Mein letzter Artikel drehte sich um die digitale Transformation und um einen der relevantesten Lösungsansätze für Business People. In einer Reihe von Beiträgen möchte ich auf die Aspekte der New Economy (NE) eingehen, welche sowohl Chancen als auch Risiken in vielerlei Hinsichten aufzeigt.

New Economy Companies bieten zahlreiche effiziente, kooperative und innovative Lösungsansätze in Sachen Arbeitsplatzgestaltung. Wer einen Blick in new thinking Start-Ups, diverse sophisticated IT-Konzerne oder anderen NE Betrieben riskiert, wird feststellen, dass sich Arbeitskultur, -umwelt, -bedingungen und -moral grundlegend geändert haben. Diese Companies haben völlig neue Human-Resource-Management-Ansätze und bieten zahlreiche Chancen, vor allem für junge Leute, und eine Grundlage für mehr Selbstentwicklung, Produktivität, Chancengleichheit.

Nein, die gemeinten Betriebe bieten keine € 100.000,- Praktika, auch werden sie genau so wenig fürs Nichtstun entlohnen (ganz im Gegenteil) und sie werden auch nicht betteln darum neue Arbeitnehmer anstellen zu dürfen. Was sie aber sehr wohl machen: die Leistung ihrer Mitarbeiter objektiv bzw. ergebnisorientiert beurteilen, sämtliche Freiheiten ermöglichen (solange die erwarteten Results gebracht werden) und keine Pippifax-Herabstufungen bzgl. Herkunft, Religion, Sexualität oder anderen Präferenzen. Ganz im Gegensatz zum gegenwärtigen Arbeitsmarkt, wo sämtliche Bürokraten stets die Oberhand haben und die Angestellten mit Vorschriften, Regulierungen und willkürlichen Aktionismus ausbremsen.

Der typische Arbeitsplatz einer NE Companie sieht wie folgt aus:

Leistung steht an erster Stelle, gearbeitet wird nicht um der Arbeit willen, sondern wegen dem Output – Arbeiten ist zieldeterminiert, die Kommunikationsstrategie ist effizient und transparent, Social Benefits sind umfangreich und großzügig (gratis Essen, Kindergärten, Fitnessräume, etc.), Team Building Events werden permanent veranstaltet, die Bürogestaltung ist kreativ, offen und für Kommunikation ausgerichtet – viele Leute in einem Raum, um keine Blockaden zu schaffen.

Der Arbeitsplatz einem nicht mehr zeitgemäßen Unternehmen sieht wie folgt aus:

Die Indikator zur Bewertung der Arbeit ist nicht Leistung sondern Zeit, die Arbeit ist nicht zieldeterminiert – es gibt kein SOLL und somit wird in den Tag hineingearbeitet, die Kommunikation ist intransparent – TOP/Middle Management kommunizieren Veränderung nicht, Team Building hat keine Bedeutung, Büroräume sind mit Höchstmaß an Abgrenzung gestaltet, so dass man am besten sein eigenes Büro doppelt versperren kann.

Was sagen uns diese Beispiele?

Interessant ist der strategische Gedanke hinter Bsp. Nr. 1. Freizeitangebote und Benefits werden ja nicht aus Langeweile finanziert. Die Methode, wie Unternehmen wie Facebook, Google, Apple & Co. das letzte Hirnschmalz an Kreativität aus den Leuten herausquetscht, ist die 100%ige Corporate Identity. Biete den Angestellten was sie wollen, dann geben sie dir was du willst. Bei all diesen Humanisierungsmaßnahmen des Arbeitsplatzes steckt vor allem ein Gedanke dahinter: maximale Performance, Kreativität, Lösung und Innovation. Der Leistungsdruck ist allgegenwärtig, die Methoden der Kontrolle sind omnipräsent, kommen in vielen Fällen jedoch erst gar nicht zum Zug oder nur bei Leistungsdefiziten. Mit Arschtritten durch Vorführung der Produktivitätskennzahlen, automatischen Screenshot der PCs alle 10 Minuten  und ähnlichen künstlichen Motivationshilfen kann man mitunter schon rechnen, jedoch, Leistungsträger und Arbeitswillige werden Gefallen daran finden. Diese Bedingungen sind gewissermaßen Gift für Systemschmarotzer und Bürokraten und ein Nährboden für leistungsbereite und anpackende Mitarbeiter.

Wie man Anhand der amerikanischen BigPlayer sieht, geht die Rechnung voll auf. Von dort aus strömen Innovationen in immer kürzer werdenden Intervallen in die ganze Welt, während erstarrte Unternehmen der OE ihre Unproduktivität ausbauen und neue Compliance-Richtlinien zur Arbeitszeitregelung ihrer Mitarbeiter während der Rauchpause einführen.

Das Interessanteste an dieser Entwicklung: die Änderung der Arbeitskultur durch die NE kommt vor allem der jungen Generation zu Gute. Zum einen werden völlig neue Arbeitsfelder geschaffen (natürlich gehen andere auch wieder verloren, aber durch neue Jobs entstehen neue Möglichkeiten) und zum anderen orientieren sich modern ausgerichtete Unternehmen an dem Know-How, der Lösungsvorschläge und Ideen der Jobbewerber und hängen sich nicht auf an willkürlichen Nichtgefallen – sexuelle Orientierung, Party Fotos auf Twitter oder politische Falschorientierung. Bürokraten sind da sehr einfallsreich einen Absatz zu finden oder zu schreiben der einen gepflegten Regelverstoß belegt.

Vor allem in der IT ist Ausbildung und Erfahrung nicht ein unbedingtes Must-have, mit angelerntem Wissen und Engagement ist ebenso zu punkten - viele Companies haben sogar eine „Open-Door-Policy“. Arbeitskräfte aller Bereiche werden zukünftig vor allem bei Soft- und Hardwareherstellern, Service-Providern, Tele-Unternehmen, Medienbetrieben, (IT-)Consultants oder Venture-Capital Unternehmen benötigt.

Natürlich ist nicht alles eitel Wonne in diesem Ökonomiewandel, und Unternehmen welche Anhänger der NE und dennoch schlechter Mitarbeiterführung und Fehlorganisationen haben, wird es ebenso geben – und dem gegenüber stehen werden auch weiterhin manche Old Economy Betriebe die vorbildhaft agieren. Der springende Punkt ist jedoch, Arbeitnehmer aller Bildungsgrade profitieren dadurch dass neue Arbeitsfelder entstehen, Leistungsträger gefördert werden, mittelaltertümliche und sinnfreie Arbeitspraktiken in den Hintergrund gedrängt werden und der Arbeitsmarkt durch die Zunahme von Chancengleichheit fairer wird. Ein Change in der Unternehmer- und Mitarbeiterführung bringt längst benötigten frischen Wind in die Arbeitswelt, und nicht zuletzt ergeben sich dadurch vor allem für junge Leute völlig neue Perspektiven.

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Thomas Herzig

Thomas Herzig bewertete diesen Eintrag 14.12.2015 23:17:16

fischundfleisch

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