Stolz und Ehre - Buenas dias mein Hidalgo

Es ist ein heißer Wind, der mein Gesicht berührt.

Ich schließe meine Augen und horche mit meinem Herzen.

Es beginnt in meinem Körper zu vibrieren, und ich fühle wie mein Blut durch meinen Körper strömt.

Der Wind bewegt die hohen Gräser, leise rauscht es ,und es erklingt die Musik der Sehnsucht.

Ein Geräusch berührt mein Ohr und ich öffne meine Augen.

Die Sonne blendet, der Wind beginnt mit leisem Rauschen seine Geschichten zu erzählen.

Es ist nur ein kleines leises Geräusch, eine Bewegung die ich wahrnehme hinter dem hohen Gras.

Plötzlich sehe ich dieses wunderschöne weiße Pferd, die lange Mähne weht im Wind, und es bewegt sich stolz wie ein Wesen aus einer anderen Welt.

Mein Körper vibriert noch heftiger ,und ich spüre die Schwingungen des Lebens, und die Kraft dieses Wesens.

Ich neige meinen Kopf und erweise diesem Wesen meine Ehre.

Ich befinde mich in Spanien, im Herzen Andalusiens.

Doch wie war ich hierhergekommen?

Plötzlich sehe ich vor mir eine große Staubwolke, da ziehen Planwägen gezogen von Ochsen, dazwischen andalusische Reiter auf ihren schönen Pferden. Die Frauen tragen bunte Kleider. Ein biblischer Zug.

Ich reibe mir die Augen, ein Traum, aber es ist die Wirklichkeit.

Ich befinde mich in der Nähe von Jerez de la Frontera, wie soll ich es sagen, da ist die Wiege des schönsten Pferdes dieser Erde.

Wer Pferde liebt, der weiß was ich meine.

Dieses Pferd ist ein „Hidalgo“, und der Name Hidalgo bedeutet „Edel“

Die Spanier, die vor mir mit ihren Planwägen und Pferden durch das hohe Gras Andalusiens ziehen, sind auf einem uralten Weg unterwegs.

Jedes Jahr aufs neue, um eine Gelübde einzulösen.

Sie ziehen zur Jungfrau von El Roccio um den Segen für sich und ihre Pferde zu erbitten.

Spanien, Andalusien dieses Land hat mich schon immer gerufen.

Und ich bin diesem Ruf gefolgt. Es ist die wilde Freiheit, es ist der heiße Wind und der Stolz der Menschen von hier der mich fasziniert.

Ein karges Land, das dir nichts schenkt, aber wenn du deine Seele öffnest, dann hast du das Gefühl unendlich frei zu sein, und du beginnst mit deinem Herzen zu lächeln.

Jetzt stehe ich an einem Lagerfeuer, und Menschen Andalusiens feiern diesen Tag ihres Aufbruchs nach El Roccio.

Ich höre das schnaufen der Pferde und die Musik und eine heißere Stimme erzählt mir eine Geschichte.

Ein Volk das viel leidet, singt auch viel, sagt ein andalusisches Sprichwort.

Immer wenn ich ein fremdes Land betrete, wenn ich auf Menschen treffe die mich faszinieren, dann verwandle ich mich.

Ich werde einer von ihnen, und ich versinke in ihrer Kultur und in ihren Gefühlen.

Der Flamenco zieht mich in seinen Bann.

Und plötzlich spüre ich ihn, es ist der „ Duende“ der Kobold, der geheime Magier des Flamencos, der den Funken der Emotion vom Künstler auf die Zuschauer überspringen lässt.

Ich spüre den Stolz der Menschen von hier, aber auch die Lebensfreude.

Ich tauche ein in eine andere Welt. In eine Welt in der sich Gläubigkeit mit ehrlicher Freude zum Ausdruck bringt.

Mensch und Tier sind hier in Andalusien noch eng verbunden. Ihr Leben ist aber frei und wild wie das Land.

AL-ANDALUS sagten schon die Mauren zu diesem Land.

Es ist heiß und wild, aber dieses Land hat ein Herz das wild schlägt, wer hier geboren ist, der

findet immer wieder zurück, er weiß was Heimat für ihn bedeutet.

Die andalusischen Pferde, und die Stiere symbolisieren dieses Leben.

Ein Andalusier ist stolz, oft hochmütig, aber es sind Menschen mit einem großen Herzen.

Andalusien ist anders, hier fängt der Abend erst an, wenn wir in Österreich schon lange schlafen. Es gibt hier Äpfel die wie Erdbeeren schmecken.

Andalusien das ist die weite Sierra, die Natur bestimmt hier die Spielregeln.

Andalusien, das sind aber auch grüne Hügeln, Berge und Felsen und Oliven und Orangenbäume.

Hier gibt es schneeweise Dörfer, die wie Würfel wirken, hin geworfen in den Weiten der Andalusischen Ebene.

Heiß und trocken ist die Luft, der Wind weht herunter von der Sierra Nevada, über die Orangen-Zitronen, Mandeln, Pfirsiche und Feigenbäume.

Ich habe hier in Andalusien Freunde gefunden, Freunde die mein Leben bereichern.

So kehre ich immer wieder hierher zurück, um dieses Lebensgefühl spüren zu können.

Es ruft mich auch dieses weiße stolze Pferd, mit den sanften Augen ,und der langen Mähne.

Meine Hand streicht liebevoll über das weiche Fell, und ich spüre wie es innerlich erzittert.

In diesem Augenblick überträgt sich diese Freiheit in mein Herz, das dieses Wesen für mich symbolisiert.

Man kennt diese Träume aus denen man oft nicht aufwachen will, aber es bleibt mir ein leiser Schauer der Wehmut, aber auch der Freude im Herzen, etwas Großartiges erlebt zu haben.

herbert erregger herbert erregger

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