Ich muss oft erstaunt lächeln, wenn Personen ("Multikultis", auch hier auf F&F) über Gerechtigkeit schreiben. Sie haben nicht verstanden, dass der Mensch so ist wie er ist und dass es niemals Gerechtigkeit geben wird.

So möchte ich mal von einem Ort erzählen, an dem das Wort Gerechtigkeit keine Bedeutung hat. Ich war vor vielen Jahren an diesem Ort..

Yolanda/pixabay https://pixabay.com/de/photos/kind-m%c3%a4dchen-peru-s%c3%bc%c3%9f-gesichter-143880/

Ich habe in meinem Leben noch nie einen schmutzigeren Ort gesehen als La Oroya,eine Bergstadt hoch in den peruanischen Anden. Diese Stadt galt lange als die meist verseuchteste und dreckigste in ganz Südamerika. Die Menschen kämpften dort jeden Tag ums nackte Überleben, gegen das Gift und die Geldgier der Bergbau-Manager. Dort starben lange Zeit hauptsächlich die kleinen Kinder wie die Fliegen. Manche der Bergbau-Stollen waren so klein und schmal, dass nur Kinder es schafften, darin zu arbeiten.

Ohne Sicherung ohne Schutz, da wurden sie nicht alt. In den Statistiken, in den Profitkurven der Bergbau-Bosse schienen diese toten Kinder niemals auf. Der Bergbau in La Oroja war ein Erfolgsprojekt der Firmen aus dem Ausland.

Die Einheimischen von La Oroja- Indios, Mestizen und Latinos hatten wenig von diesem Reichtum. Sie waren einfache, sehr arme Menschen.

Tief im Berg von La Oroja wohnte für die Bergarbeiter der Teufel, er lauerte in den dunklen nassen Stollen.

Sie brachten deshalb Opfergaben mit in den Berg, um wieder gesund aus der Erde heraus kommen zu können.. Seit sie denken konnten war das in La Oroja immer so. Denn vor 500 Jahren zwangen die Spanier ihre Vorfahren in diesem Gebiet schon nach Gold, Silber und Blei zu graben.

Und die Spanier waren schlau, sie erzählten den Einheimischen vom Teufel, den man besänftigen musste, um im Berg überleben zu können.. Da hatte sich bis heute nicht viel verändert.

So kann man sagen, angesichts solcher Orte wie La Oroja, leben wir alle nicht wirklich in einer heilen gerechten Welt, wie manche von uns naiv glauben.

Die Realität ist eine Welt, wo viele Menschen hungern müssen und Kinder sterben. Viele dieser Kinder haben keine Kindheit und keine Zeit, um spielen.

La Oroja in Peru ist nur eines von vielen Beispielen, wo sich diese vermeintliche Gerechtikeit von der WIR oft sprechen nicht findet.

Täglich wurden damals in La Oroya große Mengen an Schwefeldioxid aus den Schmelzhütten in die Luft geblasen. Blei und Schwermetalle verursachten bei den Menschen Hirn- und Nervenschäden.

Geld kann man nicht essen, sagten die Einwohner von La Oroja.

In Südamerika arbeiten auch heute noch über 20 Millionen Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren unter den härtesten Bedingungen, um zu überleben.

Sie arbeiten als Schuhputzer, als Bauarbeiter und als Bergleute in den Kohlen- und Erzgruben der Reichen. Sie werden von der kath. Kirche benützt, ausgenützt, vergewaltigt und oft ihrer kleinen Seele beraubt.

Und der Padre in der Kirche predigt und ermahnt sie, stark zu bleiben, denn es wäre ihre Aufgabe, ihre Schuld abzuarbeiten- nur so könnten sie die Wunden Gottes heilen?!?

Doch diese armen Menschen verstehen es nicht. Sie fragen sich: Wie groß muss denn ihre Schuld sein, wie groß die Wunden Gottes, die anscheinend niemals heilen?

Sie sehen im Fernsehen eine völlig andere Welt als die ihre, eine Welt, in der es glitzert und wo die Tische voll sind mit Speisen und Getränken.

He Gringo" sagte in Oroja ein kleiner Junge zu mir,"hast du einen Schluck Coca Cola für mich?“ und er sah mich mit großen Augen an. Ich war für ihn ein Außerirdischer, einer, der aus einer anderen Welt kam. Ich kam für sie von einem Ort, den sie für das Paradies hielten.. Wie sollte ich es ihnen auch erklären, wie ich lebte, wie unsere Kinder leben? Sie würden es nicht verstehen.

Wie sollte ich ihnen erklären, in welcher Maßlosigkeit wir in Europa leben?

Wie sollte ich erklären, dass man in meiner Welt Kindern Fettpillen gibt, damit sie etwas schlanker werden. Wie erkläre ich eine Welt, in der die eine Hälfte hungert, und die andere im Überfluss lebt? Wie erkläre ich ihnen, was Gerechtigkeit ist?

Wir scheinen es noch zu besitzen, das materielle Glück. Das Glück an einem vollen Gabentisch des Lebens sitzen zu können. Diese Menschen in La Oroja kennen das nicht.

Ist das die Gerechtikeit des Lebens?

Vieles kann sich im Leben sehr schnell verändern. Wir spüren es derzeit auch schon in Europa. . Und so beginnt es.. es hat immer einen Anfang.. Europa wird verarmen, gefährlich werden wie weite Teile Südamerikas..

Wir in den reichen Industriestaaten verstecken uns hinter schönen Worten, beruhigen uns selbst mit Spendenaktionen.

Ich persönlich hasse diese Scheinheiligkeit.. der Ruf nach Multi-Kulti. Doch die Menschen haben nicht verstanden, dass es nicht funktionieren kann und wird. Weil die Einen immer mehr wollen als die Anderen. So ist der Mensch. War er immer. Wird er immer sein.

Von der Selbstgefälligkeit in die Dummheit. Das sind wir.

Wir sollten das Wort Gerechtigkeit aus unserem Wortschatz streichen.

Das wäre ein guter Anfang, denn das ist die Realität.

Herbert Erregger Herbert Erregger

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