Gut erhaltenes Kind, 9 Jahre, wenig gebraucht, männl., beidseitig verwendbar, Preis nach Absprache

In diesem Sinn wurde ein heute 9-jährige Bub vermarktet. Und alle hätten es wissen müssen. Aber niemand hat Schuld. Und wir brauchen mehr Personal, das … noch weniger mitbekommt? Aber niemand hat Schuld. Es war die Überlastung. Die Überlastung, zu vermeiden, einen Christian L. nicht zu diskriminieren. Auch ein Christian L. hat Rechte. Menschenrechte. Auch ein Christian L. verdient eine zweite Chance. Und eine dritte, vierte … . Ist es so?

Aus Frankfurter Allgemeine:

„Wer trägt die Verantwortung dafür, dass der schon 2010 wegen sexuellen Missbrauchs eines Mädchens verurteilte Christian L. zwischen 2015 und 2017 einen inzwischen neun Jahre alten Jungen im Darknet zum Missbrauch anbieten konnte? Die Gerichte? Das Jugendamt des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald in Freiburg? Oder der Bewährungshelfer? Oder ist das häufig zutage tretende Kompetenzgewirr zwischen Jugendämtern, Gerichten und Strafverfolgungsbehörden hierfür verantwortlich?“

Der Artikel schließt mit:

„Landrätin Dorothea Störr-Ritter (CDU) und ihr Jugendamt stehen zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit in der Kritik: 2015 war der drei Jahre alte Alessio aus Lenzkirch von seinem Stiefvater getötet worden, nachdem das Jugendamt eine Inobhutnahme beendet hatte. Ärzte hatten vor den Zuständen in der Familie gewarnt. Im Fall des Flüchtlings Hussein K., des mutmaßlichen Mörders der Studentin Maria L., hatte das Jugendamt ohne Genehmigung eine Erziehungsstelle eingerichtet.“

In Österreich berichtet Heute:

"Ein deutsches Paar soll seinen Sohn (9) über Jahre hinweg von Männern gegen Bezahlung vergewaltigen lassen haben. Eine Festnahme gab es in Österreich."

Ende gut – Alles gut

"LKA-BW: Pädophilenring zerschlagen - Mehrere Festnahmen im In- und Ausland, neunjähriges Missbrauchsopfer in staatliche Obhut genommen."

Der Name einer Richterin taucht mehrmals auf.

Eva Voßkuhle, Vorsitzende Richterin am Oberlandesgericht Karlsruhe.

Sie ist mit Andreas Voßkuhle, dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts verheiratet. Andreas Voßkuhle hat zweimal das Angebot, Bundespräsident Deutschlands zu werden, abgelehnt.

Hat Richterin Voßkuhle eine Fehlentscheidung getroffen?

Am 15.2. wird noch einmal massig demonstriert, in Freiburg. Da wird auch der Rücktritt der Richterin Eva Voßkuhle gefordert werden. Da könnten schon so 10 oder 20 zusammenkommen.

Nur, am 15.2. ist das schon längst vergessen: Ein paar Personen haben ein Verbrechen verübt, ein paar Personen wurden verurteilt. Der Rechtsstaat ist intakt. Der Rechtsstaat schreitet zu neuen guten Taten. Gerichte arbeiten für das Wohl der Kinder, Jugendämter arbeiten für das Wohl der Kinder.

Und irgendwo wird im Internet zu lesen sein:

Gut erhaltenes Kind, 7 Jahre, neuwertig, männl., allseitig verwendbar, Preis nach Absprache

Nachsatz:

Es wird auch keine Untersuchung, ob der Bub lebenslang eine hohe Apanage vom Staat bekommen sollte, geben. Er sollte. Apanage war eine Vergütung in Adelskreisen für nichtregierende Nichtstuer, damit sie standesgemäß leben konnten. Beim Buben geht es nicht um ein standesgemäßes Leben. Es geht um ein menschenwürdiges Überleben. Es geht darum, dass einem Menschen, der kaputt gemacht wurde, ein menschenwürdiges Dasein geschuldet wird. Der Staat könnte regressieren. Personen in Spitzenpostionen, die Spitzengehälter kassieren, tragen auch eine entsprechende Verantwortung, für die sie einstehen müssen.

Aber dafür müsste der Bub erst einmal klagen. Das darf er nicht. Das müsste sein Vormund. Der wird nun der Staat werden. Und wenn sich der Staat auch schon mal irren kann, dumm ist er nicht. Warum sollte er sich selbst klagen? Die Wiedergutmachung, die dem Kind gezahlt werden könnte, ist nicht das Problem. Es werden ungleich höhere Summen für ungleich Unangemesseneres rausgeworfen. Es ist das Gesicht. Der Staat darf sein Gesicht nicht verlieren. Und ganz ehrlich, dem Kind ist eh nicht mehr zu helfen. Den kann man nur mehr auf einen sozialen Erinnerungswert abschreiben. Und überhaupt. Wozu gibt es Hartz IV?

Das Martyrium soll 2015 begonnen haben. 700 Tage. 700 Tage sind für einen 7-jährigen eine ganze Ewigkeit. Eine nicht endende Ewigkeit, in der der Staat ausschließlich durch Versagen auffiel. Versagen, dass sich die handelnden Organe mit satten Gehälter von den Steuerzahlern belohnen ließen.

Ich glaube, jeder hat genug Vorstellungsvermögen, sich die „Seelenwelt“ des Kindes - zumindest annähernd - vorstellen zu können. Und ich bin sicher, dass die Wenigstens ein Video ertragen könnten, das zeigt, was das Kind ertragen musste.

Ich schreibe so verbittert, weil für Ute Bock – die als ein Symbol unserer Gesellschaft gilt – eine große Gedenkdemonstration geplant ist.

Aber der namenlosen Buben – der tatsächlich ein Symbol unserer Gesellschaft ist – nicht schnell genug in den mediale Hades verdammt werden kann.

Wie gut, dass wir alle so gut sind; und dem Bösen so tapfer und mutig entgegentreten.

pixabay

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