Heute bei der WELT:

Flüchtlingslager könnten der Geschichte angehören

Stand: 11.10.2020, 14:22 Uhr | Lesedauer: 7 Minuten

Von Gerald Knaus

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"Gerald Knaus gilt als Architekt des Flüchtlingsdeals mit der Türkei. Der Text ist ein Vorabdruck aus seinem neuen Buch „Welche Grenzen brauchen wir? Zwischen Empathie und Angst – Flucht, Migration und die Zukunft von Asyl“, das am 12. Oktober bei Piper erscheint."

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Zitate aus dem Artikel:

"2019 gab es in Kanada etwa 60.000 Asylanträge. Die Hälfte davon – 30.000 – betrafen Neuansiedlungen durch private Patenschaften und den Staat, die anderen Asylanträge, die an Kanadas Grenzen und im Land gestellt wurden. Würde Deutschland im gleichen Verhältnis Asylanträge entgegennehmen und Neuansiedlungen durchführen wie Kanada, wären dies 135.000 Asylanträge und davon 67.000 Neuansiedlungen im Jahr. In einem solchen Szenario gäbe es viel weniger abgelehnte Asylbewerber als heute, die ausreisepflichtig würden. Und es würden sich weniger Menschen auf den gefährlichen Weg über das Mittelmeer machen.

Derzeit bleibt in Deutschland die reguläre Aufnahme Schutzbedürftiger durch Neuansiedlungen die große Ausnahme. Könnte sich Deutschland bei der Weiterentwicklung von Patenschaften an Kanada orientieren, und gleichzeitig irreguläre Migration reduzieren? Und so, mit Kanada, 2021 eine Ottawa-Berlin-Initiative zur Wiederbelebung dieses Instruments weltweit lancieren?"

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"Würde Deutschland im gleichen Verhältnis Asylanträge entgegennehmen und Neuansiedlungen durchführen wie Kanada, wären dies 135.000 Asylanträge und davon 67.000 Neuansiedlungen im Jahr."

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"Stellen wir uns vor, die deutsche Regierung würde der Türkei und Griechenland im Rahmen einer neuen EU-Türkei-Erklärung vorschlagen, in den nächsten Jahren jedes Jahr bis zu 40.000 Flüchtlinge – 30.000 aus der Türkei und 10.000 aus Griechenland – aufzunehmen, sollte es zu einer wirklichen Umsetzung einer neuen Einigung mit schnellen Asylverfahren auf den Inseln in Kooperation mit dem BAMF kommen."

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"Stellen wir uns des Weiteren vor, Deutschland würde Spanien, Malta und Italien anbieten, bis zu 20.000 Menschen im Jahr aus Aufnahmeeinrichtungen im Mittelmeer aufzunehmen, käme es dort ebenfalls zu schnellen gemeinsamen Asylverfahren und Rückführungen Nichtschutzbedürftiger sowie zu Einigungen mit afrikanischen Herkunftsstaaten."

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"Eine Politik, bei der in naher Zukunft in einem durchschnittlichen Jahr 130.000 Menschen einen Asylantrag in Deutschland stellen, wovon die Hälfte in einem geordneten Verfahren ins Land käme, wäre ein enormer Fortschritt zu den letzten chaotischen Jahren: Sie würde mehr Schutz, schnellere Integration und weniger gefährliche Reisen über das Meer bedeuten."

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Zum Kanada-Vergleich:

Bevölkerungsdichte Kanada: 3,8[3] Einwohner pro km²

Bevölkerungsdichte Ottawa: 336,2 Einw./km²

Bv Deutschland: 233 (41.) Einwohner pro km²

Bv Berlin: 4.115 Einw. je km²

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Und ansonsten ist das ja nur eine persönliche Meinung (eine österreichische :)), und jeder kann sich selber seine Gedanken dazu machen.

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