"Arme Ritterschaft Christi vom Salomonischen Tempel zu Jerusalem" hießen die Tempelritter ursprünglich, aber meist nur kurz "der Tempelorden". Man fragt sich vielleicht, was ein offizieller Orden der römisch-katholischen Kirche bei Geheimgesellschaften zu Suchen hat. Denn, ein christlicher Orden hält seine Existenz nicht geheim. Seine Mitglieder sollen sich sogar zu ihrer Mitgliedschaft bekennen. Die Tempelritter sind hier trotzdem nicht Fehl am Platz, denn spätestens nach der Aufhebung des Ordens im Jahre 1312 sind die Tempelritter von wilden Spekulationen und finsteren Verdächtigungen genauso wie von Idealisierungen und mystischen Vergleichen umgeben, bis heute.

Alles begann um 1118 herum. So genau ist das Jahr nicht mehr festzustellen, da die Berichte über die Ereignisse von Menschen, die erst Jahre danach geboren wurden, stammen. Also, an einem Tag in diesem Jahre erschienen neun Ritter vor Balduin II., dem König von Jerusalem. Ihr Anführer war Hugo de Payens. Darunter waren auch Gottfried von Saint-Orner und Andreas von Montbard. Obwohl die Legende sagt die Ritter wären arm gewesen, handelte sich bei diesen beiden um angesehene und wohlhabende Edelleute aus Westeuropa, vermutlich aus Frankreich. Die neun Ritter wollten die Pilger bei ihren Reisen ins heilige Land schützen und sprachen deshalb beim König vor. Sie legten ein Gelübde der Armut, des Gehorsams und der Keuschheit ab und durften einen Orden bilden. Darüberhinaus überließ ihnen der König zu diesem Zweck einen Flügel seines Palastes. Da sich der Flügel auf den Überresten des antiken Salomon-Tempels auf dem Berg Moria befanden wurden die Ordensbrüder "Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Hierosalemitanis" (Arme Ritterschaft Christi vom Salomonischen Tempel zu Jerusalem) genannt. Die legendären Tempelritter.

1127 kehrte Hugo de Payens mit fünf seiner Gefährten in die Champagne zurück um ihre Gründung regulär absegnen zu lassen. Der Zisterzienserabt Bernhard von Clairvaux war federführend an deren Gestaltung beteiligt, ein Grund dass die beschlossenen Ordensregeln stark an die der Zisterzienser erinnern. In diesen Regeln wurde etwas Wesentliches und eine historische Neuheit festgelegt. Nämlich, die Vereinigung von den Idealen des Mönchtums mit denen des Rittertums. Was ja bisher immer getrennt war.

So gab es für die Templer nicht nur spirituelle Pflichten zu erfüllen sondern auch militärische. Ein Templer durfte sich nie vom Kampf zurückziehen, er durfte in Gefangenschaft nicht um Gnade bitten, gefangengenommene Brüder wurden nicht freigekauft. Die meisten gefangenen Templer wurden getötet, weil auch die Alternative, zum Isalam zu konvertieren, nicht in Frage kam. Der Ritter im weißen Waffenrock mit dem roten Kreuz auf der Brust wurde jedenfalls für alle Zeiten zum Inbegriff des gefürchteten Kreuzritters.

Der Orden breitete sich rasch über ganz Europa aus. 1139 wurden die Templer vom Papst Innozenz II. dirket dem Papst unterstellt, wodurch sich die Tempelritter bald zu einem übernationalen Staat mit zahlreichen Beitritten entwickelte. Bald verfügten sie über eingedehnte Ländereien in Europa. Die Hochburg war Frankreich. Entlang der Kreuzfahrerrouten errichteten die Templer Stützpunkte, an denen Reisende versorgt werden konnten. Gleichzeitig nahmen sie aber auch aktiv an kriegerischen Auseinandersetzungen teil, zum Beispiel am zweiten Kreuzzug.

Der Tempelorden wurde zum Umschlagplatz für zahlreiche neue Ideen und Gedanken, durch die intensiven Kontakte zu arabischen und hebräischen Gelehrten. Eine Art Vermittler zwischen den Erkenntnissen der verschiedenen Kulturen. Außerdem erwiesen sie sich als überaus tolerant gegenüber andersdenkenden Christen. Viele Anhänger der Katharer (Albigenser) fanden Schutz und Unterschlupf bei den Templern. Der katholischen Kirche blieben diese Handlungen, mehr oder weniger ein offener Widerstand gegen die Politik der katholischen Kirche, nicht verborgen. Zum damaligen Zeitpunkt noch ohne Konsequenzen, denn der Tempelorden war bereits zu mächtig geworden.

Der Weg nach unten bis zum Ende

Nach der Eroberung Jerusalems durch die Sarazenen verlegten die Templer ihr Hauptquartier nach Akkon, welches aber 1291 zerstört wurde. Auch ihr neues Domizil auf Zypern konnten sie nicht lange halten. Sie verlegten ihren Hauptkonvent nach Paris - in die Höhle des Löwen, wie sich bald herausstellen sollte.

Halb Eruopa stand tief in der Schuld des Tempelordens, so auch der französische König Philipp IV., "der Schöne". Um seine Schulden loszuwerden, bewarb er sich um die Aufnahme in den Orden. Die Templer durchschauten die List des Königs und verweigerten ihm die Aufnahme in den Orden.

Wahrscheinlich kannten die Tempelritter die Gefahr durch die Zurückweisung des Königs, verließen sich jedoch auf den Schutz des Papstes. Philipp IV. indes begann mit der Vernichtung der Templer. Er verschickte versiegelte Haftbefehle, die alle am Freitag den 13.Oktober 1307 zu öffnen und sofort umzusetzen waren. Angeblich entkamen nur zwölf Ritter den Verfolgungen, darunter nur ein Würdenträger. Die verhafteten Templer wurden durch die Inquisition der Folter unterzogen. Alle Prozesse endeten mit einem Todesurteil. Die Anklage lautete bei allen gleich: Die Templer hätten sich der Leugnung Christi sowie homosexuellen Handlungen schuldig gemacht. Außerdem würden sie geheime nächtliche Versammlungen abhalten und einen "Baphomet" genannten Kopf anbeten. Der rätselhafte "Baphomet" - Vorwurf betraf nur die Templer. Keine andere der Ketzerei angeklagte Gruppierung oder Person wurde mit diesem Vorwurf konfrontiert.

Papst Clemens V. protestierte zu Beginn gegen die Vorgangsweise des Königs, aber seine Proteste blieben schwach und letzlich föllig wirkungslos. Im Gegenteil, Philipp IV. fand auch noch unangenehme persönliche Fakten mit denen er den Papst erpresste. Clemes V. schickte also Briefe an die westlichen Fürsten, sie sollen die Templer verhaften und ihre Güter der Kirche übertragen. Die Gerichtsbarkeit über den Orden übergab er an weltliche Konzilien. Eine konkrete Verfolgung der Templer unterblieb nur in Schottland, Portugal und Österreich, im Rest Europas wurden sie verfolgt. Mit der "Vox in excelsio" vom 22.März 1312 hob Papst Clemens den Templerorden endgültig auf. Der Besitz wurde an die Johanniter übergeben.

http://www.freimaurer-templer.de/Templer_Schmuck/Templer_Schmuck-444-silber-ring-tempelritter.html

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