Wiedereinführung der Prügelstrafe an manchen Schulen Österreichs ?

Österreich ist ja berühmt-berüchtigt dafür, ein teures, aber im Vergleich zu den Kosten ineffektives Schulsystem zu haben.

Ich persönlich war ja früher einmal Nachhilfelehrer, und praktizierte einen eher autoritären Unterricht, der eher dem ostasiatischen oder der Amy-Chua-Pädagogik glich.

(Die Ostasiaten schneiden bei allen Bildungstest hervorragend ab, und auch bei den Nobelpreisträgern sind die Ostasiaten stark im kommen)

Ich fragte mich, wie man dieses in der Nachhilfe (wer einmal einen strengen Nachhilfelehrer hatte, passt in den kommenden Jahren in allen Fächern besser auf) und in Ostasien erfolgreiche Modell in das österreichische Regelschulsystem übernehmen könnte.

Und was mich nach langer Zeit des Nachdenkens als mögliche Lösung einfiel, war folgendes:

Am Ende des Jahres werden alle Buben bzw. junge Männer, die mindest zwei "Nicht genügend" in Pflichtfächern oder Wahlpflichtfächern haben, und alle Mädchen bzw. junge Frauen, die mindestens drei "Nicht genügend" haben, zu Prügelkandidaten.

Dann werden externe Berater und Überprüfer beigezogen, die zwei Dinge überprüfen:

1.) Ist die Benotung durch der Schularbeiten durch die Schuleigenen Lehrenden tatsächlich adäquat, oder gibt es Anzeichen für übertriebene Härte des/r Lehrenden bei der Benotung ?

2.) Hat der Schüler bzw. die Schülerin substanzielle Fortschritte gemacht ?

3.) Gibt der Schüler bzw. die Schülerin ausserordentliche Belastungen an, die schlechte Leistungen erklären könnten (z.B. Betreuung von Familienangehörigen, gravierende Krankheiten oder Verletzungen, ...) und halten diese einer Überprüfung stand ?

Wenn diese Fragen entsprechend beantwortet werden, erhält der Schüler bzw. die Schülerin nach der Vergabe des Jahres-Ende-Zeugnisses eine gewisse Zahl von Schlägen pro "Nicht genügend", und zwar von schulexternen Personen. Die Prügel dürfen natürlich nur maximal leichte Körperverletzung darstellen, schwere Körperverletzung ist laut österreichischer Rechtsordnung auch bei Zustimmung verboten. Die Volksschule soll ausgenommen sein. Und "manche" schreibe ich deswegen, damit Wahlmöglichkeit bleibt, damit nach einem Mix aus Kriterien und von Entscheidungen von erwachsenen und familienexternen Personen individuell der bessere Schultyp für jeden einzelnen Schüler bzw. jede einzelne Schülerin getroffen werden kann.

Diese Strafe soll dazu dienen, dass der Schüler bzw. die Schülerin sich im nächsten Jahr mehr anstrengt und besser aufpasst, weshalb die Strafe im letzten Schuljahr auch ausgesetzt werden kann (das könnte auch schulautonom entschieden werden).

Die Unterscheidung zwischen Buben und Mädchen bei der Frage "Zwei oder drei ?" entspricht dem Frauenüberhang bei österreichischen Lehrenden und kann bei Schulen, die gleichviel männliche und weibliche Lehrer haben, ausgesetzt werden zu einer "einheitlich zwei"- oder "einheitlich drei"-Regelung. Es handelt sich dabei hoffentlich um das, was der VfGH als eine "sachlich gerechtfertigte Diskriminierung" betrachtet, da bei Mädchen mit Lehrerinnen besser klar kommen als Buben, da Buben oft Jahre verlieren, weil Lehrerinnen auf pubertierende Buben mit einer "Ausspinnen-lassen"-Strategie antworten.

Zur Amy-Chua-Pädagogik und dem Buch "Battle Hymn of the Tiger Mother" ("Schlachtruf der Tigermutter" ), das kurioserweise oder logischerweise im deutschsprachigen Raum als "Die Mutter des Erfolgs" übersetzt wurde:

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Mutter_des_Erfolgs

Zum Bildungstest PISA-Studie 2015 und der Dominanz der Ostasiaten:

Mathematik: 1. Singapur, 2. Hongkong, 3. Macao, 4. Taiwan, 5. Japan, 6. VR CHina, 7. Südkorea.

Erst dann kommen langsam Europäer, Nordamerikaner und der Rest der Welt.

https://de.wikipedia.org/wiki/PISA-Studien

Prügel ist in Österreichs Schulen ohnehin weit verbreitet. Österreich ist zusammen mit Russland und der Türkei regelmässig unter den Top-Fünf der Schüler-Schüler-Gewalt, nach Messung der OECD.

Allerdings hat diese Form des Schüler-Schüler-Prügels in der Schule (Bullying) einen leistungs- oder zumindest noten-verschlechternden Effekt: es werden nicht die schlechtesten geprügelt, sondern eher die besten, um sie dazu zu zwingen, schlechtere Arbeiten zu schreiben, was die Lehrenden zu einer allgemein großzügigeren Notenvergabe bewegt und damit auch den Schläger-Schülern bessere Noten bringt. Auch technische Überwachungssysteme könnten dazu beitragen, die Schüler-Schüler-Gewalt an Österreichs Schulen zu verringern.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mobbing

CC / z.g. Plani https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schlagstock#/media/Datei%3ASchlagstock.JPG

Früherer Schlagstock der österreichischen Gendarmerie

P.S.: ich weiß eh: Österreich ist vielleicht dasjenige Land weltweit, in dem man solche Thesen am schlechtesten diskutieren kann. Daher ist Prügelstrafe sowieso weit von Realitätsfähigkeit und Durchsetzbarkeit entfernt, wahrscheinlich weiter als überall anders auf der Welt.

Was allenfalls durchsetzbar sein könnte, ist Freiheitsentzug / Karzer für "nicht genügende" Schülerinnen und Schüler.

Da dies die gelindere bzw. als gelinder empfundene Strafe ist, kann eine Überprüfung der Ergebnisse auch "schlampiger" ausfallen. Und bei Einzelfällen, in denen unadäquat benotet wird, wäre der mediale Shitstorm bei Karzer weniger groß, als er bei Prügelstrafe wäre.

Auch erstaunlich ist, wie stark gesinnungsethisch und wie wenig bzw. gar nicht verantwortungsethisch die Kritik an meinen Thesen hier ist. Aber auch das wundert mich als gelerntem Österreicher gar nicht. Österreich ist ein stark katholisch geprägtes Land, mit der Betonung auf weltfremder und faktenignorierender Moralpredigt. Und mit einer gewissen Unfähigkeit zu Pragmatismus und Realitätsbezug.

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Zaphod Beeblebrox

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Gerhard Novak

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