Märchen sind etwas, das wir alle aus der Kindheit kennen. Etwas, das uns begleitet, uns die Welt besser verstehen lässt, uns träumen lässt, uns erzählt, dass am Ende doch das Gute siegen wird.

Es ist schön, dass es solche Geschichten, solche Erzählungen gibt. Aber man darf sich nicht darin verlieren.

Wer denkt noch an das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern.

Sie sitzt in der kalten Winternacht, allein und einsam in einer dunklen Gasse, und verkauft Schwefelhölzer.

Doch niemand will sie kaufen, die Menschen gehen vorbei, teilnahmslos, in sich versunken und sehen das Mädchen nicht.

Sie friert, sie fühlt sich einsam und alleine. Die Kälte ist bitterlich, sie kriecht durch ihr dünnes Gewand und lässt sie zittern.

So entzündet sie ein Streichholz nach dem anderen, weil sie sich etwas wärmen will. Aber die kleine Wärme ist nur von kurzer Dauer.

Das Mädchen erfriert, alleine in dieser dunklen einsamen Gasse, weil die Menschen sie nicht sehen wollten.

Im Licht des letzten Schwefelholzes erblickt sie ihre verstorbene Mutter, die gekommen ist, um ihre kleine Tochter zu holen, das kleine Mädchen, das hier so alleine ist, in dieser kalten Welt.

Ich glaube, das ist nicht nur ein Märchen. Viele Kinder frieren da draußen, nur wenigen ist es bewusst. Aber auch Erwachsene frieren innerlich und zerbrechen oft an dieser kalten Welt.

Es sind so viele, die suchen, die etwas Wärme gebrauchen würden, aber in der Kälte des Lebens erfrieren müssen.

Weihnachten- bei uns ein Fest der Familie, der Liebe, des Schenkens, der Wärme und des Zusammenseins. So viel Glitzer, so viel Licht, so viel Geschenke, so viel Vielfalt, üppig und doch oft so ohne Dank.

Bescheidenheit, Einfachheit, viele sprechen davon, doch sie finden sie nicht, weil sie nicht fühlen, nicht erkennen, nicht verstehen, nicht verzichten wollen. Üppige Weihnachten, große Geschenke- Übermaß und Undankbarkeit, eingebettet in Arroganz und Selbstverständlichkeit.

So sehen wir alle auch nicht mehr das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern, da draußen in der kalten Nacht. Das ist nur ein Märchen - und daran glauben wir nicht mehr. Man glaubt nur an das, was man sieht, was man hat, was man will, was einen Wert hat, und was etwas bringt.

Deshalb leiden innerlich so viele in dieser Zeit, die wir Weihnachten nennen. Dabei wäre es so einfach.

Gehen sie hinaus, mit offenen wachen Augen, und suchen sie das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern. Das kleine Mädchen freut sich sehr, wenn sie jemand bemerkt, wenn ihr jemand ein Schwefelholz abkauft, damit etwas Wärme in diese Welt kommt.

Das ist kein Märchen - ein Schwefelholz ist Leben, Wärme, Geborgenheit und Zuversicht.

Bringen sie dieses kleine Mädchen zum Lächeln, und sie spüren dann diese innerliche Wärme in ihrem Herzen. Das ist dann Weihnacht, das ist Frieden und Freude, die uns zu wahren Menschen macht.

Vergessen sie niemals das kleine Mädchen mit den Streichhölzern, und ihr Leben wird sich ab heute verändern - und das ist gut so.

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ps:wünsche allen auf F+F ein schönes besinnliches Weihnachtsfest.

pixabay.com pixa bay .com

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