Der 15-jährige sei polizeibekannt und gelte nach Einschätzung der Sozialarbeiterin "als aggressiv und unbeschulbar"

Und er erstach einen 14-jährigen Mitschüler. In Lünen, Nordrhein-Westfalen. Es soll ihm oder seiner Mutter die gebührende Ehre verweigert worden sein.

2005 wurde in Wien ein 14-jähriger Mitschüler erstochen. Auch hier soll Ehre oder Respekt eine Rolle gespielt haben.

So sehr sich beide Verbrechen gleichen, so unterschiedlich sind die öffentlichen Reaktionen. Gewöhnen wir uns langsam daran, dass Schulkinder nicht nur im Straßenverkehr sterben können?

Darüber ließe sich trefflich diskutieren.

Unstrittig ist, dass unser Rechtssystem, zumindest die Art und Weise, wie es praktiziert wird, ein Irrweg ist.

Ich habe einmal über ein Erlebnis in einem Land, in dem viele ehrenwerte Schüler ihre Wurzel haben, geschrieben.

Ich "nahm" mir einen Fremdenführer und "bestellte" ihn für den nächsten Tag für 13.00 Uhr in die Nähe einer Polizeistation. Ich kam um 12.00 Uhr und war "verwundert", dass der Fremdenführer noch nicht da war. Schließlich hatte er ja schon einen Vorschuss bekommen. Ich ging in die Polizeistation. Darin war ein Tisch, ein Sessel und ein Polizist. Auf dem Tisch lag die gesamte polizeiliche Ausrüstung: ein langer Stock. Hinter dem Tisch saß der Polizist auf dem Sessel. Ich beschwerte mich über die Unzuverlässigkeit des Fremdenführers, der ja schon eine Anzahlung bekommen hatte. Der Polizist hörte sich alles an, blieb sitzen und tat einen Schrei. Sofort steckte ein Zivilist den Kopf in die Polizeistation. Der bekam eine Order und schrie ebenfalls einem anderen etwas zu. Und kurze Zeit später stand der Fremdenführer in der Polizeistation. Er klärte den Sachverhalt auf. Er entschuldigte sich. Mir fiel alles wieder ein. Ich entschuldigte mich und gab dem Fremdenführer eine Zusatzmaut für das Ungemach.

Davor fragte mich allerdings noch der Polizist, ob ich noch weitere Beschwerden hätte!

Menschen, die in einer derartigen Rechtsordnung aufwachsen, brauchen neben Verständnis klare Worte, um in der unsrigen leben zu können.

Zuwanderer sind weder Monster noch Heilige, sondern Menschen. Und Menschen brauchen Kontrolle. Wenn ein junger Täter aus einer Gesellschaft, in der ein Polizist - auch wenn kein Verbrechen verübt wurde - Stockhiebe verteilen darf, einen auf dem Boden liegen Polizisten mit den Füßen tritt, und anschließend vom Richter hört, "Sie bekommen noch einmal eine Chance, nutzen Sie diese", und mit einer bedingten Strafe, die als Freispruch aufgefasst wird, in sein ehrenwertes Milieu zurückgelassen wird, dann ... ja dann hat der Boboismus wieder einmal gesiegt.

Am 26. Jänner finder wieder der Wiener Akademikerball statt. Dass es Demonstrationen geben wird, ist klar. Unklar ist, wie die Reaktionen ausfallen werden. Die unmittelbaren vor Ort, aber auch die späteren im Gerichtssaal.

Wird es wieder nur sechs Monate bedingt für gewalttätigen Demonstranten geben?

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Gerhard Neuwirth

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