Wie konnten wir diese Entwicklung verschlafen?

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Die meisten von uns sind im weiten Sinne vermutlich Pazifisten, was bedeutet, wir sind in der Mehrheit gegen Angriffskriege.

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Wie konnten wir also in die Lage kommen, daß der bewaffnete Grenzschutz selbst verpöhnt ist?

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Wie konnte es geschehen, daß Staaten nicht mehr selber bestimmen können, wer, oder wieviel einwandert?

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Man könnte jetzt die große Verschwörung vermuten, aber vermutlich geschah das Ganze in kleinen unauffälligen Schritten, die so harmlos schienen, daß sie problemlos akzeptiert wurden.

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Und so stehe auch ich heute da, und frage mich, was das für eine Logik ist:

In einer Debatte über das Bedürfnis nach Grenzschutz wird aus blauem Himmel heraus die Ursachenbeseitigung von Migration als Argument eingeführt.

Inwiefern spielen die Ursachen der Migration eine Rolle beim Sicherheitsbedürfnis der Bürger eines Landes?

Was haben diese Ursachen mit unserem eigenen Grenzschutz zu tun?

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Kann sein, daß dies überholt ist, aber für mich bedeutet Grenzschutz Verteidigung gegen alles bedrohende von Außen, ob das nun eine russische Armee ist, oder eine unbewaffnete "Karawane der Hoffnung", die durch ihre schiere Masse und die begleitende Empörungspropaganda die Grenze überwinden will.

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Zu unserer demokratischen Freiheit gehört es noch dazu, daß wir gefragt werden, ob wir weiterhin ein eigenes Land sind, oder ob wir zu "Weltbürgern" im Superstaat gemacht werden, auf den wir dann noch weniger Einfluß haben werden, als heute auf unsere jeweiligen, einzelnen.

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Daher:

Pazifismus und Humanismus, ja, aber in vernünftigen Grenzen, sowohl physisch, als auch politisch, und ganz sicher nicht, indem wir uns selbst, und unsere Freiheit aufgeben.

Pazifismus, lt.Duden:

1. weltanschauliche Strömung, die jeden Krieg als Mittel der Auseinandersetzung ablehnt und den Verzicht auf Rüstung und militärische Ausbildung fordert

2. jemandes Haltung, Einstellung, die durch den Pazifismus bestimmt ist

Beispiel: sein Pazifismus erlaubt ihm den Kriegsdienst nicht

https://de.wikipedia.org/wiki/Pazifismus

Enger und weiter Pazifismusbegriff =

„mit Recht (…) auf die Unzulänglichkeit dieser Unterscheidung hingewiesen worden und darauf, daß dann entgegen seinem Selbstverständnis der kontinentaleuropäische Pazifismus zu großen Teilen nicht als ‚Pazifismus‘ anzusehen sei, weil er vielfach den nationalen Verteidigungskrieg bejahte und weil ‚nur‘ die föderative zwischenstaatliche Ordnung und das Selbstbestimmungsrecht der Völker zu dem von ihm vorgeschlagenen friedenssichernden Instrumentarium gehörte.“

– Karl Holl: Pazifismus. In: Otto Brunner (Hrsg.): Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland. Band 4. Stuttgart 1978, S. 767–787, hier S. 771

"Unter „radikalem Pazifismus“ werden Bestrebungen subsumiert, die über die im bürgerlichen Pazifismus üblichen Initiativen hinausgehen."

„Der Rechtspazifismus will den lauernden Kriegszustand zwischen souveränen Staaten nicht nur völkerrechtlich einhegen, sondern in einer durchgehend verrechtlichten kosmopolitischen Ordnung aufheben. (…) Die unmittelbare Mitgliedschaft in einer Assoziation von Weltbürgern würde den Staatsbürger auch gegen die Willkür der eigenen Regierung schützen.“

– Jürgen Habermas: Bestialität und Humanität. In: Die Zeit. 29. April 1999[7

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