Ganz weit draußen, da findest du die Einsamkeit.

Der Wind bewegt das hohe Dünengras, aber man spürt auch die Kraft des Windes. Er hat hier das Land und die Menschen geformt. Einige Möven fliegen kreischend über meinen Kopf hinweg.

Als Mensch störst du hier in diesem Einklang von Land und Meer, deine Schritte hinterlassen Spuren in diesem weißen Sand. Du riechst das Meer, das Salz, und obwohl du es nicht siehst, fühlst du die Kraft des Wassers.

Wind und Wasser, Land und Vögel, Traum und Wirklichkeit.

Behutsam gehe ich weiter, aber noch immer hinterlasse ich Spuren in diesem weißen Sand. Ich bücke mich und nehme diesen Sand in meine Hand. Er ist weich und warm, und er fließt wie Wasser wieder zu Boden.

herbert erregger herbert erregger

So wie das Leben, denke ich mir. Genieße den Augenblick, denn er fließt hinweg wie dieser Sand in meiner Hand. Wieder bewege ich mich auf einer Reise.

Da im Norden, da ist die Landschaft weit, fast unendlich weit ist der Horizont. Daran muss man sich erst gewöhnen, die Augen suchen ein Ziel, ein Ziel, um irgendwo ankommen zu können.

Sand und Meer, alles verändert sich hier so schnell. Dort, wo Wasser war, da ist jetzt nur Sand. Doch man sagte mir, dass es wiederkommt. Jeden Tag, jede Nacht das selbe Schauspiel.

Als Mensch bist du hier nicht wichtig. Nur ein kleiner Teil dieser Natur, Natur, die sich verändert, die gestaltet, und die erblüht und stirbt und wieder geboren wird.

Mensch, was suchst du hier in diesen Weiten?

Die Sonne spielt mit dem Horizont, und langsam versinkt sie in einem goldenen Feuer. Noch spüre ich die Wärme, noch spüre ich dieses Leben, noch spüre ich den Wind. Es ist eine Melodie, dieses Rauschen des Dünengrases im Wind.

So weit das Auge reicht ist da nichts, nur die Weite, und doch leben hier seit langem Menschen. Sie leben mit dieser Natur, mit der ständigen Veränderung. Sie sprechen nicht viel, sind still und lauschen.

Sie haben sich angepasst. Sie wissen wie einsam man sich in dieser Einsamkeit fühlen kann.

Doch wenn du lernst die Einsamkeit zu lieben, so wirst du auch beschenkt. In der Stille findet sich die Seele wieder. Der alte Fischer sagte zu mir, "Geh da hinaus in die Einsamkeit, bis du den Leuchtturm findest."

Und da stehe ich jetzt, weit draußen, zwischen Sand und Meer, zwischen hohen Gras und Birkenwäldern. Birkenwälder, die bis ans Meer reichen.

Und dann sehe ich ihn, den Leuchtturm. Er ist ein Symbol dieses Landes, er zeigt Menschen den Weg.

Land und Meer, der Leuchtturm sagt dir, dass du angekommen bist, dass du in Sicherheit bist, dass du den Weg gefunden hast.

Ich stehe nur da und schaue.

Da ist nichts, nur dieser Leuchtturm und die Einsamkeit.

Doch dieses Wissen, dass es ihn gibt, macht hier die Menschen glücklich.

Leuchtturm: Er ist Wegweiser, Mahnmal, Licht, Leben aber auch die Einsamkeit.

Langsam gehe ich zurück. Durch das hohe Dünengras, das der Wind bewegt.

Bald kommt das Wasser zurück , bedeckt den Sand und das Gras und die Erde.

Als Mensch sollte man hier achtsam sein, denn die Natur besitzt nur diesen Kreislauf. Und dieser Kreislauf kennt kein Gut oder Böse, es passiert einfach.

Später sitze ich in einer kleinen Kneipe ,und trinke ein kleines Bier.

„Jever“ steht auf der Flasche.

Mir fällt ein, dass habe ich schon mal irgendwo gehört“ So wie das Land so das Jever“

Jetzt weiß ich endlich, wo ich bin.

herbert erregger herbert erregger

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