Poesie des Herzens, ein Gesicht das lächelt, so das auch du lächeln musst. Das Leben ist nur ein Schauspiel, wir spielen auf dieser Bühne des Schicksals unsere Rolle, die man uns zugeteilt hat. Manche sind die Helden, andere wiederum sind die Verlierer, andere strahlend, sowie es um so manchen dunkel bleibt.

Es sind aber wir, die aus diesem Schauspiel eine Komödie, oder ein Drama machen. Da ist dann die Liebe, aber auch die Verzweiflung, das Leben und der Tod.

Aber fast alle lieben den Applaus, die Anerkennung und den Erfolg. Manche spielen nur für die eigene Eitelkeit, die Selbstdarstellung, andere sind leise und wenig beachtet, und man erkennt ihre Rolle erst danach. Dann, wenn der Vorhang fällt, für immer fällt, dann plötzlich erkennt man: Dieser Mensch spielte für die Poesie, für eine Poesie, die sich in unseren Herzen wiederfindet.

Dimitri war so ein Mensch, jetzt hat sich der Vorhang auf der Bühne des Lebens fü immer gesenkt. Er ist gegangen.

Ich habe ihn persönlich nicht gekannt, aber seine Ausstrahlung, sein Lächeln, seine Poesie haben auch mich im Herzen berührt. Zufällig, über das Fernsehen in einer Dokumentation über sein Leben. Jetzt, am 19. Juli 2016, ist er in seinem 80. Lebensjahr plötzlich gestorben. Dimitri war ein Schweizer Clown. Sein bürgerlicher Name lautete seit einer Namensänderung Jakob Dimitri

Geboren: 18. September 1935, Ascona, Schweiz

„Dimitri spielte mit seiner Kunst auf den sensibelsten Saiten unseres menschlichen Seins"

1935 in Ascona geboren, wollte Dimitri, Jakob Dimitri mit bürgerlichem Namen, schon im Alter von sieben Jahren Clown werden.

Seinen Durchbruch erzielte Dimitri, als er 1970 erstmals eine Saison lang im Zirkus Knie auftrat. 1971 gründete er das Teatro Dimitri in Verscio, 1975 folgten die Scuola Teatro Dimitri und 1978 die Compagnia Teatro Dimitri. In der jüngeren Zeit kamen noch ein Komik-Museum und der «Parco del Clown» hinzu.

Er sei «ein Poet gewesen, der die Menschen liebte, und geliebt werden wollte, einer der wunderbarsten, großherzigsten, poetischsten Menschen. Er wird der Welt fehlen

Doch was ist der Tod? Für Dimitri nichts Schreckliches. Er habe die Gewissheit, dass es danach weitergehe. «Man wird nicht einfach unter dem Boden von den Würmern gefressen.» Diese Idee sei anthroposophisch: «Der größte Teil dessen, was uns ausmacht, ist nicht materiell: unsere Gedanken, unsere Gefühle, unsere Träume.»

Wissen Sie, es gibt Kulturen, wo man selbst dem Tod mit Humor begegnet. Die Mexikaner sind Weltmeister darin. Sie machen sich lustig über den Tod, an ihrem Karneval sehen Sie vor allem Skelette und Totenschädel.

Der große Münchner Komiker Karl Valentin hatte hingegen panische Angst vor dem Tod. Sein letzter Satz war: ‹Ach wenn ich g’wusst hätt, dass des so schöön ist…› und dann ist er entschlafen. Das sind für mich Beispiele und Vorbilder, wie man den Humor bis zuletzt bewahren kann. Es ist wohl schwierig, aber schön.»

Das sagte Dimitri, der Clown. Wir nehmen dieses Leben, unsere Rollen auf der Bühne des Lebens oft so schrecklich ernst. Es ist so, als könnten wir den Lauf des Schicksals verändern, unsere Rollen umschreiben und neu definieren.

Im Moment spielen wir in einem selbstauferlegten Drama, und versuchen unsere Rollen unentwegt zu verändern, und neu zu gestalten. So haben viele Menschen ihr Lachen verlernt, das Lachen des Herzens, das uns Dimitri, der Clown, immer vermitteln wollte.

Jetzt ist es zu einem Grinsen geworden, und erreicht die Herzen nicht mehr. Darüber sollten wir nachdenken. Es einr das Lachen und die Poesie des Herzens, wir sollten diesen Weg gehen, und die Rolle, die uns das Schicksal gegeben hat, auch akzeptieren lernen.

Es ist nicht immer nur das Große, das Einzigartige, sondern auch das für uns Unwesentliche, das uns Menschen ausmacht. Das Unwesentliche zu akzeptieren, und das wir alle irgendwie in unseren Herzen verbunden sind.

Das hat uns Dimitri der Clown hinterlassen, und macht ihn unvergesslich.

«Nun bringt er die Engel zum Lachen»: Der größte Clown der Schweiz erhielt seinen letzten Applaus.

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