Lustvolle mörderische Entmenschlichung

Ein Sportschütze ermordete in Hanau gerade seine Mutter und sich selbst. Plus neun Menschen, die er für rauchende Muslime hielt. Gewalttätige Fantasien, nach außen projeziert – in Morde hinein. Es reicht mir mit der täglichen Entmenschlichung von Migranten, Muslimen oder Flüchtlingen.

Mit hämischen Lachen, mit angeblichen Scherzen oder sogar mit poppigen Karikaturen werden täglich im Internet Menschen heruntergemacht, nur weil sie irgendwo anders geboren sind. So schreiben die „Eingeborenen“, die sich sicher fühlen, dass ihre Großeltern oder Eltern nie gewandert wären. Ein Trugschluss, vor allem für die Nachfahren von deutschsprachigen Vertriebenen.

Es reicht mir: Selber nicht die eigene Familiengeschichte recherchieren, um die Auslöser für die eigene Häme und Niedertracht, das großkotzige „Übermenschen-Gehabe“, anzuschauen. Sich toll zu fühlen, nur weil man als Kind nie in eine anderes Land ziehen musste, seine Freunde verlassen, eine neue Sprache lernen.

Was ist los mit denen, die so eine Entmenschlichung nötig haben?

Bei manchen reicht das tägliche Posten, die eigene Verhärtung gegen Mitleid, irgendwann nicht mehr aus und sie morden nicht nur virtuell - wie ein Attentäter in den USA schrieb, der auf einer Gaming-Plattform verankert war. 200 seltsame Gamer betrachteten seine Morde live mit. Vor allem solche Menschen werden zu Mördern, die eh schon eine extreme Schädigung haben, an Dissoziation leiden, nicht wissen, was mit ihnen los ist. Seine Mutter ermorden? Neun Shisha RaucherInnen?

Mutmaßlich soll der Mörder durch rechtsextreme Ideologien aufgehetzt worden sein. Man sieht es ja auch ganz klar an den getöteten Personen. Harmlose Shisha-RaucherInnen, die sich gemeinsam entspannen wollten. Es ist wirklich verrückt, an wem solche Mörder ihre Fantasien festmachen.

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G. Szekatsch

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robby

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rahab

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