Dörfles, aus Sicht eines AfD-Wählers, im Gespräch mit einer Anti-AfD-Aktivistin

Kleine Aufgabe:

- Pampahausen, 1000 Einwohner, davon 200 Ausländer, Klima OK

- 1 Haus wird frei, und der Kaufinteressent ist Ausländer aus der fernen Stadt

- Pampahausen wehrt sich gegen den Kauf

- das Gericht gibt dem Käufer recht

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Frage: Gallisches Dorf, Rassismus, oder etwas anderes?

p.S.: Die Einwohner sind nicht rassistisch im klassischen Sinn, und sagen aber dennoch, daß sie nicht mehr Ausländer brauchen: Sicherheitsbedenken, Culture-Clash, etc.

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Staat hat recht, und schützt völlig legitim die Würde des Käufers, und die Minderheit Käufer gegen die Mehrheit Pampahausen.

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Wer schützt aber die Minderheit Pampahausen gegen die Mehrheit Staat?

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Kann eine Gesellschaft durch zuviel an Zuwanderung überfordert werden, bzw. andersrum: Dürfen negative Aspekte eines Zuviel an Zuwanderung von Staatsseite her ignoriert werden?

Antwort:

Das Beispiel ist juristisch gesehen nicht möglich.

Da könnte sich eine katholische Gemeinde gegen evangelischen Zuzug wehren.

Ihre letzten Fragen: 1. ja 2. nein.

Juristisch nicht möglich?

Kann man heutzutage nicht gegen fast alles klagen?

Oder eine empathiefordernde Kommune wehrt sich gegen den Zuzug eines a-sozialen AWM?

(Man sollte sich erst über die eigenen Beweggründe ehrlich machen, bevor man versucht, die Beweggründe anderer zu analysieren.)

Gegenfrage:

Kann eine Gesellschaft durch Mangel an Zuwanderung zu alt werden?

- Überalterung geschieht aufgrund sinkender eigener Geburtszahlen, und hat nichts mit Zuzug zu tun.

- durch Zuwanderung von "Jungfolg" kann der Überalterung entgegengewirkt werden, wobei die Frage ist, ob man dies tun kann, ohne die Gesellschaft zu überfordern.

- ein totaler Zuwanderungsstop könnte die genetische Vielfalt einer Gesellschaft begrenzen, und damit langfristig zu Degenration führen.

- Zuwanderung KANN ebenfalls auch nichtphysische Bereicherung einer Gesellschaft sein, weil damit neue und andere Ideen importiert werden.

Muss der Staat für die Pflege von alten Menschen sorgen?

- die Pflege von alten Menschen war mal Familiensache, und ist es in vielen nichtwestlichen Ländern noch immer, teilweise bis zu dem Extrem, daß dies der Grund für hohe Geburtenraten ist. Will man tatsächlich Kinder zeugen, mit dem Hintergedanken, ihnen später mal diese Bürde aufzuladen?

Gesellschaft, Familie, Zivilisation mag mal tatsächlich auf dieser Grundlage funktioniert haben, aber in Zeiten globaler Überbevölkerung wird dies nicht die Lösung sein.

Kann es in einer Gesellschaft zu wenige Arbeitsfähige geben?

Sollten wir Zuwanderung dulden oder gar fördern oder den Niedergang unserer Wirtschaft in Kauf nehmen?

- zu wenig Arbeitsfähige für die Wirtschaft, oder für das Rentensystem, oder für die Gesellschaft selbst?

Für eine Exportwirtschaft, deren "Hauptinnovation" der letzten Jahrzehnte darin bestand, mit der Drohung "Auslandsverlagerung", Arbeitsplätze abzubauen, entfällt das Druckmittel.

Ein Rentensystem, dessen Finanzierung auf einem Generationenvertrag beruht, wird überlastet, bzw. muß das Rentenalter anheben, oder die Finanzierung vermehrt in den Privatbereich verlagern.

Wenn die Gesellschaft keine Müllarbeiter, Kanalreiniger, bzw. allgemein überlebensnotwendige Dienstleister mehr hat, müssen die Alten eben selber bis zum Ende diese Dinge in bewältigbarer Arbeitsteilung erledigen.

Daher: Zuwanderung in Maßen - Ja - aber nicht unbegrenzt, und unkontrolliert, wie es OpenBorder, oder universaler Humanismus fordern.

Sollen wir als reiches Land Menschen in Not sterben lassen? Sollen wir unsere christlichen und humanistischen Grundsätze aufgeben, weil irgendwer Angst vor Überfremdung hat?

- hat die "Angst vor Überfremdung" nicht dieselbe Daseinsberechtigung, wie die "christlichen und humanistischen Grundsätze"?

Das urchristliche Ideal des "die-andere-Wange-hinhalten", bzw. der selbstlosen Hilfe bis zur Selbstaufgabe, ist eben ein Ideal, welches von manchen mehr, und von anderen weniger, gelebt wird, und nie einer Gesellschaft komplett aufgezwungen werden kann.

Auch wenn die "Angst vor Überfremdung" manchmal dumpf und wenig konkret erscheint, bzw. teilweise ist, stecken dahinter sehr wohl auch konkrete Sicherheitsbedenken, oder der Einwand, daß ein Zuviel, oder die "falsche" Zuwanderung, das zerstört, was hier auch mit diesen christlichen und humanistischen Grundsätzen erschaffen wurde, ob nun Wohlstand, Wohlfahrt, oder Sozialwesen.

"Not" ist relativ, und "Reichtum" ebenso.

Der ärmste im reichen Land ist genauso obdachlos, wie der ärmste im armen Land.

Die "christlichen und humanistischen Grundsätze" haben dazu geführt, daß wir für unsere Menschen in Not ein Sozialwesen geschaffen haben, welches diese Not lindert.

Dies funktioniert über das Solidarprinzip, was bedeutet, daß diejenigen die nicht in Not sind, für diejenigen mitbezahlen, welche tatsächlich in Not sind, oder geraten.

Viele Länder dieser Welt haben keinen derartigen Sozialstaat, aus entwicklungsgeschichtlichen, oder kulturellen Gründen, und daher kümmert sich dort auch niemand um Menschen in "Not".

Dies ergibt weltweit 100te Millionen Menschen in "Not", und eine Gesellschaft, ob nun die in D, oder alle Gesellschaften der EU gemeinschaftlich, können nicht allen diesen Menschen helfen, ohne ihr eigenes Sozialwesen zu zerstören.

Dies gilt vor allem, wenn diese Hilfe groteske Ausmaße annimmt.

Wie erklären Sie einer fünfköpfigen Familie mit einem Jahres-Budget von 50.000,-, daß von ihren Steuern und Abgaben ein Jahres-Budget von 50.000,- für einen einzelnen Notfall finanziert wird?

Sollten wir nicht lieber uns um diejenigen kümmern, die zu uns kommen und ihnen durch unser Verhalten zeigen, was unsere Werte sind? Sollten wir vielleicht überlegen, ob sie wirklich so anders sind als die der Neuankommenden?

Ja, sollten wir, aber wenn es zu viele werden, und sie sich in großen Familienverbänden von der aufnehmenden Gesellschaft isolieren, können und wollen sie auch nicht von - noch so guten - Beispielen lernen.

Und zuviel wird es vor allem durch die Bereitschaft zur unbegrenzten Aufnahme, welche von einigen, wenigen, der gesamten Gesellschaft aufgezwungen wird.

Ob die Werte anders sind?

Der einzelne Zuwandernde will genauso glücklich sein, meistens seinen Lebensunterhalt durch ehrliche Arbeit verdienen, etc.

Die Werte der Gesellschaften aus denen sie kommen, beinhalten jedoch keinen Sozialstaat nach dem Solidarprinzip, und daher kommt dann auch der Einzelne nicht unbedingt mit einer gesamtgesellschaftlich solidarischen Einstellung hierher.

Bis er diese erlernt, wird er daher die Leistungen des Solidarsystems ohne Skrupel und Grenze für sich und seine Familie ausnutzen.

Bei einer Zuwanderung in Maßen, und genügend Zeit, werden sich diese Wertvorstellungen zunehmend der Aufnahmegesellschaft anpassen.

Ein Zuviel an Zuwanderung wird dazu führen, daß sich die Aufnahmegesellschaft zunehmend vom Solidargedanken entfernt, und das Sozialwesen - und damit ironischerweise auch die ursprüngliche Möglichkeit zur Hilfe - zerstört wird.

Können wir vielleicht sogar etwas wieder lernen, was z. B.in Syrien üblich ist: Verantwortung für die Familie, Höflichkeit gegenüber älteren Menschen, Danbarkeit.

Ihnen ist schon klar, daß dies Werte sind, deren Erhalt, bzw. Wiederherstellung von AfD und AfD-Wählern angestrebt wird, oder?

Oder, daß sie damit eine Gesellschaft beleidigen, welche viele syrische Flüchtlinge aufgenommen hat, und das, obwohl sie Familie und ältere Menschen verachtet, und keinerlei Dankbarkeit kennt?

Scherz beiseite, ich kann mir vorstellen woher das kommt, und daß es eher Affekt war.

Kleiner Tip: Das Ehrlichmachen, mit sich selbst.

Zurück zu Pampahausen:

Was verhindert, daß eine Gesellschaft sich durch ein Zuviel an Zuwanderung selbst zeerstört?

Darf, und sollte, Pampahausen unter diesen Umständen ein Zuwanderungsverbot aussprechen?

Was ist ein Zuviel an Zuwanderung, und wer darf/sollte darüber entscheiden wann dieses Zuviel erreicht ist?

p.S.: Aufgrund der vielen Gegenfragen wäre das Ganze als Kommentar zu lang geworden, und außerdem fand ich manche "Dörfles-Reaktionen" hier bei FuF etwas widerspruchsbedürftig.

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SchweineFresser

SchweineFresser bewertete diesen Eintrag 17.08.2019 18:11:56

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