Solidarität mit Impfverweigerern!

Die Temperaturen gehen nach unten und welch Wunder, die Belegtzahlen der Intensivabteilungen gehen nach oben. Von den Covid-Patienten auf der Intensiv sind um die 90 Prozent ungeimpft.

Natürlich kann man das als Fakenews der pöhsen Mainstreammedien abtun. Vermutlich stimmt es aber schlichtweg. Konsequenzen hat das natürlich auch. Die Kapazitäten in den Krankenhäusern kommen vermutlich bald an die Belastungsgrenze, und dann möchte ich nicht mit meiner 125-er Ninja im Graben landen und mit einem zerborstenen Oberschenkel am Gang liegen und darauf warten, bis jemand für mich Zeit hat. Ich möchte auch keine sein, für die im Oktober eine notwendige Operation anberaumt wurde, die jetzt verschoben werden muss wegen - nennen wir die Dinge beim Namen - vertrottelten Impfverweigerern.

Ich bin gesund, sportlich, jung und ganz selten krank. Ich bin der junge Frühling und habe vermutlich ein Immunsystem, das so dick und dicht ist wie die Mauern eines Mega-Staudamms am Gelben Fluss in China. Und ich habe mich selbstverständlich impfen lassen. Weil mein supertolles Immunsystem auch überfordert sein kann, wenn ein Virus anklopft, das mein Immunsystem noch nicht kennt. So einfach ist das. Mit der Impfung habe ich mein tolles Immunsystem um eine wichtige Imformation erweitert. Dass ich nicht zu 100 Prozent gegen eine Ansteckung und eine Erkrankung geschützt bin, das ist mir klar. Erwischt es mich, erwischt es mich aber vermutlich weniger stark als ohne Impfung. Das ist schön für mich und schön für Leute, die sehnsüchtig auf Operationen warten. Ich nehme denen den Platz im Spital eher nicht weg, das sagt die Statistik recht eindeutig.

Herbert Kickl und Co., die Elitetruppen der Impfverweigerer, sie erzählen eine andere Geschichte: Sie benötigen keine Impfung, ihr toller Volkskörper ist gegen ein paar fremde Viren gewappnet, die Impfung ist etwas für Weicheier, Feiglinge und Schwache. Die Erzählung ist toll, sie erhöht den Impfgegner ungemein über Schwache, Feiglinge und Schwache. Sie hat nur einen Nachteil: Die Geschichte endet manchmal am Schlauch.

Hie und da wird gefordert, Impfverweigerer sollten im Falle einer ernsten Erkrankung nachrangig behandelt werden und ähnliches. Dem muss man nüchtern widersprechen. Wir haben ein solidarisches Gesundheitssystem. Und in dem fragt man den Kranken nicht danach, wie "dumm" sein Verhalten in der Vergangenheit war. Der Kettenraucher hat Anrecht auf die beste Lungenkrebstherapie, der adipöse Lebemann wird nach dem Herzinfarkt selbstverständlich durch eine konstenintesive Reha getragen. Dazu sollten wir stehen. Und auch der verbohrteste Impfverweigerer hat das Recht auf eine bestmögliche Behandlung auf der Intensivstation.

Diese Solidarität wird in den kommenden Wochen auf eine harte Probe gestellt werden. Wir sollten konsequent bleiben. Impfverweigerer haben die Solidarität verdient, die sie durch ihre sture Haltung der Gesellschaft gegenüber vermissen lassen.

geralt/pixabay https://pixabay.com/de/illustrations/mann-fenster-corona-coronavirus-4957154/

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