Warum sollte ein reicher Jude „die muslimische Masseneinwanderung steuern“?

Manche Deutsche scheinen bis heute zu befürchten, dass „die Juden“ zurückkommen und sich rächen könnten. Ach Verzeihung, George Soros, das verfolgte Kind von Holocaust-Überlebenden (sein Vater versteckte sich mit dem Kind), und seine islamischen Banden. Das drang in „der Landplage von KZ-Häftlingen“ durch, die laut dem FPÖ-Magazin Aula die Bevölkerung terrorisiert hätten. Nein, nicht sie wurden terrorisiert, sondern sie terrorisierten angeblich. Das klingt durch, wenn auf fisch und fleisch „die Auslöschung der Deutschen“ befürchtet wird. Kindlich ängstlich, sich fürchtend. Übertragung von der Oma? Oder, im Angesicht der Millionen Ermordeten, die wirklich real ausgelöscht wurden, eine vage Ahnung, was das bedeutet, wenn „ein Volk“ ausgelöscht wird?

Auf dem Mond

Warum sollte ein reicher Jude „die muslimische Masseneinwanderung steuern“?! Damit Deutschland vernicht wird, so geht die Angst. Weil er noch alte Rechnungen offen hat? Man muss lesen wie Hannah Arendt in „Vor Antisemitismus ist man nur auf dem Mond sicher“, sich aus dem Exil heraus die Finger wund schreibt, um eine Bewaffung einer möglichen jüdischen Armee zu unterstützen. Wie sie kritisiert, dass das „Committee for a Jewish Army“ hauptsächlich beschriebenes Papier erzeugt. „Wie die Schafe zur Schlachtbank“, heißt es im Deutschen, doch es gab sehr wohl viel jüdischen Widerstand.

Mächtige Männer

Dass FPÖ-Obmann Strache die FPÖler als „die neuen Juden“ bezeichnete, bzw. dass hier imaginiert wurde „AFDler werden gelbe Armbinden tragen müssen“, geht echt zu weit. Trifft sich aber mit der Politik einer Regierung, die in meinen Augen alte starke Ängste jüdischer Menschen und deren ständige Wiederkehr in Form von Albträumen und anderen Widrigkeiten ausnutzt. So twitterte Sebastian Kurz zum Beispiel sofort von einem möglichen antisemitischen Vorfall in Wien, während die Polizei stur dabei blieb: anderer Hintergrund der Angriffe. Natürlich fraternisiert jeder, der sich Schutz erhofft, gerne mit mächtigen Männern – man sollte aber nicht aus den Augen verlieren, wie schnell sich Machtverhältnisse wieder ändern können.

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G. Szekatsch

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