Strache: ein Nachruf, kein Bedauern

Sie kennen sicher die Challenge, einen Film in einem Satz zusammenzufassen. Ich versuche das auch, allerdings dreht es sich um eine politische Figur. Ein ehemaliger Wehrsportgruppen-Kämpfer schafft es in die Regierung eines zivilisierten Landes und stürzt ab, weil er halb Österreich an eine russische Oligarchin verscherbeln wollte.

HC Strache wird vermutlich in die Bezirksvertretung Favoriten einziehen. Für einen ehemaligen Vizelanzler ist das in etwa so, als würde David Alaba von Bayern München den Laufpass bekommen und müsste fortan beim FavAC in der Stadtliga um ein Fixleiberl kämpfen.

Nichts gegen den FavAC und die Bezirksvertretung Favortien, dort wird sicher seriös gearbeitet. Aber für einen Mann, der vor fünf Jahren schon Bürgermeister in Wien werden wollte und der in Ibiza vom Kanzleramt träumte, ist das doch ein klein wenig ein polnischer Abgang in das Souterrain der Politik. Was dafür spricht, dass Strache das Mandat im Bezirk annimmt? Er bekommt dafür eine Jahreskarte der Wiener Linien und muss daher nur für die Strecke von der Stadtgrenze bis zu seiner Villa in Klosterneuburg bezahlen. Das ist doch auch etwas.

Wir sagen: Baba und foi net (noch weiter)! Eine Ära geht zu Ende, sie war geprägt von Spaltung, Populismus und billiger Stimmungmache mit den Gift der Xenophobie. Eines sollte nicht vergessen werden: Strache, der sich mit Zielsicherheit die schwächsten als Opfer auserkor, ist selbst alles andere als ein Opfer. Ohne Strache wird es langweiliger in der Politik, aber nicht unbedingt ungustiöser.

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T Rex

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stefan251

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