Die Grundidee ist ein gelebter Humanismus. Aber die Frage ist dann: Wie oder was ist der Humanismus und wie kann ich als Humanist/ Humanistin leben?

Genau genommen gibt es nicht "den einen" Humanismus, so wie es auch nicht "den einen" Sozialismus, "das eine" Christentum, "den einen" Islam, usw. gibt, sondern immer nur verschiedene Formen der jeweiligen Weltanschauung und Religion.

Für mich stand die Frage im Raum, wie ich nach einer bestimmter Lebenspraxis leben könnte, die religiöse, ethische, aber auch weltanschauliche Inhalte beinhaltet. Religionen haben ja auch bestimmte Lebenspraxen. Da ich aber nicht nach einer bestimmten theistischen Religion leben wollte, bin ich über das Internet auf die "Freireligiöse Bewegung", "Unitarier", "Humanisten" und "Freidenker" gestoßen.

Für mich sind die Gruppen ziemlich interessant, da sie einen lebensbejahenden und selbstbestimmten Lebensstil praktizieren bzw. praktizieren wollen.

Was mich aber an allen drei Gruppierungen stört, ist, dass sie sehr viel Zeit damit verbringen zu erklären, wie schlimm und tragisch die bestehenden Religionen sind. Mich so sehr mit anderen Religionen zu beschäftigen ist für mich jedenfalls keine Option, denn dann könnte ich ja selbst bei einer bestehenden Religion beitreten oder eine bestehende Religion reformieren.

Für mich ist es wirklich unerklärlich, wieso sich freireligiöse, modern-humanistische oder freidenkerische Humanisten soviel Zeit mit anderen Religionen verbringen. In der selben Zeit, in der sie sich mit anderen Religionen beschäftigen, hätten sie schon längst individuellen Lebenstile und Lebenspraxen entwickeln können, denen auch andere hätten folgen können.

Sich einerseits nicht mit anderen anderen Religionen zu beschäftigen und einen humanistischen Lebensstil zu entwickeln, bedeutet jedoch nicht, an keine religiösen Inhalte zu glauben oder eigene religiöse Erfahrungen zu machen.

Religiöse Inhalte und Erfahrungen können ja etwas sehr positives und bereicherndes sein, jedoch sehe ich, anders als viele der oben genannten humanistischen Gruppierungen nicht ein Problem generell in den Religionen, sondern darin, wenn Religionen und Weltanschauungen entstehen, die ihre Ideologie bzw. ihren Glauben überstülpen wollen und alle Menschen dazu bewegen wollen (auch mit Gewalt), ihre Anschauung von der Welt zu teilen. Dies ist jedenfalls abzulehnen und zu tiefst unhumanistisch.

Aus diesen Überlegungen heraus ist die Idee eines gelebten Humanismus entstanden, als Alternative zu den Religionen und anderen Weltanschauungen, aber trotzdem mit der optionalen Offenheit für religiöse Inhalte und religiöse Erfahrungen.

Wieso sollte ich als Humanist nicht auch selbstbestimmte religiöse Erfahrungen machen oder religiöse Inhalte glauben dürfen?

Fakt ist, dass Menschen eine Ideologie, Weltanschauung oder Religion brauchen, wobei für mich alle drei Wörter das gleiche bedeuten.

Wie also kann nun ein gelebter Humanismus aussehen? Wie könnte man ihn leben bzw. erleben?

Diese oder ähnliche Fragen möchte ich im Laufe der Zeit ausarbeiten. Einige Antworten habe ich schon entwickelt und befinden sich schon auf der Homepage: http://www.humanistisch-leben.at

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