Vor einiger Zeit stolperte ich über einen Link zu einem CO2-Rechner, den man beim Uweltbundesamt (D) findet.

Man kann dort angeben, mit was für einem Auto man fährt, oder mit ÖPNV, wieviel und wie man fliegt, wie man heizt, wieviel, und was für Strom man verbraucht, was man isst, etc., und kriegt dann ein Diagramm des persönlichen CO2-Ausstoßes.

Am Ende wird dann noch die Zustimmung zu diversen zukünftigen politischen Maßnahmen und Plänen abgefragt, und aus der Kombination der voraussichtliche CO2-Ausstoss von D bis 2050 dargestellt.

Ich habe also alles "nach bestem Wissen und Gewissen" ausgefüllt, und lag beim IST-Wert, und auch bei den Prognosen etwas unter dem Durchschnitt, aber für 2050 blieb noch immer ein relativ hoher Wert übrig.

Da mir die Zustimmungsfragen schon während des Ausfüllens suspekt vorkamen, habe ich ein Experiment gemacht:

1.Ich habe bei den Angaben zu meinen persönlichen Lebensumständen überall die bestmöglichen Werte eingegeben: ÖPNV, kein Fliegen, Solarstrom, Veganer etc., und bei den Zustimmungsfragen am Ende konsequent mit NEIN geantwortet.

Dies war das Ergebnis:

2.Ich habe bei den Angaben zu meinen persönlichen Lebensumständen überall die schlimmstmöglichen Werte eingegeben: Porsche Cayenne, Vielflieger, Billigstrom, Fleisch bis zum Überfluß etc., und bei den Zustimmungsfragen am Ende konsequent mit JA geantwortet.

Dies war das Ergebnis:

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Oberflächlich betrachtet, zeigt das Experiment, daß man sein Leben auf die rücksichtsloseste Art auskosten kann, solange man im Prinzip konsequent die Grünen, oder alternativ "politisch korrekt" wählt.

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Wenn man etwas darüber nachdenkt, macht es insofern Sinn, weil man durch diese "politisch korrekte" Wahl mit allen anderen auch sich selbst per Gesetzgebung daran hindert, all die "politisch inkorrekten" Dinge zu tun, wie es von diesen Parteien definiert wird.

Man baut sich im Prinzip selber den goldenen Käfig, wobei die "politisch korrekten" Parteien darüber entscheiden, wie goldig der Käfig sein wird.

Das Gold ist mir weniger wichtig, aber den Käfig werde ich freiwillig nicht wählen.

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Die Zustimmungsfragen am Ende:

Meine Einstellung zum Klimaschutz

Ich befürworte staatliche Maßnahmen (Förderungen, gesetzliche Vorgaben), die dafür sorgen, dass die Energieeffizienz von Bestandsgebäuden flächendeckend in den nächsten 20 bis 30 Jahren auf den höchsten Standard gehoben werden.

Ich akzeptiere, dass nicht nur beim Neubau, sondern auch bei der Sanierung eines Altbaus eine Nutzungspflicht für erneuerbare Energien gesetzlich vogeschrieben wird.

Sind Sie zukünftig bereit Ihre Wohnfläche zu verkleinern, beheizte Wohnfläche zu reduzieren oder Ihre Wohnraumtemperatur um 1 Grad zu senken?

Ich unterstütze das Ziel der Energiewende und akzeptiere den Aus- und Umbau der Infrastruktur auch in meinem persönlichen Umfeld. Windkraftanlagen, Trassen, Netze, Leitungen und Speicher für Strom und Wärme.

Ich befürworte eine Verteuerung des Stroms entsprechend Ihrer Umweltkosten und bin bereit für das Gelingen der Energiewende für Energie mehr zu zahlen.

Ich unterstütze ambitionierte gesetzliche Vorgaben zur Effizienzentwicklung von elektrischen Geräten, befürworte transparente Energieverbrauchskennzeichnung und richte meine Kaufentscheidung stärker nach der Energieeffizienz der Geräte aus.

Ich befürworte eine Förderung des Rad- und Fußverkehrs z.B. durch autofreie Innestädte und Investitionen in entsprechende Infrastruktur. Umweltfreundliche Verkehrsmittel sollen Vorrang im Straßenverkehr haben.

Ich akzeptiere staatliche Regulierungen für mehr Klimaschutz im motorisierten Individualverkehr, wie bspw. verschärfte CO2 Standards, Technologieförderung für stromerzeugte Kraftstoffe, auch wenn diese zu einer deutlichen Verteuerung der individuellen Mobilität führen.

Nach dem Motto nutzen statt besitzen nutze ich vermehrt Carsharing oder/und den öffentlichen Nah- und Fernverkehr .

Ich stimme zu, dass zur Erreichung des Klimaziels fossile Kraftstoffe drastisch verteuert werden sollten, z.B. schrittweise bis zu 3,30 €/l Diesel in 2050.

Ich befürworte eine Entschleunigung der Mobilität: Z. B. akzeptiere ich ein Tempolimit auf Autobahnen, mache Ausflüge und Urlaub in der Region und/oder nehme mir für längere Fahrten Zeit für klimafreundliche Mobilität.

Ich frage zukünftig verstärkt Produkte nach, die unter der Beachtung von anspruchsvollen Nachhaltigkeitskriterien und Standards produziert wurden, auch wenn sie dann ggf. mehr kosten und befürworte staatliche Maßnahmen zur Förderung und Ausweitung des ökologischen Landbaus.

Ich bin bereit, vermeidbare Abfälle zu reduzieren, indem ich z.B. meinen Einkauf strukturiert plane, Hinweise zur richtigen Lagerung von Lebensmittel beachte und Lebensmittel, von denen ich zu viel habe im Bekannten- und Freundeskreis teile.

Ich engagiere mich für eine klimaverträgliche Ernährungsweise der Gesellschaft, befürworte eine pflanzenbetonte Ernährungsweise und eine deutliche Verteuerung von Lebensmittel tierischen Ursprungs.

Ich unterstütze die weltweite Einführung und Kontrolle von ambitionierte Umwelt- und Klimaschutzstandards für Produkte und bin bereit, meinen Konsum auf langlebige, nachhaltige Güter und Dienstleistungen zu begrenzen.

Für mich persönlich gewinnt Zeitwohlstand an Bedeutung, Güterwohlstand verliert.

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Zaungast_01

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Roland von Gilead

Roland von Gilead bewertete diesen Eintrag 23.07.2019 07:15:05

nzerr

nzerr bewertete diesen Eintrag 23.07.2019 06:36:06

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