Die Medien, als Vierte Gewalt, sollen nach meinem Verständnis möglichst objektiv/neutral informieren, und durch neugierige Recherche Ungerechtigkeiten im System aufdecken.

Im Prinzip sind sie die reale Manifestation der freien Meinungsäußerung, und gleichzeitig der Anwalt des kleinen Mannes, eine Art moderner "Robin Hood", oder "Fracasse".

Jedenfall sollten sie das sein.

Manche beklagen einen zu starken Einfluß der Wirtschaft auf die Medien, und andere einen zu starken Einfluß der Politik, und manchen Ländern wird die Unterdrückung der Medien vorgeworfen, mal mehr, mal weniger berechtigt.

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Für die etwas professionelleren Bewertungen, hier ein paar Links:

https://de.wikipedia.org/wiki/Vierte_Gewalt

"freie geistige Auseinandersetzung ein Lebenselement der freiheitlichen demokratischen Ordnung"

"Es ist in gewissem Sinn die Grundlage jeder Freiheit überhaupt."

http://www.bpb.de/politik/grundfragen/deutsche-verhaeltnisse-eine-sozialkunde/139163/funktionen-und-probleme

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Mir geht es um die Freiheit, die bedroht ist, wenn aus dem "Anwalt des kleinen Mannes" ein skrupelloser Verteidiger einer Ideologie wird, der sich anmaßt dem "kleinen Mann" vorzuschreiben, was, und wie er zu denken hat.

Anlaß war diese Dokumentation des ZDF, die ich gestern zufällig auf Phoenix sah.

Es gäbe darin manches, dem ich zustimmen könnte, vieles dem ich widersprechen würde, und weswegen ich die Dokumentation insgesamt als Beweis dafür sehe, was am momentanen medialen Gebaren nicht stimmt.

Dieser einminütige Ausschnitt treibt es auf die Spitze:

Die sieben größten Tricks der Populisten,

(alternativ https://www.youtube.com/watch?v=6g2r_-RFfQI)

unter Trick 6: Fake News, 32:00-33:03

"Trump hat einen Trick entwickelt, sich gegen klassische Medien Immun zu machen.

Er nennt sie einfach selbst: Fake News.

Alles, was die sogenannte Lügenpresse aufdeckt, oder entkräftet, wird als fake abgestempelt. Trumps Chefstratege Bannon nennt die Medien ganz offen: Oppositionspartei.

"You kow, I have a runnung war with the medie. They are amongst the most dishonest human beings on earth."

Trumps Botschaft: Ich brauche die Presse nicht. Ich habe mein eigenes Sprachrohr: Twitter.

Ungefiltert, und direkt, gehen die Kurznachrichten des Präsidenten an über dreißig Millionen Follower.

Keine Zeitungsredaktion, die zwischen dem Präsidenten und seinem Volk steht, die auswählt, kürzt, kritisch einordnet.

Nur Trump, und seine Sicht auf die Welt."

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"Keine Zeitungsredaktion, die zwischen dem Präsidenten und seinem Volk steht, die auswählt, kürzt, kritisch einordnet."

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Im Prinzip wird damit gesagt, daß es das Recht der Medien ist, darüber zu entscheiden, welche Informationen das Volk erhält, wie diese aufzubereiten sind, und was ihm vorenthalten wird.

Oder, im Hinblick auf die gesamte Dokumentation, nur das Recht des Teils der Medien, welcher diese ideologische Meinung vertritt, während alle anderen als "unseriös" einzustufen sind, wie wir vor ein paar Tagen erfahren durften.

Das ist Zensur, 1984, Diktatur, oder eben Mediokratie.

Copyright by ? Quelle: G´gle-Image.

Wenn also von diesem ideologischen Teil der Medien nur zensierte Informationen ans Volk geliefert werden, sind im Namen der freien Meinungsäußerung, und Freiheit insgesamt, eben auch die "unseriösen" Qellen nötig, um sich im "folg!" eine freie, und unabhängige Meinung zu bilden.

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Ich vermute mal, dem Sprecher war gar nicht bewußt, was er da sagte, und er wollte eigentlich bloß den feindseligen Umgang Trumps mit diesem Teil der Medien kritisieren.

In ihrem Furor gegen diesen medienresistenten Politiker, übersehen diese Medien, wann sie selber Grenzen überschreiten, und solange sie sich selbst in dieser Art unglaubwürdig machen, wird leider auch berechtigte Kritik nicht so wahrgenommen, wie es nötig wäre.

Es ist vielleicht eine naive Einstellung, aber gerade bei unseren öffentlich rechtlichen Medien fände ich es unerträglich, wenn sie sich tatsächlich das Recht anmaßen würden, des Volkes Meinung derart zu zensieren.

Daher meine Hoffnung, daß es sich um unbewußte Entwicklungen und Einzelmeinungen handelt, und vielleicht der eine, oder andere, diesen Text als Anlaß zur Selbstreflektion nimmt.

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Zauberloewin

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Michel Skala

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Claudia56

Claudia56 bewertete diesen Eintrag 03.11.2018 13:32:16

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