Kardinal Schönbon bestätigt meine Kritik an katholischen Mißständen

In einem Intverview mit dem bayrischen Rundfunk bestätigte der Wiener Kardinal Schönborn Kritik an Mißständen im Katholizismus wie der "Zwangsverheiratetbleibung", die ich seit vielen Jahren übe.

https://www.fischundfleisch.com/dieter-knoflach/katholische-eheunaufloeslichkeit-ist-zwangsverheiratetbleibung-24900

https://www.fischundfleisch.com/dieter-knoflach/katholisches-scheidungsverbot-und-metoo-als-mit-ursache-von-haeuslicher-gewalt-50505

Dennoch bleibt das Interview mangelhaft, und die katholische Kirche in vielfach weltfremder Theologie verhaftet.

In der Praxis gibt es immer ein Machtungleichgewicht, z.B. zwischen physisch-Stärkeren und physisch-Schwächeren. Was in der Praxis auch zwischen Männern und Frauen bedeuten kann; allerdings auch zwischen schwächeren Männern und stärkeren Männern.

Weshalb die Reduktion der Machtfrage auf die Geschlechterfrage falsch ist. Auch der Zwangszölibat gehört thematisiert: Paulus sagte: "Es ist besser zu heiraten, als zu brennen", dabei machte er für Kleriker keine Ausnahme. Auch der erste Papst, Petrus war verheiratet und hatte Kinder. Wieso sollen also katholische Kleriker nicht heiraten dürfen und legale Kinder haben dürfen ? Nur weil die katholische Kirche im 14. Jahrhundert glaubte, dadurch ihren Besitz erweitern zu können ? Genau dieses Eheverbot bei Klerikern dürfte einer der Hauptgründe für die sexuellen Übergriffe sein, eine der "Strukturen", die laut Schönborn Mißbrauch erzeugen, die aber nicht das ist, was Feministinnen als "patriarchale Struktur" verstehen würden.

Ich stimme zu, dass die Geschlechterfrage ein Problem der katholischen Kirche ist.

Aber als religiöser Mischling mit Vater aus katholischem Milieu und Mutter aus lutheranischem Milieu können mir die Fehler relativ egal sein: wenn ich Interesse daran habe, gehe ich einfach in einen protestantischen Gottesdienst, der von einer Frau gehalten wird, und das oft sehr gut.

Die Abstimmung mit den Füssen ist vielleicht das Beste, um die schwer bewegliche katholische Kirche in Bewegung zu bringen.

Ähnlich vielleicht wie mein Kirchenbeitragsstreik anläßlich der Behauptung des früheren Salzburger Weihbischofs, die Toten bei der Loveparade 2010 in Duisburg seien von Gott bestraft worden wegen angeblich unzüchtigen Verhaltens.

https://www.fischundfleisch.com/dieter-knoflach/moraltheologische-aspekte-des-rallyesports-35074

Auch die sehr problematische Interpretation der alttestamentarischen Bibelstelle "Seid fruchtbar und mehret Euch", ohne den Nachsatz "Bis die Erde bzw. das Land voll ist", zu zitieren, wird nicht erwähnt.

Zahlreiche katholische afrikanische Bischofskonferenzen haben das Mindestheitratsalter auf 14 Jahre herabgesetzt, was zu Kriegen, Hungernöten und Flüchtlingswellen beiträgt.

Auch das Kondomverbot der katholischen Kirche ist meiner Meinung nach das Gegenteil dessen, was in der Bibel steht, weil weder die zu Zeit Jesu gebräuchlichen Kondome aus Fischblasen noch die aus Schafsdärmen in der Bibel verboten sind, was man als Erlaubnis betrachten kann.

Der Publizist Adolf Holl sprach einmal vom "Unsinn institutionalisierter Religion". Und ein Problem ist, dass das Studium der katholischen Theologie fast eine berufliche Einbahnstrasse ist, dass man als katholischer Kleriker praktisch nirgendwohin wechseln kann, was eine extreme Abhängigkeit bedeutet.

Daran würde auch eine Verfassung der katholischen Kirche und Kontrollen nichts oder nur wenig ändern, wie das der ehemalige Caritas-Chef Schüller vorgeschlagen hat

https://kurier.at/chronik/oesterreich/schueller-haessliche-auswucherung-eines-ungesunden-systems/400401242

Ich sehe bei der katholischen Kirche nach wie vor keine wirkliche Bereitschaft zu wirklicher Reform. Daher ist Wechseln vielleicht wirklich besser als ewig auf Reform zu hoffen.

Die Aussage von Schönborn, dass die Hoffnung nie sterbe, ist für viele Menschen grundfalsch. Sie haben die Hoffnung schon längst aufgegeben. Der katholischen Kirche könnte es gehen wie dem Islam bzw. vielen seiner Strömungen: die Klugen gehen, die Fundamentalisten bleiben.

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