Let´s tell a story:

Es war einmal ein junges Paar in Landen,

Männlein und Weiblein, die sich an der Uni fanden.

Der Journalist sehr gut zur Germanistin passte,

in der Kirche dann ihre Hände fasste.

Es kam ein Kind, ein Mädle fein,

hübsch, aufgeweckt, und von Herzen rein.

...und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute.

Dazwischen zogen die beiden ihr Kind in der Stadt groß, und ließen sie an ihrer gesamten kulturellen und beruflichen Erfahrung teilhaben.

Die Tochter machte ein gutes Abi, entschied sich, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten, und Journalismus zu studieren, um die Welt zu verbessern.

Sie wurde Investigativreporterin, berichtete über alle möglichen Ungerechtigkeiten, und heimste dafür sogar etliche Preise ein.

Sie war glücklich, denn sie konnte - gemäß ihren links-liberalen Überzeugungen - mit ihrer Arbeit dabei helfen, die Welt nach ihren Vorstellungen zu verändern.

Als sie dann Redakteurin wurde, hatte sie zwar nicht mehr den direkten Draht zum Geschehen, konnte aber bestimmen was ihre Journalisten recherchierten, und auch was letztendlich in Druck ging, bzw. in späteren Jahren online.

Dadurch beeinflußte sie die Denkweise ihrer Journalisten, und mit der Entscheidungsgewalt in Personalfragen konnte sie auch bestimmen, welche Art von Journalisten eingestellt und gefördert wurden.

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Natürlich können Journalisten auch aus anderen Gründen, und auch mit unterschiedlicher Historie in diesem Beruf landen, aber in einer Mehrheit der Fälle dürfte es auf ähnliche Art ablaufen.

Wenn man sich diese Geschichte in der Anfangszeit des Journalismus vorstellt, oder zumindest direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs - welcher ja eine gewisse Zeitenwende war - und sich deren Wiederholung über Generationen vorstellt, so erhält man eine mögliche Erklärung dafür, warum die heutige Journaille überwiegend, mehr oder weniger, links eingestellt ist.

Zum einen ist es die Förderung Gleichgesinnter über Generationen, welche deren Menge automatisch erhöht.

Und zum anderen ist es der Drang zur Weltverbesserung, der mit jeder Generation nach neuen Arten der Befriedigung sucht.

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Beides ist kein Problem, solange dem Politiker gegenüberstehen, die sich anregen, aber nicht einschüchtern lassen, und solange es auch alternative Medien gibt, welche eine andere Meinung erlauben.

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Da die öffentlich-rechtlichen aufgrund ihrer Zwangsfinanzierung eine Sonderrolle einnehmen, und dies seit Ende des Zweiten Weltkriegs auch immer taten, sind sie auch heute noch, vor allem bei älteren Semestern, DAS Medium schlechthin.

Und an DAS Medium werden höhere Ansprüche gestellt, sowohl was Zuverlässigkeit, als auch politische Neutralität angeht.

Wirklich neutral kann natürlich niemand sein, aber eine Redaktion kann durch eine ausgewogene Auswahl an Beiträgen für eine gewisse Neutralität sorgen.

Inwieweit dies getan wird, oder auch gelingt, mag jeder für sich selbst beurteilen.

Ich stolpere ab und zu über solche Beiträge, aber deren Seltenheit und auch die Abseitsplatzierung schmälern nicht meinen Gesamteindruck.

Es spielt inzwischen keine Rolle, da ich online Ersatz gefunden habe.

Andere haben diese Möglichkeit nicht, oder landen gleich im ganz extremen Spektrum.

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Wie dem auch sei: Zurück zur Neutralität.

Der Falll des Eisernen Vorhangs stellte ebenfalls eine Art Zeitenwende dar, wenn auch nicht eine solch große, wie im vergangenen Jahrhundert.

Die Medien in den kommunistischen Staaten des Ostblocks dienten hauptsächlich der Staatspropaganda, und die Journalisten waren entweder überzeugte Systemanhänger, oder heimliche Widerstandskämpfer.

Nach der Wende dürften die Systemlinge ziemlich schnell entlassen worden sein, während die Lücken vermutlich mit jungem Nachwuchs gefüllt wurden, der im Westen studiert hatte.

Was im Westen entwicklungsmäßig Generationen dauerte - mit entsprechend miterlebenden Lesergenerationen - dürfte im Ostblock in ein paar Dekaden abgelaufen sein, während die Leserschaft sich verwundert die Augen reibt, und sich ob der links-liberalen Oberlehrer an alte Propagandazeiten erinnert fühlt.

Da in diesen Dekaden keine Zeit, und auch keine Journalisten, für die Entwicklung einer konservativen Medienlandschaft vorhanden waren, wie soll die vierte Gewalt der Demokratie in solch einem Fall neutralisiert werden?

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Neutralisiert?

Ganz recht, man kann "Neutralisieren der Presse" auch so verstehen, daß der links-liberalen Übermacht eine ausgleichende konservative Medienlandschaft gegenübergestellt wird.

Natürlich ist es wichtig, wie man das tut, und es besteht auch die Gefahr, daß diese Medien für einseitige Propaganda mißbraucht werden.

Die Grenze wird dann überschritten, wenn man nicht bloß die konservativen Medien erschafft, sondern auch beeinflussen will, was sie schreiben, oder mißliebige Journalisten unter fadenscheinigen Gründen einsperrt.

Wenn aber die vorherigen Monopolisten die Erschaffung einer entgegengesetzten Konkurrenz gleich als Angriff auf die Pressefreiheit geißeln, kommt die Frage auf, wie demokratisch ein solches Verständnis von Pressefreiheit tatsächlich ist.

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Jegliche Ähnlichkeit mit vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Personen ist rein zufällig, und stellt keinen Angriff dar.

Personen - die sich wiedererkennen - dürfen dies gern als Anregung sehen.

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rigoletta

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Michlmayr

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