Schnell mal auf einen Cappuccino nach Venedig – war die Freiheit zu selbstversändlich?

Wie schön war das! Wir haben es genossen, wir haben es gemacht, wir sind einfach morgens losgefahren – auf einen Cappuccino nach Venedig.

Aber trotzdem haben manche gejammert, über die Spritkosten, über die Autobahngebühren, über die Massen in Venedig, über die Preise am Markusplatz.

herbert erregger herbert erregger

UND JETZT?

Jetzt wären wir froh, einfach auf einen Cappuccino nach Venedig fahren zu können.

Denn jetzt bedeutet das insgesamt 19 Tage Corona Quarantäne, mindestens vier mal testen-und das alles auf eigene Kosten. Wenn man das alles erfüllt, dann kann man um 8 Euro einen Cappuccino am Markusplatz in Venedig trinken.

Venedig so nah, und doch so weit weg.

Doch für jene, die jetzt depressiv werden, hier ein paar Eindrücke, Bilder und Gefühle wie das einmal so war in Venedig.

Nebel zieht über den Canale Grande in Venedig.

Es ist ein kühler Märzabend, und ein kalter Wind weht durch die schmalen Gassen dieser alten Stadt.

Den Kragen meines Mantels habe ich hochgeschlagen, es fröstelt mich etwas. Venedig im März.

Diese Stadt hat einen gewissen Zauber, auch zu dieser Jahreszeit.

Nachts spürt man sie, die Geister dieser Stadt. Man hört ihre Stimmen, man hört Lachen und Weinen.

Die Geräusche sind seltsam, man muss nur stehen bleiben und lauschen. Dann spürt man die Vergangenheit körperlich. Masken blicken aus den Fenstern, leise klingt Musik an mein Ohr, Musik aus einer Zeit die längst vergangen ist.

Venedig ist ruhig und still geworden, keine Touristenmassen schlendern laut durch die Gassen und zerstören diese Ausstrahlung.

Da findet man ein kleinwenig zurück zu sich selbst. Man kann dann spüren wie warm das Herz schlägt auch wenn es kalt ist. Es ist die Sehnsucht nach der Liebe zu den schönen Dingen dieser Welt. Sie hat sich in Venedig vereint. Viele Stimmungen der Menschen vieler Jahrhunderte sind geblieben, und Nachts treibt der Wind und der Nebel sie durch die Gassen.

Unsere Welt wäre wirklich kalt und leer , gäbe es nicht dieses Gefühl der Sehnsucht . Sehnsucht wie nach der Liebe des Herzens.

Wir sehnen uns alle nach schönen Dingen, nach Liebe und Vollkommenheit. Alles zeigt sich in unseren Träumen.

Leise höre ich Wasser plätschern, es reißt mich aus meinen Gedanken. Ein Boot zieht im Nebel vorbei, gespenstisch wie aus einer anderen Zeit.

Ich höre Stimmen, aber sehe nichts, Gelächter und schon ist da wieder diese Stille.

Venedig ist ein Ort für Romantiker, ein Zentrum aller Sinnlichkeiten und der Mittelpunkt aller Sehnsüchte.

Man kann hier träumen, und man kann hier die Übergänge spüren. Diese Pforten in die andere Welt, eine Welt die uns aufnimmt, uns zu einen König -zu einer Königin macht.

Wir haben es aber auch selbst in der Hand, solche Orte für uns selbst zu erschaffen, Orte der Sehnsucht und der Träume.

Gerade jetzt in dieser Zeit.

Irgendwann fahren wir dann wieder nach Venedig.

Dann fühlen wir wieder mit dem Herzen, und schauen mit der Seele, und finden zurück zum Ursprung.

Vielleicht Morgen, vielleicht irgendwann?

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Schön nicht wahr?

Einfach ins Auto steigen, losfahren- und in drei bis vier Stunden ist man von Graz in Venedig.

Wären da nicht die 19 Tage Corona Qurantäne- und das viermal testen auf eigene Kosten.

Ja, man kann wirklich sagen, seit einem Jahr hat sich unser Leben verändert.

Wer will, der kann jetzt zu jammern beginnen, von Venedig träumen, oder trotz der vielen Schwierigkeiten losfahren Richtung Venedig.

Wir haben unsere Freiheit noch- aber jetzt kostet sie etwas-

Möglicherweise haben wir vieles zu selbstverständlich genommen?

herbert erregger herbert erregger

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