Zwei heiße Ibiza-Spuren führen zu FPÖlern, doch die FPÖ-Anhänger ergehen sich in den üblichen Beschuldigungen. Extrem katholische ÖVPler stimmen mich aber genauso melancholisch.

Es geht schon wieder los. Auf einer Homepage mit Namen „Islamnixgut“ wird gegen den iranischen Rechtsanwalt hergezogen, der in die Video-Geschichte verwickelt sein soll - mit vollem Namen. Die AFD postet Videos. Der Anwalt hat inzwischen sogar seinen eigenen Wikipedia Eintrag gelöscht. Ob der sich überhaupt als Muslim, Christ oder als „iranischer Arier“ fühlt, weiß keiner. Dabei soll dieser Anwalt schon 2015 versucht haben, kompromittierende Strache-Fotos und SMS zu verkaufen. Um einem FPÖ-Parlamentsmitarbeiter finanziell zu helfen, den mit Geld zu unterstützen, nachdem der sich von Strache an die Wand gedrängt fühlte. Der Anwalt verlangte bloß zu viel für seine Infos: Angeblich eine Million Euro, die niemand zahlen wollte. Nun kann der FPÖler-Freund seine Zelte in Wien wohl abbrechen. Der Anwalt hat sich einen Anwalt genommen.

Eine zweite heiße FPÖ-Spur führt zu einem hohen Wiener FPÖ-Politiker, wie der Kurier berichtete. Angeblich beauftragte der das ominöse Video. Der Kurier wird schon noch heraus kriegen, wer der ist.

Opus Dei ante portas

FPÖler, die selbst hinter dem Wunsch nach Demontierung des mächtigen Strache stecken? Über seinen alten „Leibfuchs“ aus der Burschenschaft, Gudenus, an ihn herankamen? Da muss jemand Strache sehr gut gekannt haben. Wie er tickt, wie er läuft, wie er zu knacken ist. Als die FPÖ dann zu Regierungsehren kam, konnte man das Video natürlich schlecht verwenden, da hätte man den eigenen Interessen wohl geschadet. Deswegen scheinen Auftraggeber und Veröffentlicher ganz unterschiedliche Personengruppen zu umfassen. Deswegen auch der Zeitraum von zwei Jahren dazwischen, den FPÖ-Viliminsky gestern im Fernsehen so betonte. Der glaubt wirklich, es ginge um die EU-Wahl. Dabei hätte eine frühere Veröffentlichung des Videos diese Regierung wohl gar nicht in dieser Konstellation zugelassen. Das wäre für die FPÖ viel schlimmer gewesen.

Inzwischen ist ein Berater der Ex-FPÖ-Sozialministerin, der aus der SPÖ austrat, neuer Sozialminister geworden. Das zeigt, dass der armenfeindliche Kurs der Regierung wohl fortgeführt wird. Vor allem, wenn im Bundeskanzler nach wie vor als Kabinettschef der Kurz-Freund Bernhard Bonelli sitzt, der an einer Opus Dei-Universität in Barcelona studierte, wie seiner eigenen Biografie und der Homepage der Universität zu entnehmen ist. Dieser junge Mann gilt als Kopf der Arbeitszeitverlängerung, der Sozialhilfe neu und der drohenden Abschaffung der Notstandshilfe. Dem jungen Helden, der in eine extrem konservativ-religiöse Fundamentalisten-Familie einheiratete, scheint jedes soziale Gespür zu fehlen. Die Sozialkürzungen kamen also aus dem engsten Kurz-Team.

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robby

robby bewertete diesen Eintrag 23.05.2019 12:50:05

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