschlag ansprach.

Natürlich braucht eine derartige Form, aufgestautes Testosteron abzubauen, eine Art Regulierung, eine Art der Verrechtlichung, und die Bedingungen dafür könnten ähnlich wie bei der verpflichtenden babylonischen Tempelprostitution folgende sein:

1.) Nur Junggesellen dürfen auf diese Art sexuell belästigen, Verheiratete, Verlobte oder Männer mit fixer Freundin nicht. Ein Verheirateter oder Verlobter oder Fix-Freundin-Habender muss im Falle des Erwischtwerdens Strafe zahlen.

2.) Alle Frauen, die älter sind als 18 Jahre, müssen mindestens einmal im Monat in einem der gekennzeichneten Belästigungswaggons fahren, für mindestens eine Stunde, und sie müssen die Bereitschaft haben, sich sexuell belästigen zu lassen, und zwar auch und insbesondere von völlig fremden Männern.

3.) Diese Regelungen mit der vorgeschriebenen sexuellen Belästigung im Strassenbahnwaggon gelten nur solange, wie der Männerüberschuss, der durch die asymmetrische Zuwanderung entstanden ist (es kamen wesentlich mehr Männer als Frauen), anhält. Wenn andere Massnahmen zu einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis führen, dann gelten Belästigungswaggon-Bestimmungen nicht mehr.

4.) Frauen auszuziehen oder mit Was-Auch-Immer in sie einzudringen, ist nicht erlaubt. Berührt werden darf nur die Kleidung, die Körper und Geschlechtsteile bedeckt.

5.) Begleitend mit der Einführung der Belästigungswaggons sind auch Medienkampagnen zu führen, die darauf hinauslaufen, dass die Belästigung von Frauen ein Zeichen der Versöhnung im angespannten Geschlechterkampf ist (gerade in letzter Zeit ist in Zusammenhang mit asymmetrischer Zuwanderung/Flucht die Rivalität der Männer um die knapper werdende Ressource Frau gewalttätiger und intensiver geworden), und dass Männer, die in Belästigungswaggons belästigen und hinterher außerhalb der Waggons vergewaltigen, strengere Strafen zu erwarten haben. Zu diesem Zweck sind auch Registrierung oder Überwachung vorzusehen.

6.) Die Burka oder das islamische Kopftuch schützt nicht vor sexueller Belästigung. Die Religion und das Kopftuch, das laut Koran-Interpretationen angeblich vor sexueller Belästigung schützt, schützt im Belästigungswaggon nicht.

Der Vorschlag von Nittmann ist nämlich wahrscheinlich in mehrerlei Hinsicht irreführend und kontraproduktiv: mögen auch exklusive Frauenwaggons die Frauen schützen, solange sie im Waggon sind, so besteht wahrscheinlich die Gefahr, dass sie eben deswegen außerhalb der Frauenwaggons öfter belästigt oder vergewaltigt werden. Man könnte das den Spill-Over-Effekt oder den Verlagerungseffekt nennen.

Sehr viele Männer könnten ziemlich zornig werden, wenn ihnen die klassische Belästigungsmöglichkeit im bremsenden Strassenbahnwaggon genommen wird, was im Endeffekt mehr und gewalttätigere Vergewaltigungen und Belästigungen zur Folge haben kann.

Die Ähnlichkeit der Belästigungswaggonpflicht für alle Frauen über 18 Jahre hat natürlich eine gewisse Ähnlichkeit mit der mutmasslichen altbabylonischen Tempelprostitutionspflicht, die auch damit zusammenhing, dass Babylon als Handelszentrum einen Männerüberschuss hatte (die Handelsreisenden waren damals ausschliesslich Männer), der zu Vergewaltigungen und Morden, um die Vergewaltigungen zu vertuschen, führte, bis die Tempelprostitutionspflicht eingeführt wurde.

?? http://www.krampusshop.at/krampus-und-perchtenmasken/neue-krampus-hexen-und-perchtenmasken/2146/krampusmaske-ainberger

Krampuskostüm ermöglicht(e) den Männern, in der Nacht vom 5. auf 6. Dezember anonymisiert das rauszulassen, was in ihnen steckt, nämlich den Teufel, und schlagende oder peitschende Rache zu üben für Absagen und Sexverweigerungen verführerischer Frauen, die sie im vergangenen Jahr erhielten. Dieser alpine Brauch hat wie viele Bräuche einen tieferen Sinn.

Die altbabylonische Tempelprostitutionspflicht erfolgte in Tempeln, die der Göttin Ischtar geweiht waren, der Göttin der Liebe, der sexuellen Begierde und des Krieges, was im Übrigen eine interessante Kombination ist, was ganz gut zu einem "Sex und Aggression"-Artikel passt, den Gerti Senger in der letzten Wochenend-Krone schrieb.

CC / gryffindor https://de.wikipedia.org/wiki/I%C5%A1tar#/media/File:Pergamon_Museum_Berlin_2007112.jpg

Symboltier von Ischtar, der altbabylonischen Göttin von Liebe, Sex und Krieg war eine Löwin. Irgendwie passend, denn Löwinnen töten auf der Jagd alle möglichen Arten von Tieren, zum Beispiel Gazellen.

Ob die Erfüllung der sexuellen Begierden der Männer manchmal eine Belohnung für Frauenbefreiung war, die die Männer im Krieg leisteten, ist unbekannt, schliesslich liegt das babylonische Zeitalter schon ziemlich lange zurück, nämlich 3000 Jahre, aber es erscheint nicht ausgeschlossen. Und vor ca. 3000 Jahren war Babylon phasenweise die bevölkerungsreichste Stadt der Welt. Wir reden hier also nicht von irgendeiner Kleinigkeit.

Ob es babylonische Tempelprostitution tatsächlich gab, ist heute umstritten, es gibt einige Hinweise darauf.

Die schiitische Zeitehe könnte eine Art Modifikation der altbabylonischen Prostitution sein, allerdings mit der Auflage, dass sie durch einen schiitischen Kleriker genehmigungspflichtig ist, während im alten Babylon Anwesende im Tempel eher eine Wach- und Sicherheitsfunktion gehabt zu haben schienen, damit zu hoher Gewalt ein Riegel vorgeschoben werden konnte.

http://www.spiegel.de/spiegel/a-684975.html

Spiegel http://www.spiegel.de/spiegel/a-684975.html

antike Wandmalerei, die möglicherweise Tempelprostitution zeigt

0
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
0 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

Noch keine Kommentare

Mehr von Dieter Knoflach