Kosovo-Krieg ´99: linker Krieg zur Erzwingung muslimischer Flüchtlingsaufnahme ?

Heuer jährt sich zum zwanzigsten Mal der Kosovo-Krieg des Jahres 1999, indem mehrere nordamerikanische und europäische Staaten eine Art Ultimatum gegenüber Serbien / Jugoslawien aussprachen.

Dieser Krieg wurde damals sehr isoliert betrachtet; heute hingegen besteht die Möglichkeit, ihn in Kontext der Flüchtlingswelle 2015 ff. zu setzen.

Die serbische Position im Kosovokrieg war, dass zahlreiche der im Kosovo aufhältigen (muslimischen) Albaner keine Kosovo-Albaner seien, sondern illegal aus Albanien in den Kosovo eingewanderte, bzw. ihre Nachkommen.

Zahlreiche nordamerikanische bzw. europäische Regierungen (hauptsächlich links) reagierten darauf mit einem "Menschenrechtsultimatum": Serbien müsse den im Kosovo aufhältigen Albanern, egal, ob illegal Eingewanderte, Flüchtlinge oder Autochtone volle Menschenrechte gewähren, inklusive Religionsfreiheit, also Freiheit zum Islamischen Glauben, ansonsten hiesse das Krieg.

Und islamische Religionsfreiheit heisst natürlich auch Geburtendschihad: die Kosovo-Albaner hatten wie die allermeisten Muslime hohe Geburtenraten, was seit vielen Jahrhunderten zur kriegsähnlichen schrittweisen Übernahme von Städten wie z.B. Konstantinopel/Istanbul (das früher einmal die Hauptstadt des oströmischen, ostchristlichen Reichs gewesen war) oder von Staaten oder Regionen wie z.B. Kosovo oder Bosnien führen kann.

Die Frage des Geburtendschihad wurde im Kontext des Kosovo-Krieges nicht thematisiert in den Westmedien. Einen Staat durch Geburtendschihad zu übernehmen ("feindlich zu übernehmen", wie Sarrazin das in einem Buchtitel nannte), wurde vom Westen damit implizit zum islamischen Menschenrecht erklärt.

Damals regierten in den USA die Demokraten (Clinton-Administration); US-Aussenministerin Madeleine Albright scheint die treibende Kraft dieses Krieges gewesen zu sein, geriet aber eben dadurch innerhalb der Clinton-Administration in Mißkredit. Kritische administrationsinterne Stimmen wie z.B. die Sandy Bergers wurden übergangen.

Albright hatte wie viele Jüdinnen und Juden eine voreilige Parallele zwischen der Belagerung Sarajevos 1992-1995 und der Belagerung des jüdischen Ghettos in Warschau im Zweiten Weltkrieg gezogen, ebenso wie voreilige Parallelen zwischen dem Hitler-Stalin-Pakt zur Teilung Polens 1939 und dem Tudjman-Milosevic-Abkommen zur Teilung Bosniens 1991.

Aber auch bei den anderen Teilnehmerstaaten regierten linke, proislamische Regierungen, wie zum Beispiel die rot-grüne Regierung Deutschlands (Kabinett Schröder-Fischer), das Kabinett Jospin (Sozialistische Partei) in Frankreich, die Labourregierung Blair (die aber immerhin noch am islamkritischsten war, typisch für den dritten Weg Blairs, der in mancherlei Hinsicht zentristisch war).

Das Erstaunliche ist, dass diese Regierungen von Serbien 1999 das genaue Gegenteil dessen forderten und mittels Krieg durchsetzten, was ihre Staaten 2015 ff. in der Syrienflüchtlingskrise zu leisten bereit waren.

Mit demselben oder einem ganz ähnlichen Argument, mit dem "der Westen" 1999 Serbien bombardierte, hätte er 2015 ff. sich selbst bombardieren können oder müssen, wegen der Nichtaufnahme von Moslems.

Dieser Doppelmoral, diesen Double Standards entsprechen auch die Fehler des folgenden ICTY (International Criminal Tribunal for former Yugoslavia), das hauptsächlich Serben verurteilt hatte, und wahrscheinlich auch den serbischen Staatschef Milosevic wegen Genozids verurteilt hätte, wenn er nicht vorher gestorben wäre, das Mladic wegen Genozids (Srebrenica) verurteilte, das aber nicht einmal den Moslemführer Alija Izetbegovic wegen billigender Inkaufnahme von Kriegsverbrechen angeklagt hatte, obwohl er angeklagt werden hätte müssen: denn den historischen Quellen zufolge neigten serbische Militäreinheiten mindestens seit den ersten Balkankriegen 1912/1913 dazu, die hohen Geburtenraten der Muslime durch Kriegsverbrechen zu korrigieren, was Izetbegovic als Teilnehmer des Zweiten Weltkriegs wahrscheinlich wusste.

Dennoch tat Izetbegovic nicht nur nichts, um die islamischen Geburtenraten auf die der Serben und Kroaten zu senken, sondern im Gegenteil tat er alles in seiner Macht stehende, um die Geburtenrate der bosnischen Muslime zu erhöhen, obwohl er mutmaßlich wusste, dass die traditionelle, fast kriegsgewohnheitsrechtliche Reaktion serbischer Truppen darauf Kriegsverbrechen sind, weshalb man Izetbegovics Politik vermutlich als billigende Inkaufnahme von Kriegsverbrechen betrachten muss. Die Nichtanklage Izetbegovics durch das ICTY bzw. seine Ankläger ist daher die für Kriegsverbrecher tribunale fast schon übliche Doppelmoral und Fehlerhaftigkeit:

bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen wurde die Nazielite wegen Angriffskrieges gegen Polen verurteilt, die Sowjetelite hingegen nicht, obwohl im Hitler-Stalin-Pakt und dem Zusatzprotokoll die militärische Teilung Polens zwischen Nazideutschland und Sowjetunion vereinbart worden war. Die darin ebenfalls vorgesehene militärische Eroberung des Baltikums durch die Sowjetunion und die darin geschehenen Kriegsverbrechen waren nicht Gegenstand der Nürnberg-Prozesse, genausowenig wie das Katyn-Massaker an polnischen Zivilisten und entwaffneten polnischen Offizieren durch die Rote Armee.

Auch die militärisch überflüssigen und fast nur Zivilisten tötenden alliierten Bombardements auf deutsche Städte (z.B. Dresden) ganz am Ende des Zweiten Weltkriegs, als Nazideutschland bereits technisch k.o. war, waren niemals Gegenstand auch nur einer Anklage/Untersuchung bei einem Kriegsverbrecherprozess.

Ähnlich von Doppelmoral geprägt die Tokioter Kriegsverbrecherprozesse, als die japanische Politelite (mit Ausnahme des Tennos) wegen Dingen verurteilt wurden, wegen derer andere Mächte nicht einmal angeklagt wurden; dazu mein Blog zu Radhabinod Pal.

https://www.fischundfleisch.com/dieter-knoflach/wuerdigung-fuer-radhabinod-pal-60597

Der Kosovokrieg und die darauf 2008 folgende Abspaltung des Kosovo von Serbien wurde vom russischen Präsidenten Wladimir Putin als Erlaubnis für die sogenannte "Annexion der Krim" gewertet, eine durchaus vertretbare Position, die von hellsichtigen Völkerrechtlern prognostiziert worden war, wie z.B. in der FAZ, in der Völkerrechtler das Vorgehen des Westens im Kosovo als die Schaffung eines gefährlichen Präzedenzfalles bezeichneten.

https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/f-a-z-gastbeitrag-kein-recht-auf-abspaltung-1515789.html

Schlussabsatz des Völkerrechtsprofessors Dr. Nolte von der Ludwig-Maximilians-Universität in München:

"Einseitige Auslegungen von Sicherheitsratsresolutionen begründen aber Präzedenzfälle, die in anderen Fällen gegen die westlichen Staaten gerichtet werden. Sie schwächen die Handlungsfähigkeit und die Autorität des Sicherheitsrates, welche die westlichen Staaten sonst gern in Anspruch nehmen. Es könnte sich herausstellen, dass die westlichen Staaten um einer kurzfristigen Linderung einer regionalen Spannungslage willen einen Präzedenzfall gesetzt haben werden, der ihnen an anderem Ort noch erhebliche Schwierigkeiten bereiten wird - etwa in Georgien. Es liegt in der politischen Verantwortung der westlichen Regierungen, ob sie eine mit guten Gründen bestreitbare völkerrechtliche Rechtsauffassung zur Grundlage ihrer Politik machen möchten."

Ich möchte Professor Nolte meine Hochachtung für diese weitgehend zutreffende Krisenprognose aus dem Jahr 2008 aussprechen. Wie es seit vielen Jahrtausenden Prophetenschicksal und Kassandraschicksal ist, blieb er mit seinen weitgehend richtigen Warnungen ungehört.

https://www.nzz.ch/die_anerkennung_kosovos_als_ermessensfrage-1.663183

CC / Tomislav Jagust https://de.wikipedia.org/wiki/Kosovokrieg#/media/Datei:Kosovo_War_header.jpg

Bilder aus dem Kosovokrieg 1999

"Das ist schlimmer als ein Verbrechen, das ist ein Fehler", sagte der französische Aussenminister Talleyrand so um ca. 1800.

Ähnliches könnte man über Kosovo-Krieg 1999 und Kosovo-Anerkennung 2008 auch sagen: sie führten zur sogenannten "Annexion" der Krim, zu einem Huntington´schen Konflikt zwischen ostchristlicher Kultur und westchristlicher Kultur, der auch die UNO lahmlegte, weil sowohl die Westchristenstaaten USA, GB und F als auch andererseits der proserbische Ostchristenstaat Russland ein Vetorecht im UNO-Sicherheitsrat haben. Und der Kosovo-Krieg war wahrscheinlich auch einer Gründe, warum Russland sich am Syrienkrieg beteiligte und diesen in seinem Sinne entschied. In 50 Jahren werden Historiker vielleicht herausgefunden haben, ob Putin absichtlich syrische Flüchtlingswellen nach Europa auslöste, um sich für Kosovokrieg, Irakkrieg oder was-auch-immer zu rächen. Ob auch die Katalonienkrise eine Folge der Kosovo-Abspaltung ist, ist umstritten; auf jeden Fall hat Spanien den Kosovo nicht anerkannt, wegen der Befürchtung, damit würde die Abspaltung Kataloniens von Spanien befördert.

Alles in Allem sind Kosovo-Krieg und Kosovo-Anerkennung in etwa das, was die Autorin Barbara Tuchman im gleichnamigen Buch als "Torheit der Regierenden" bezeichnete.

Noch ein Wort zum frischgebackenen Literaturnobelpreisträger Peter Handke, der als proserbisch gilt.

Er hatte in einem seiner Serbien betreffenden Bücher vom "Genozid in S." geschrieben, womit wahrscheinlich Srebrenica gemeint war, und eine Art "Guter Milosevic, böser Mladic"-Rhetorik vertreten.

Allerdings bedeutet juristisch Genozid absichtliche Ausrottung eines Volkes; während es im journalistischen Sprachgebrauch "nur" Tötung einer großen Zahl von Angehörigen eines anderen Volkes bedeutet, egal, ob mit Absicht oder nicht, und falls mit Absicht, dann egal, mit welcher Absicht.

Gerade im Falle von Ratko Mladic , dem Oberbefehlshaber der bosnisch-serbischen Armee ist sehr fraglich, ob eine genozidale Absicht vorlag, oder eine Absicht, die Muslime zu Geburtenkontrolle zu bewegen, oder eine Absicht, die Bevölkerungsverhältnisse von 1991/1995 (40% Moslems, 32% Serben, 20% Kroaten), die man als Vertragsgrundlage für den Dayton-Vertrag betrachten kann, stabil zu halten, um auch den Dayton-Vertrag zum langfristigen Funktionieren zu bringen. Während die jetzige Situation und die durch den islamischen Geburtendschihad geänderten Mehrheitsverhältnisse (52% Muslime, 28% Serben, 17% Kroaten) eine gute Grundlage für alle Seiten sind, diesen Vertrag für clausula-rebus-sic-stantibus-obsolet (also ungültig wegen Wegfallens der Vertragsgrundlage) zu erklären; ein Grund für die nachhaltige Krise Bosnien-Herzegowinas.

Mit anderen Worten: in der Mladic-Genozidabsichtsfrage ist der allgemein als proserbisch eingestufte Handke antiserbisch, und niemand bemerkt es, ein Indiz für die fast völlige Verblödung der politisch-medialen Klasse in westlichen Demokratien ?

Und Handke tut in diesem Fall genau dasselbe, was er den "Westmedien" vorwirft: er schreibt unüberprüft die Artikel der "Westmedien" ab; gerade Handke hätte als ehemaliger Jusstudent (Jurastudent) die Voraussetzung gehabt, besser zu prüfen, als die Durchschnittsjournalisten, auf die der "Journaille"-Begriff (Mischung aus "Journalismus" und "Kanaille"; bedeutet in etwa "Medienschurke" ) eines Karl Kraus oder der Schüttelreim von Fritz Grünbaum zutrifft: "Man kann, wenn sie Bericht erstatten, genau, wer sie besticht, erraten".

Ich nahm in den vergangenen Tagen an einer Veranstaltung im Heeresgeschichtlichen Museum teil, bei der Handke von FPÖ-nahen Universitätsprofessoren das Österreichertum abgesprochen wurde, ohne auf seine Thesen und eine tiefergehende Diskussion und Analyse einzugehen. Frei nach dem Motto "Über unsere eigene Kriegspropaganda reden wir nicht, schon gar nicht kritisch".

Österreich sympathisierte damals mehrheitlich mit dem Krieg; und auch unter der Minderheit, die den Krieg ablehnte, dominierten keine wirklich guten "Argumente", sondern entweder simpler Pazifismus, der jeden Krieg ablehnt oder sogar jede bewaffnete Kraft, wie z.B. die Polizei, oder unter Kommunisten eine Solidarität mit Milosevic, nur weil er aus der kommunistischen Partei Serbiens/Jugoslawiens gekommen war; ein "Argument", das auch bei Handke ausschlaggebend bzw. wichtig sein könnte, neben dem "Argument", dadurch mehr Bücher in Serbien zu verkaufen.

Der Kosovo-Krieg erfolgte ohne Mandat des UNO-Sicherheitsrats, was von Vielen als die erforderliche völkerrechtliche Grundlage betrachtet würde; und er erfolgte auch ohne Rückgriff auf ältere UNO-Sicherheitsratsresolutionen, wie das im Irakkrieg von 2003 passierte.

Der damalige deutsche Kanzler Schröder hatte, nachdem er mit Spitzengehalt zum russischen Konzern Gazprom gewechselt war, diesen Krieg (den Kosovo-Krieg), den er selbst betrieben hatte, als "völkerrechtswidrig" bezeichnet.

Das ICTY-Urteil zu Ratko Mladic (ihn einerseits wegen des Massakers von Srebrenica 1995 genozid-schuldig zu sprechen, ihn aber andererseits wegen früherer Genozid-Anklagen unschuldig zu sprechen) kann man als Indiz für meine These betrachten, die gescheiterte UNO-Weltbevölkerungskonferenz in Kairo von 1994, in der nur unverbindliche Appelle herauskamen, die von religiösen Vorschriften außer Kraft gesetzt wurden, sei mitbeteiligt am Srebrenica-Massaker.

Ähnlich wie der islamische Geburtendschihad, der sich aus der Sure "Die Frauen seien Euch ein Acker; geht zu ihnen, so oft ihr wollt" ableitet, gibt es auch im Katholizismus Aspekte von Geburtendschihad: erstens das seit 1979 geltende Kondomverbot, zweitens das ebenfalls seit 1979 geltende Abtreibungsverbot, drittens die Falschzitierung der Genesis-Passage "Seid fruchtbar und mehret Euch!" ohne den Zusatz "bis die Erde voll ist!", den man auch als Mehrungsverbot nach Erdfüllung, also als Verbot an jedes Paar, nach Erdfüllung mehr als 2 Kinder zu haben, sehen kann.

Der Paradigmenwechsel vom liberalen Katholizismus, der Familien- und Geburtenplanung zur privaten Gewissensfrage erklärte, zum konservativ-totalitären Katholizismus, der Familien- und Geburtenplanung zu einer Frage der vom Vatikan zu regelnden Dogmatik erklärte, war der Papstwechsel zu Woytila, Ratzinger und Bergoglio ab 1978.

Die Spaltung der Welt in eine westchristlich-muslimische Allianz gegen das Ostchristentum zeigt sich auch in der Frage der Kosovo-anerkennenden Staaten:

CC / Alethiareg et al. https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Anerkennung_des_Kosovo#/media/Datei:CountriesRecognizingKosovo.svg

Kosovo-Anerkennende im islamischen Grün

P.S.: ich ersuche um Verständnis dafür, dass ich auf südslawische Sonderzeichen verzichte. Ich könnte sie verwenden, aber das wäre in meiner Konstellation zu mühsam und zu aufwändig, sodass ich vorziehe, mich auf andere Dinge zu konzentrieren.

Mehr Bilder zum Kosovokrieg 1999:

3
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
6 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

Tourix

Tourix bewertete diesen Eintrag 10.11.2019 16:38:47

Dieter Knoflach

Dieter Knoflach bewertete diesen Eintrag 10.11.2019 14:20:37

Miki

Miki bewertete diesen Eintrag 10.11.2019 13:58:20

1 Kommentare

Mehr von Dieter Knoflach