Nach dem politischen Erdbeben, dass das #Ibizagate (und damit Straches korrupte Absicht, Österreich so richtig 'ehrlich' und ‚patriotisch‘ an eine russische Oligarchin zu verhökern) auslöste, trat Sebastian Kurz vor die Kameras und sprach von "Maximaler Stabilität", die er zu erhalten gedenke.

Um nun diese von ihm gemeinte „Stabilität“ nachzuvollziehen, was vielen Österreicherinnen und Österreichern wie auch dem Rest der Welt nicht möglich ist, lohnt ein Blick auf eine fiktive To-Do-Liste des aktuellen Crash-Kanzlers, der wohl aufgrund seiner bisherigen Vorgehensweise niemals als ‚fairer Teamplayer‘ Berühmtheit erlangen wird.

gasz / G. Szekatsch

Und wo im arestoteleschen Sinn ein Drama bzw. eine Fiktion oft mehr Wahrheit als öffentlich verschleierbare Realitäten preisgeben kann, so trifft das wohl leider auch - gemessen an den Geschehnissen - auf diese satirische Liste zu.

Denn dort, wo mit Kurz Regierungen ein jähes und kalkuliertes Ende finden, zeigt er zum wiederholten Male ‚stabile‘ Kontinuität darin, mit Intriganz, autokratischer Alleinherrscher-Attitüde und erzwungenen Neuwahlen die Alleinherrschaft in Österreich erlangen zu wollen. - Die Frage wird hier sein, wieviel Neuwahlen Österreichs SteuerzahlerInnen noch finanzieren und aushalten sollen, bis der jetzige Jungkanzler Kurz mit sehr kurzen Regierungshalbwertszeiten endlich zu seinem Ziel, dem alleinigen und 'Totalen Kurz' gelangt ist?

Was im Medien-Trubel dieses sehr ungustiösen und für Österreich höchst beschämend korrupten #Ibizagates nämlich untergeht, ist die seltsame Tatsache, dass die ÖVP schon vor mehr als 8 Wochen Plakatflächen für eine Wahl im Herbst reservierte (siehe Berichte hier auf 'meinbezirk.at' und hier auf 'heute.at' ). Womit klar ist, dass eine Neuwahl auch ohne ein Video, das die Machtmissbrauchs- und Korruptionsbereitschaft des Koalitionspartners dokumentiert, bereits geplant war.

Die Erfolgsbilanz seiner Arbeit, die ihn - betrachtet man sein Agieren hinter den Kulissen - nun eher Intriganzler als Kanzler dastehen lässt, ist am gegenwärtigen politischen Zustand in Österreich abzulesen. Denn wo die mediale Strahkraft der österreichischen Politik noch vor Kurzem aus haarsträubenden seriellen 'Einzelfällen' mit Wiederbetätigungsbeigeschmack, Machtmissbrauchs-Dünsten, Skandalen und asozialen politischen Entscheidungen bestand, so kam es nun noch dicker. Und da nutzt auch die demagogische und rein rhetorische Beschwörung eines fiktiven Zustands der „Maximalen Stabilität“ nichts, wenn sich die Regierung in Macht- und Muskelspielen der regierenden Parteien vor den Augen der Öffentlichkeit gerade selbst zersetzt.

(Der Hinweis, dass man doch derzeit so erfolgreiche Politik betreibe, dass der Schuldenkurs vorhergehender Regierungen beendet werden konnte, klingt zudem deshalb höhnisch, da das Finanzministerium seit 2007 fest in der Hand der ÖVP - also der derzeitgen Kurz- & Kanzlerpartei - war und ist.)

Insgesamt befinden wir uns also in einem Gesamt- und Sittenbild der österreichischen Politik, in dem das Chaos eruptiert; - und: in dem zwischen den Worten, die öffentlich in Kameras gesprochen werden und jenen, die in Hinterzimmern - eben wenn niemand hinhört - ausgetauscht werden eine Kluft namens 'Intrige, Komplott und Machtrausch' liegt.

Insofern eine solche Situation anhand der parteiinternen 'Putsch'-Umstände, mit denen Kanzler wie auch Vize innerhalb ihrer eigenen Parteien an die Macht kamen, vorausgesehen hätte werden können, sollte sich Österreich daraus einen Merksatz machen. Dieser könnte lauten: 'Setze niemals jemanden an die Hebel der Macht, der mit Intrigen groß geworden ist und so machthungrig ist, dass er dafür sogar Parteikollegen in den Rücken fällt. Denn dieser Jemand wird auch Dir in den Rücken fallen'.

Was dabei rauskommt, haben wir ja jetzt vor Augen. Und das ist einerseits ein machtgieriger Heuchelpatriot, der seine 'Heimat' an Russland verscherbeln würde, wenn er könnte und andererseits: einen sehr machthungrigen jungen Kurz, der Österreich für kalkulierte Regierungs-Crashs und intrigante Neuwahlspielchen missbraucht, um die Alleinherrschaft zu übernehmen.

Angesichts dessen würde ich meinen: es wäre bei der nächsten Wahl mal Zeit, die ‚großen Töchter‘ des Landes ans politische Ruder zu lassen. - Denn genug ist tatsächlich genug – und das auch für machthungrige politische Intrigen- und Komplott-Schmiede. Die mögen dann ihre dreckige Machtspielchen- & Burschenschaftswäsche mal allein zuhause und nicht am politischen Parkett auf Kosten aller ÖsterreicherInnen waschen.

Darüberhinaus sei daran erinnert: Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Fortschritt, Heimatliebe, Fairness und Kooperationsbereitschaft sind nicht nur hohle Phrasen für öffentliche Mikros, sondern haben reale Dimension. Was Österreich braucht, ist kein hintertriebener Machtknilch, keine kurzen Regierungen und keine täglichen Skandal- und Alarmismusheadlines, sondern ebenso transparente wie besonnene Sachpolitik und Integrität.

UPDATE vom 21. Mai - 11.21 Uhr:

Da sich aktuell nahezu stündlich die Situation ändert hier ein aktueller Artikel und zwei Live-Ticker: https://www.profil.at/oesterreich/live-kanzler-kurz-vorwuerfe-strache-10795333

Live-Ticker im Kurier: https://kurier.at/politik/inland/live-ticker-kurz-kanzlerschaft-auf-der-kippe/400500481 und in Oe24: https://www.oe24.at/oesterreich/politik/FPOe-will-Kanzler-Kurz-stuerzen/380957162

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