Ich möchte euch heute in zwei Teilen von einer wahren Geschichte berichten, die mich sehr mitgenommen hat. Beginnen wir von vorne:

Immer wieder wird die Öffentlichkeit mit Horrormeldungen schockiert. Melvin wurde mit heißem Wasser überschüttet. Weil er sich nassgemacht hatte. Er starb unter unvorstellbaren Schmerzen. Drei Tage dauerte sein Todeskampf. Lucas wurde zu Tode vergewaltigt. Cain wurde von seinem Stiefvater erschlagen, weil er sich aus Angst nassgemacht hatte.

Diese Verbrechen "passieren" nicht einfach. Sie kündigen sich an. Sie sind keine höhere Gewalt. Sie könnten zum Großteil verhindert werden.

Mein Motto ist, wer auch nur kurz hinschaut, schaut nicht weg.

Einen wesentlicher Teil der Wahrheitsfindung stellen Gerichtsgutachten dar. Während bei Medien-Prozessen zwei oder drei Gutachter bestellt werden, reicht für die zahllosen No-name-Verfahren ein Gutachter aus. Beim Alen R. Prozess wurden drei Gutachter bestellt, die sich widersprachen.

Reicht ein Gutachten wirklich aus, einen oft komplizierten Sachverhalt lückenlos zu klären? Anhand eines Auszugs aus einem Gutachten, das über das weitere Schicksal zweier Kinder entscheidet, möchte ich meine Zweifel anmerken.

Nun zu der Geschichte, von der ich heute den ersten Teil veröffentlichen möchte und die meines Erachtens zeigt, welche unglaubliche Lücken unser Rechtsstaat birgt, denn Recht kann leider auch Unrecht bedeuten:

Nach der Trennung der Eltern lebte der 2-jährige B beim Papa und die 3-monatige M bei der Mama. Das Gericht bestellte einen Gutachter, um zu klären, bei wem die Kinder leben sollen.

Auszug aus dem Gutachten (Namen geändert):

„Der Vater verließ die Beratungsstelle, B. zu weinen beginnend:

„Der Papa – ist weg.“

B schluchzte, bewegte sich von der Mutter und den Spielsachen weg, sah gegen die Wand. Die Mutter: „Mhm. Der Papa kommt ja eh gleich wieder. Hmm? Na geh? Ist ja gut B. Der Papa kommt gleich wieder.“

B. schluchzte erneut. Die Mutter: „Der Papa kommt eh gleich wieder. Jetzt spielen wir ein bissi.“ B begann heftig zu weinen. Die Mutter: „Mausi, ist ja gut.“ Die Mutter näherte sich B vorsichtig und versuchte ihn zu berühren, er wandte sich aber von ihr ab.

Das laute Weinen von B führte auch bei M. zu einem heftigen Aufschrei. Die Mutter nahm M. an sich, die sich dann beruhigte, aber scheinbar besorgt zu B. sah. B. weinte heftig. Die Mutter versuchte, ihn zu beruhigen und ihn zu erklären, dass der Papa draußen sitze und bald wieder komme.

B. wiederholte mit Unterbrechungen: „Ich mag den Papa. Den Papa mag ich.“ Die Mutter erklärte, dass sie B. zeige wo der Papa sitze. Sie dachte offenbar, dass er im Vorzimmer blieb, der Sachverständige erklärte, dass der Papa die Praxis ganz verlassen habe. B. weinte weiter, die Mutter erklärte wiederholt, dass der Papa bald komme und sagte zu B., dass sein Rucksack da sei und er bald wieder komme. Die Muttern weiter: „B. , komm her.“ B: „ Nein, den Papa mag ich.“ Die Mutter: „ Ist ja gut. Hast Angst, dass der Papa nicht wieder kommt?“ B. weinte weiter.

Der Vater klopfte an die Tür und wollte wieder hereinkommen. Der Sachverständige verwehrte ihm das und erklärte, dass er noch draußen warten solle, B. in Sicherheit sei und ihm diese Situation zuzumuten sei.

Die Mutter versuchte, B. zum Spielen zu bewegen. B: „Mag nicht spielen.“ Die Mutter weiter: „Du kannst nachher dem Papa erzählen, was du gespielt hast, wenn er wieder kommt.“ B weinend: „Ich mag den Papa.“ B weinte erneut sehr heftig auf und fragte nach dem Papa. Die Mutter erklärte, dass sie M wieder zurück lege und fragte B, ob er das Stillkissen noch kenne. B: „Ich mag nicht. Ich mag den Papa.“ Die Mutter: „Ich weiß, Mausi.“ B fragte nach dem Papa. Die Mutter zeigte B, dass sie für ihn etwas mitgebracht habe, B ignorierte die Mutter. Die Mutter sagte, dass sie dann der M was zum Spielen gebe und gab ihr eine Rassel und etwas zum Kauen. B fragte nach dem Papa, die Mutter sagte, dass der Papa gleich wieder komme und zeigte ihm, dass sie Stifte mitgebracht habe. B weinte weiter nach dem Papa. Die Mutter fragte B, ob er nicht schauen wolle, was sie im Rucksack habe, B weinte erneut nach dem Papa.

M quietsche, die Mutter streichelte sie, M beruhigte sich.

B weinte erneut nach dem Papa. Die Mutter erklärte, dass der Papa wieder komme. Die Mutter versuchte, B für die Spielsachen zu interessieren. B weinte weiter nach dem Papa. Die Mutter: „Ich hab mich schon so auf dich gefreut, B. Letztes Mal haben wir auch schön gespielt. Der Papa kommt ja gleich.“ Die Mutter versuchte, B zu beruhigen: „Ist ja gut, ist ja gut. Jaa.“ B weinte weiterhin nach dem Papa.

Versuche der Mutter, B zu beruhigen und ihn für Spielsachen zu interessieren, lehnte B ab, er weinte zunehmend weniger. Die Mutter fragte B dann, ob er mit ihr etwas machen wolle, B reagierte nicht, hörte kurz mit dem Weinen auf, begann dann aber erneut herzhaft, nach dem Papa zu weinen. Weiter Versuche der Mutter, B zu beruhigen und ihn abzulenken, scheiterten. Immer wieder quengelte auch M, die Mutter nahm M schließlich zu sich auf den Schoß. Die Mutter zu B: „Was ist denn? Ich hab mich schon so gefreut, dass wir ein bisschen spielen.“ B weiterhin: „Ich mag den Papa. Ich mag ihn haben, den Papa.“

Der Sachverständige fragte die Mutter, ob er den Vater holen solle, oder sie weiter probieren wolle, B zu beruhigen. Die Mutter überlegte, versuchte noch einmal, B zu beruhigen, der mit dem Weinen zwischendurch doch immer wieder verstummte, aber letztlich nicht aufhörte, weinerlich nach dem Papa zu fragen."

Auch das Besuchscafe, in dem die Kindesmutter B regelmäßig traf, berichtete über Panikattacken, die B bekam, sobald er bei der Kindesmutter alleine bleiben musste.

Objektiv feststellbare Tatsachen wie Wohnungsadressen und Wohnungsgrößen wurden im Gutachten falsch angegeben. Nicht einmal die Namen der Kinder stimmen. Für B. (Name geändert) wurden sogar mehrere Namen verwendet.

Welche Empfehlung hat der Gutachter abgegeben?

Könnt Ihr es euch vorstellen?

Ja, genau, es hieß sogleich, der Vater sei psychisch krank, was er, wie sich später herausstellen sollte, nicht ist. Das Gutachten war nur der Auftakt zu einer unglaublichen Geschichte, die bis heute anhält. Mehr dazu morgen.

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