Draußen ist es kaum auszuhalten. Auf allen Baustellen ausländische Arbeiter, die fleißig hackeln. Manche Flüchtlingsfrauen arbeiten und werden nicht bezahlt.

Auf dem Gerüst steht ein Maurer in kurzen weißen Hosen und verputzt die Wand. Sein nackter Rücken glänzt vor Schweiß. Nur sein Kopf ist im Schatten. Die ganze Truppe unterhält sich laut auf ungarisch. In der Früh waren alle noch schick in weiß bekleidet, nun sieht man immer mehr Bäuche und Tatoos. Wie die das aushalten, ist ein Rätsel. Der Gemeinschaftsgeist der Truppe scheint zu helfen. Wien, die Hauptstadt. Es hat 34 Grad Celsius. Die Sonne brennt herunter. Die Baustellen sind voll in Betrieb. Keine einzige liegt verlassen da. Nirgends ein Österreicher zu sehen. Die würden sich wohl weigern. Gibt es eigentlich ein Arbeitsinspektorat? Gilt das auch für EU-Ausländer?

Hundert Meter weiter wird die Kreuzung frisch asphaltiert, die Arbeiter retten sich immer wieder in einen Häuserschatten. Der Asphalt heizt von unten, es ist kaum auszuhalten, überhaupt nur vorbei zugehen. Wie der ausländische Mann, der Striche mit Teer zieht und einen höflich vorbei lässt, das packt, ist nicht nachzuvollziehen.

Flotte Betrügereien

Das AMS schickt eine Flüchtlingsfrau auf ein Praktikum. Die Profiköchin bereitet 200 Menüs pro Tag vor. Der Gasthaus-Besitzer zahlt sie nicht – da doch Praktikum, obwohl sie täglich Profi-Arbeit leistet. Das AMS stellt die Zahlungen ein, da sie ja arbeiten würde. Die Frau, die gerne anpackt und sehr gut kochen kann, ist extrem enttäuscht. Ihr wird gesagt, dass sie durchhalten und diese eine Chance nicht vermasseln soll, wenn es dem Chef dann doch irgendwann einmal einfallen wird, sie zu bezahlen. Sie beißt die Zähne zusammen und macht weiter. Erstellt 200 Menüs pro Tag, die gesamte Nachbarschaft des Gasthauses wird versorgt. Ihr Essen wird bei Ausländerfeinden und -freunden sehr geschätzt. In der syrischen Küche wird nämlich sehr gesund und trotzdem schmackhaft gekocht. Überall werden Friseurinnen gesucht, doch die iranische Flüchtlingsfrau, die ausgebildete Friseurin ist, hat Depressionen, weil sie nicht arbeiten darf. Die attraktive Frau sitzt Zuhause und trauert. Nur manchmal schleicht sich ein Lächeln in ihr Gesicht. Schere, Kamm und Klammern hat sie immer in ihrer Handtasche dabei.

Der Mann einer Dolmetscherin gibt einem Mann ein Paar Tausend Euro als Provision für eine Pizza Hütte. Daraufhin wird dieser Mann mit dem Geld nie wieder gesehen, das Handy ist aus. Die Hütte gehörte dem gar nicht. Die Dolmetscherin ist auf ihren Mann sauer, der die Ersparnisse in den Sand gesetzt hat. Wer wenig Chancen hat, versucht die zu nutzen, auch wenn er ausgebeutet und benutzt wird. Und immer wieder drauf zahlt.

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