Liberale, die Steigbügelhalter des Monopolkapitalismus

Nick Clegg, früherer Parteichef der britischen Liberaldemokraten und ehemaliger Koalitionspartner der britischen Konservativen während der Cameron-Ära und eine der Hauptpersönlichkeiten der ALDE, der europäischen Liberalen, denen auch die österreichischen NEOS und die deutsche FDP angehören, wurde heute Leiter der Unternehmenskommunikation bei Facebook.

Nun ist Facebook nicht nur irgendein klitzekleines Startup, sondern einer der bedrohlichen Monopolisten in der angeblich "schönen, neuen Welt" der Internetkommunikation.

https://de.wikipedia.org/wiki/Nick_Clegg

Eigentlich wäre es eine gute Idee, Facebook zu zerschlagen, wegen marktbeherrschendere Stellung, eigentlich wäre es eine gute Idee, Facebook Schnittstellen vorzuschreiben, die seine marktbeherrschende Stellung brechen, aberaber mit den Liberalen und mit Nick Clegg scheint das nicht zu machen zu sein. Auch Max Schrems sollte sich einmal fragen, ob er nicht mit dem Beitritt zur falschen Partei ein unabsichtlicher Unterstützer desjenigen Konzerns ist, den er zu bekämpfen vorgibt. Aber auch dazu von Max Schrems bisher keine Stellungnahme, soweit meine Wahrnehmung reicht.

Facebook bewegt sich auch aus der Sphäre der sozialen Netzwerke, die durch Facebooks Monopolkapitalismus asoziale Netzwerke werden, hinaus und erobert andere Branchen, wie zum Beispiel Virtual Reality über seine Subfirma Oculus, die Facebook vor einigen Jahren übernahm.

Von den NEOS gibt es bis jetzt keine Stellungnahme bezüglich ihrem früheren Parteikollegen Clegg, der nur hervorragend verdient dadurch, einen kapitalistischen Fast-Monopolisten zu verteidigen.

Lieber spielen die NEOS, die schon öfter durch neoliberale Positionen aufgefallen sind, die politisch korrekten grünen Frösche, nur weil sie tun, als wären sie diejenigen, die die Verfassungsmehrheit für die Verankerung des Wirtschaftsstandort verweigern, obwohl sie mit 5% natürlich weit entfernt sind von einer Verfassungssperrminderheit (dafür bräuchten sie 33,4% und somit ca. siebenmal soviele Stimmen, wie sie haben).

Aber in der grünen Krise wollen natürlich alle grün sein, auch die NEOS, insbesondere von ihrer Verflechtung mit dem Monopolismus abzulenken.

Vielleicht werden uns die NEOS ja mit der verhaltensauffälligen Position "beglücken", der Monopolkapitalismus erhöhe die Preise und nutze damit auch der Ökologie, weil sich viele arme Leute die überhöhten Preise, die eine Folge des Monopolkapitalismus sind, nicht mehr leisten können, was auch ökologisch positive Aspekte haben kann, aber zu einem sozial extrem hohen Preis. Unter Monopolrente versteht man in der Wirtschaftswissenschaft die durch viele Monopole und den Konkurrenzmangel verursachten künstlich erhöhten Preise und Gewinne.

Auch auf der Game City am Wiener Rathausplatz war facebook mit Oculus vertreten, mit voller Zustimmung der rot-grünen Wiener Landesregierung und des Bürgermeisters Ludwig (SPÖ).

D. Knoflach

Shiny happy people: die Facebook-Oculus-Werbung vertuscht den quasi-monopolistischen Charakter von Facebook mit einem lächelnden Gesicht.

R.E.M.: Shiny happy People laughing; der Einzige, der in diesem Fröhlichkeitsrausch bei Verstand bleibt, ist der alte Mann, der vorher hinter den Kulissen alleine die harte Arbeit machte; geniales Video von REM, B-52s: Michael Stipe (REM) sagte einmal, es sei ein Song für Kinder, also sehr passend zu Kinderkanzlern wie Kurz und zur "Infantilisierung der Demokratie" durch das Kinderwahlrecht (Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre), wie der frühere ORF-Generaldirektor Gerd Bacher das einmal nannte. Und so passend auf die Facebook-Fröhlichkeit: Facebook hat sogar den "Dislike"-Button verboten, in der Absicht, mehr Happiness, also Fröhlichkeit zu erzeugen. Das "Dislike"-Button-Verbot ist so gesehen eine Fröhlichkeitsdiktatur. Erreicht hat Facebook dadurch eher das Gegenteil: eine Aufwertung des Extremismus, der die meisten Dislikes kassiert hätte, wenn das Dislike-Button-Verbot nicht erfolgt wäre. Und es ist auch eine Variation auf "Wir amüsieren uns zu Tode" des Medientheoretikers Neil Postman (Zitat daraus: "Fernsehen wurde nicht für Idioten geschaffen, es erzeugt sie" ). Die Fröhlichkeitsberauschten in diesem Video erinnern auch sehr an den früheren NEOS-Chef Matthias Strolz, hier in typischer Grinse-Pose, um durch Fröhlichkeit von den Inhalten der Politik seiner Partei abzulenken:

CC / zug.gem. Gugganij

Matthias Strolz, Liberale: Bürgerbewegung oder Bürgerausplünderungsbewegung ?

Hier der Link zu den Lyrics, also dem Text von "Shiny happy people".

Somit stellt sich wohl nur die Frage, ob Facebook die Politik so auslacht wie Mark Zuckerberg bei seinen Kongresshearings, bei denen die alten Knacker in der US-Politik ihre Technikahnungslosigkeit darstellen konnten, die Zuckerberg bereits ermöglichten, ein Quasi-Monopol zu erreichen.

Die Zuckerberg-Hearings waren ein Paradebeispiel, wie ein IT-Oligarch die Politik oder die Zuseher und Wähler verarscht: Facebook sei gratis, so Zuckerberg, der verschwieg, dass man bei Facebook durch Verlust der Kontrolle über die eigenen Daten und durch Computerüberlastung durch Werbespamming, die man auf anderen Plattformen natürlich nicht bezahlt, natürlich bezahlt.

Zuckerberg pries Facebook als globales Verständigungsmedium, und liess die Sprachbarrieren, Sperren, Facebook-Hate-Speech und Blasenbildungen unerwähnt. Zuckerberg entschuldigte sich, ohne ein konkretes Wort zu sagen, was er in Zukunft anders machen will, was man auch als "Leckt´s mich doch !" interpretieren kann. Zuckerberg verschwieg die Marktdominanz und nannte Facebook idealistisch und optimistisch. Welchen Optimismus hat Facebook denn ? Dass es durch Konkurrentenausschluss durch Schnittstellenverweigerung seinen Marktanteil von 60% auf 90% erhöhen könne ?

Zuckerberg entschuldigt sich ganz im Sinne des American Exceptionalism für die 0,1% pro-russischen Facebook-Accounts, die inzwischen gesperrt wurden, aber nicht für die 40% pro-amerikanischen Facebook-Accounts, und das ist vielleicht auch der Grund, warum er im US-Kongress gar nicht richtig befragt wurde. Deshalb sollte das Video eigentlich auch eher "Zuckerberg supported by US-Congress" heissen, nicht "Zuckerberg versus US-Congress".

Siehe auch:

https://www.fischundfleisch.com/dieter-knoflach/linksextremisten-und-islamisten-mit-mainstreammedien-einverstanden-50672

(im zweiten Teil dieses Blogs geht es um marktbeherrschende Stellungen in der IT-Branche)

https://www.fischundfleisch.com/dieter-knoflach/dislike-button-verbot-extremismusursache-im-internet-50384

https://www.fischundfleisch.com/dieter-knoflach/wie-islamistisch-ist-facebook-48474

https://www.fischundfleisch.com/dieter-knoflach/myanmar-krieg-gegen-rohingya-kein-voelkermord-und-facebook-islamistisch-49579

Artikel über den Film The Cleaners, der dokumentarisch die Praktiken von Facebook in Bezug auf Löschungsauslagerungen in die Philippinen abhandelt.

P.S.: ja, ich habe auch einen Facebook-Account, aber ich kann ihn kaum nutzen, weil die Unmengen an Werbung, die facebook jedem Auftritt beigibt, die Schmalspurcomputer, die ich bevorzuge, regelmässig zum Absturz bringen.

Weit attraktiver und unbedrohlicher als die Marktdominanz von Facebook: eine Cosplayerin bei der Vienna Game City am Rathausplatz:

D. Knoflach

Und nun noch ein Foto von Nick Clegg, dem Ausgangspunkt und Eröffnungthema dieses Blogs: so sieht er aus, auch lächelnd:

CC / Nick Clegg

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