Fangen wir mit Corona an:

Die Gefährlichkeit, und damit auch die Notwendigkeit der getroffenen Maßnahmen, sind umstritten.

Nehmen wir einfach an, daß alles stimmt:

- es ist so schlimm

- es trifft hauptsächlich die Alten

- es verbreitet sich so schnell

- der Lockdown hat das Schlimmste verhindert

Der Lockdown kann nicht ewig aufrechterhalten werden, und ein Impfstoff braucht noch Monate bis Jahre.

Ein 100%-iger Schutz der Gefährdeten würde eine unerträgliche Isolation für eine große Menschenmenge bedeuten, sowohl persönlich, als auch bei jeder Bewegung im öffentlichen Raum, die nur mit extremer Schutzausrüstung stattfinden könnte.

Abgesehen davon sind auch viele Jüngere mit entsprechenden Vorerkrankungen gefährdet, und viele davon sind sich der entsprechenden Krankheiten noch gar nicht bewußt.

Andererseits verhindern ein Mundschutz, in Kombination mit dem Sicherheitsabstand, daß eine infektiöse Menge viraler Aerosole vom direkten Gegenüber eingeatmet wird, und diese Person hat idealerweise selber einen Munschutz, welcher eine zusätzliche Barriere bildet.

Im Prinzip läuft in diesem Szenario jeder so rum, als ob er Corona hätte und andere infizieren könnte, und ich würde sagen, daß dieses Szenario ein erträglicher Komprommiß ist, bis ein Impfstoff verfügbar ist, aber darum geht es hier eigentlich weniger, und kann auch gern weiter diskutiert werden.

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Nun zum Rassismus:

Durch den Tod von George Floyd, und die folgenden eskalierenden Proteste, ist die Rassismusdebatte wieder hochgekocht.

Rassismus durchzieht die ganze menschliche Geschichte, aber in den letzten Jahrhunderten gab es gewaltige Fortschritte.

In struktureller Hinsicht gab es die Abschaffung der Sklaverei in Amerika, die Beendigung des Nazi-Holocaust, Ghandi in Indien, das Ende der Apartheid in Südafrika, und die Schulbildung sorgt durch das Behandeln dieser historischen Phasen dafür, daß die Kinder weitestgehend ohne rassistische Einstellungen aufwachsen.

Natürlich gibt es auch heute noch Rassismus, vielleicht von den Eltern an die Kinder weitergegeben, oder aus negativen Alltagserfahrungen neu erwachsen, aber insgesamt dürfte der gesellschaftsweite Rassismus weiterhin stetig zurückgehen.

Dies geschieht vermutlich weniger wegen den Wissenschaftlern, welche auf diesem Gebiet forschen, sondern weil die rassistischen Generationen weitestgehend ausgestorben sind, und das gesellschaftsweite Bildungsniveau weiter steigt.

Die Wissenschaftler jedoch vermeinen, die ultimative Methode zur Beseitigung jeglichen Rassismus gefunden zu haben:

Wenn jeder Mensch sich im Prinzip als Rassist ansieht, und entsprechend alles vermeidet, was sein Gegenüber eventuell, nach Definition durch entsprechende Aktivisten, als rassistisch empfinden könnte, gibt es keinen Rassismus mehr.

Und hier sah ich heute die Parallele zu der Bekämpfung von Corona:

1. Jeder soll sich als Corana-infiziert betrachten, und entsprechend durch Maske und Abstand die Infektion anderer vermeiden.

2. Jeder soll sich als Rassist betrachten, und durch Befolgung aller antirassistischen Denk-, Sprech-, ge- und -verbote, jede entferntestmögliche rassistische Beleidigung oder Handlung vermeiden.

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Mein Problem:

Wenn ich 1. zustimme, müßte ich auch 2. zustimmen, was ich jedoch nicht tue.

Die Lösung liegt im "Kleingedruckten".

1. Die hohen Zahlen in Italien, Spanien, Frankreich, England, und Amerika belegen die Gefährlichkeit, und keiner konnte mir eine alternative Erklärung dafür bieten.

Hausfrauenlogik erklärt den Sinn von Maske und Abstand.

Ergo: Auch ohne wissenschaftlichen Background, und Lesen von unendlich vielen Studien, kann ich daran glauben.

2. Die Definition dessen was rassistisch ist, bzw. sein soll, geschieht durch politische Interessengemeinschaften aufgrund von einzelnen rassistischen Vorfällen und Erlebnissen.

Es kursiert gerade die Geschichte von der Frau, die ihren Hund nicht anleinen wollte, und als sie daraufhin gefilmt wird, einen Notruf absetzt, in dem sie angibt, von einem Schwarzen angegriffen zu werden, obwohl nichts dergleichen geschah.

Wer verhindert aber den Fall, wo ein Schwarzer eine berufliche Stelle nicht erhält, und dies auf rassistische Gründe zurückführt, auch wenn es nicht der Fall ist?

Wenn ein Weißer unter denselben Umständen gestorben wäre, wie George Floyd, wäre das zwar ebenfalls unangemessene Polizeigewalt gewesen, aber hätte sicher nicht solch ein Tamtam ausgelöst.

Rassismus wird ebenso wie Antisemitismus, oder Islamfeindlichkeit, als politisches Kampfmittel benutzt, wobei ich in diesem Zusammenhang eher von Mißbrauch rede, weil dies mMn selber immer mehr zur Ursache von Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit wird.

Dies, und auch, daß ich es als beleidigend empfinde, wenn ich mich generell als Rassist fühlen soll, führt dazu, daß ich diese Methode der Antidiskriminierungs-Wissenschaftler und -Aktivisten ablehne.

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Umgekehrt betrachtet müßte ich theoretisch Maske, Abstand, und sonstige Corona-Einschränkungen ebenfalls ablehnen, aber es geht bei Corona um eine konkrete physische Bedrohung, und nicht, wie beim Rassismus, um subjektive Empfindlichkeiten, zumindest in den aktivistisch propagierten Übertreibungen.

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p.S.: Und bevor hier gleich einige wegen Verharmlosung von Rassismus in die Luft gehen: Ich spreche nicht von echtem Rassismus, sondern von dem, was Ihnen gerade durch den Kopf geht.:)

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Matt Elger

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rigoletta

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