Adrian Russell A.: Söldner, Mörder und Konvertit

Der Mörder von London soll schon im Bosnien-Krieg getötet haben. Warum hat man die Bosnien-Söldner nie „behelligt“?

Wieder ein Täter, diesmal in London, der als Konvertit einen Weg nach internationalen Vorbildern suchte, um seine mörderischen Gelüste auszuleben. Ein Mann, der laut der Tageszeitung „Der Standard“ als Söldner im Bosnien-Krieg kämpfte - von 1993 bis 1995 in einer speziellen Einheit, die vierzig kroatische Zivilisten in Malina ermordet haben soll. Schon wieder ein soldatischer Mann, der diese mörderischen Erlebnisse nicht verarbeiten konnte? Aber was brachte Adrian Russell A. überhaupt nach Bosnien? Die hohen Löhne für Söldner? Bezahlt von Saudiarabien? Sicher nicht allein. Auf jeden Fall ein Täter, den schon 1993 seine Einstellung zu Krieg und Heldentum zu Morden weit weg von Großbritannien trieb. Zum Söldner-Leben unter Männern. Wobei der gebürtige Brite Adrian Russell A. damals noch gar kein Muslim war, denn er konvertierte erst viel später.

Im Jahre 2000 verpaßte er einem Pub-Besucher in einem Streit eine Stichwunde im Gesicht. Jetzt ermordete er mit einem Messer einen Polizisten, der seit 15 Jahren das britische Parlament beschützte.

Role Model

Konvertiten radikalisieren sich im Gefängnis, heißt es, aber in Wahrheit drücken einzelne Männer ihren schon vorher vorhandenen mörderischen Wahn und ihre Paranoia aus, transzendieren ihre persönliche Rache und ihre Wut in öffentliches Handeln. So wie es die Killer des „Islamischen Staates“ eben vorleben. Man muss nur die orangenen Overalls des IS und die in Guantanamo vergleichen, um zu sehen, aus welchen alten Quellen die mörderische Bildsprache stammt. Auslösender Moment ist es wohl, sich selbst zum Herrn über Leben und Tod zu machen, sich selbst zerstörerisch „göttlich“ zu fühlen und das Ganze noch mit einer uralten Religion als Dekoration zu versehen. Als Girlande, als Schnörkel.

Immanent sind Zerstörung und Selbstzerstörung, egal woher dieser starke Antrieb ursprünglich kam.

Zwei Frauen mussten sterben, weil ein Kleinkrimineller über sich hinauswachsen wollte, die Abkürzung gehen. Weltweit in die News kommen. Ein Versuch der Überwindung von Tod und Zerstörung durch weiteren Tod und Zerstörung?! Das kann einfach nicht klappen.

Selbstgebaute Transzendenz

Warum aber wird dieser tödliche Modus von nicht wenigen Konvertiten gewählt? Weil die schon aus diesem Motiv heraus transzendiert sind, also zur Religion des Islam übergetreten, um sich zu verwandeln. Die Verwandlung funktioniert aber nicht in bezug auf einen Glauben an Tod und Zerstörung. Eine oberflächlich gelernte Religion kann nicht so schnell Wut, Haß und Rachegefühle transzendieren. Ein Rache-Gottvater wird niemals ein kreativer Schöpfer-Gott, der Leben hervorbringt und schützt.

Selbstgebaute Transzendenz – das sich Verewigen nach dem Tode – durch die Leichen anderer Menschen, die dann IS-Killer für ihre politischen Ziele ausnutzen. Kaputte Typen, die die Brüche in ihrem Leben durch Morde im Dienste einer großen Sache verwandeln wollen.

Man hätte damals schon die Söldner des Bosnien-Krieges genauer unter die Lupe nehmen sollen, aber die sind unbehelligt in ihre Länder zurückgekehrt. Mit viel Geld in der Tasche.

Denn schnell viel Geld verdienen, gilt in unserer Gesellschaft als normal, selbst wenn es Killen beinhaltet und Probleme für die Psyche mit sich bringt, der der einzelne Söldner später nicht mehr Herr wird.

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