Wie fies kann man sein? Sich in den Wiener Prater stellen und groß angeben, während zwei der engsten Mitarbeiter gerade extremen Corona-Streß haben? Um ihr Leben kämpfen? Die Sorge um andere – ein Fremdwort.

Herbert Kickl hocherfreut auf der Praterwiese. Seine Message auf der Corona-Demonstration war: Auslese der Schwachen. Nur die Harten kommen durch. „Natürliche“ Auslese – das lieben gstandene FPÖler. Denn trotz Bierbäuchen, armseligen Sozialhilfe-Geldern und Stelzen-Gelüsten glauben sie ein starkes Immunsystem zu haben. Die Tschick-Partie. Sie stehen ja auf der Seite der Sieger – angeblich. Ein gefährliches Spiel, denn irgendwer wird immer drauf zahlen. Aber eh nur die Schwachen, oder?

Wickel-Kickl im Fernsehen auf einer Wanderung, richtig hübsch und männlich sah er aus – ganz anders als das weinerliche Kleinkind, als das er sich im Parlament gerne gibt. Altkluger Vierjähriger zur Mutter: „Aber Mama, die Servietten hast vergessen. Und die Hände habe ich auch nicht gewaschen!“ „Na Hörbile – langsam könntest mal selber drauf schauen, dass du dir die Pratzn wascht vor dem Essen. Schau, die sind ja ganz schwarz. Hast wieder Innenminister gespielt mit deine Pferdln?“ Vorwürfe sind sein Lieblingsmetier.

A fiese Partie

Wer wegen Corona wochenlang auf der Intensivstation gelegen hat wie der oberösterreichische FPÖ-Chef oder gerade von der Rehabilitation zurückkommt wie Hofer, dem stößt so ein unsolidarisches Verhalten klarerweise bitter auf. Man sah einmal wieder deutlich, was die FPÖ eigentlich ist: A fiese Partie! Die sich immer wieder selber zerlegt. Deswegen brauchen sie Außen-Wickel so dringend wie die Luft zum Atmen. Kurz war ihnen für eine Koalition und Ausritt auf den neuen Polizeipferden des Innenministers Kickl gut genug, nun heißt es plötzlich „Kurz muss weg“. (Anm. Wenn ich bedenke, was hier von Rächtsrächten protestiert wurde, wenn es hieß, irgendwer muss weg. Das wäre ein Mordaufruf!)

Super Kurzzeitgedächtnis der FPÖler. Hauptsache, die Euphorie der kräftigen Corona-Demo-Geher wird gefördert, von denen viele so um die vierzig sind, sich stark fühlen und wohl keine Eltern mehr besitzen, deren Eltern TäterInnen waren oder die sonstige Wickel mit ihren ErzeugerInnen austragen. Wickel-Profis mit „starkem Immunsystem“. Die heimlich impfen gehen. Oder wer waren sonst diese Vordrängler in der Schlange vor den Impf-Containern, die die Anweisungen der dort hackelnden migrantischen Sicherheitsleute in den Warnwesten nicht befolgen wollten?

„Ich bin keiner, der lange böse ist auf jemand“, lächelt der zurückgetretene Hofer gerade im Fernsehen. Wie in einer Familie, die die FPÖ ja vorgibt zu sein.

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rahab

rahab bewertete diesen Eintrag 07.06.2021 11:43:23

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