Muslim, Christ und Jude bemerkten nicht, dass ihnen das Glück unauffällig hinterher lief.

Leider ist mein Lieblingsbild nicht bei den Pressebildern dabei: Man sieht links oben drei schwarze Männchen mit Zylinderhut, die in die Ferne schreiten, mit wehenden Frackschößen und rechts unten einen kleinen Hund, der ihnen unauffällig folgt.

Bildunterschrift: „Muslim, Christian and Jew didn’t realize Happyness was following them for some time now“.

Der Zeichner Eran Shakine ist der Sohn eines Ungarn und einer Französin, beide Eltern kamen als Schoa-Überlebende nach Israel. Fünf Jahre war er Assistent des Künstlers Karel Appel in New York, heute lebt er in Tel Aviv. Schon indem Shakine die drei Religions-Vertreter optisch ununterscheidbar als „19th century gentlemen“ zeichnet, macht er einen großen Unterschied zu religiösen „Verkleidungen“. Das Glück folgt diesen drei Zylinderhut-Trägern, aber sie bemerken es nicht einmal. Doch der kleine Hund „Happyness“ ist hartnäckig.

Happyness statt Happiness

Im Kinofilm „Pursuit of Happyness“ (Gabriele Muccino, 2006) spielt Will Smith einen Alleinerzieher mit wenig Kohle, der mit seinem Sohn (sein echter Sohn Jaden Smith spielte den) in der Obdachlosigkeit landet, obwohl er als Bank-Praktikant alles gibt – nach einer wahren Geschichte. Der Filmtitel bezog sich auf die Unabhängigkeitserklärung der USA, das nämlich alle Menschen in gleicher Weise das Recht auf „Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit“ hätten. Das Wort „Happyness“ wird bewusst falsch geschrieben, da es im Film bei einem Graffiti auf einen Kinderhort falsch buchstabiert wird.

Fünf Kriege und Jules Vernes

Why did you start to work on MuslimChristJew?

Living in the Middle East is like living in the eye of a storm. Like trying to live a normal life on the edge of a volcano. In my lifetime, I have witnessed five wars (the first one at the age of six), and long periods of uncertainty in which life is threatened by suicide attacks. I also remember traveling with my family as a child, visiting towns and villages where people were genuinely happy to see us and were nice and friendly, places that today might be considered dangerous. In MCJ I wanted to remind us of simplicity and humility. It’s important to look at things happening around you with open eyes.

What inspired you while working on MCJ?

I remember reading Jules Verne’s ”Around the world in Eighty Days” as a child while lying in the bomb shelter under our building. I was drawn into his abiding interest in man's position in the cosmos—making him one of the last of the universal humanists. It was a much-used copy of the book and a bad translation, but I enjoyed it tremendously

What does distinguish Muslims, Christian and Jews?

What do they have in common? They are related: two are the sons of Abraham, Ismail, and Isaac. And Jesus was born Jewish. They belong to the same family. Sometimes the worst enemies come from the same family. Or the best of friends.

Jüdisches Museum München https://www.juedisches-museum-muenchen.de/fileadmin/bilder/Ausstellungen/48_Eran_Shakine_A_Muslim_a_Christian_and_a_Jew/Presse_Shakine/14_MCJ_Visiting_Mr._Siegmund_Freud.JPG

Jüdisches Museum München https://www.juedisches-museum-muenchen.de/fileadmin/bilder/Ausstellungen/48_Eran_Shakine_A_Muslim_a_Christian_and_a_Jew/Presse_Shakine/07_MCJ_BeingWatched.jpg

Interview mit Eran Shakine von Gregor H. Lersch für das Jüdische Museum München (Ausschnitt)

https://www.juedisches-museum-muenchen.de/wechselausstellung/wechselausstellung-single/a-muslim-a-christian-and-a-jew-eran-shakine.html

3
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
6 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

berridraun

berridraun bewertete diesen Eintrag 25.06.2018 08:28:29

rahab

rahab bewertete diesen Eintrag 24.06.2018 15:43:47

Iris123

Iris123 bewertete diesen Eintrag 24.06.2018 15:33:34

Noch keine Kommentare

Mehr von Kerstin Kellermann