Egal, wer im Herbst gewinnen wird, die Verlierer sind schon jetzt die Kinder

Die Politik wird immer turbulenter. Trotzdem beabsichtigt die Regierung noch einige Punkte umzusetzen. Die Aktion 20.000, die Erhöhung der Forschungsprämie, die Reform der Studienbeihilfe und die Einführung der Frauenqoute in Aufsichtsräten der Großkonzerne sollen, zumindest teilweise, beschlussreif sein.

Aufgeschoben dagegen wird die Bildungsreform. Cluster hin oder her, auch im Schuljahr 2017/2018 werden Kinder in die Schule gehen und nur im Groben mitbekommen, worum es gerade im Einzelnen geht. Und egal, wie mangelhaft ihre Leistung auch sein mag, sie werden aufsteigen, die Schule beenden, um AMS-Kunden zu werden.

Offene Bücherschränke auf der Straße sind etwas Schönes. Weniger schön ist, dass sie meist nicht geöffnet werden. Lesen ist offiziell für jeden fünften Schüler etwas Fremdes. Das Einzige für viele Verantwortliche, das an diesem Satz stört, ist, dass es nicht für "jede/n fünfte/n SchülerIn" heißt.

Unlängst erzählte mir jemand stolz, dass sich seine Schwiegermutter zwei Wohnung in Wien erarbeitet hätte UND Analphabetin sei. "Und", nicht "obwohl". Entscheidend wurde, was man (oder frau) hat, und nicht, was man (oder frau) ist.

Schuld am Niedergang der Bildung sind sicher nicht die "LehrerInnen". Einige Lehrer wurden erwischt und verurteilt, weil sie ihren Schülerinnen beistehen wollten. Schülern gegen den Bürokratismus beizustehen wird als Amtsmissbrauch geahndet.

Österreich ist noch weit davon entfernt, sich wie Griechenland einem Diktat von außen beugen und ab 2019 zur Budgetkonsolidierungen die Steuern erhöhen und die Pensionen senken zu müssen.

Aber je weiter eine Bildungsreform hinausgeschoben wird, desto näher rücken diese Schreckensvorstellungen.

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Claudia Felbermayer

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