100 Euro Spende, oder warum das Menschenbild der Diakonie nicht das meine ist...

Ich weiß nicht, ob Sie die Geschichte des bamherzigen Samariters kennen, also die Geschichte mit der Christus verdeutlicht, was er unter Nächstenliebe versteht. Die Geschichte ist auch heute noch, 2000 Jahre danach, sehr anschaulich. Die Geschichte geht in etwa so: Ein Mann auf dem Weg nach Jericho wird von Räubern überfallen und halb Tod am Wegrand liegen gelassen. Ein Priester und ein Levit gehen achtlos an dem Sterbenden vorüber. Erst ein Samariter, also nach damaliger Auffassung ein Nichtjude, hat dem Mann geholfen, ihn versorgt, zu einem Gasthof getragen, dort zwei Denare bezahlt und versprochen, weitere Kosten auf dem Rückweg zu begleichen.

Parable of the good Samaritan - detail

Die Geschichte dient zur Verdeutlichung, wer der Nächste ist. Nicht der Priester oder der Levit, die zum Volk der Juden gehören, sind hier die Nächsten. Sie schrecken zurück, denn wenn sie einen Toten berühren, gelten sie als unrein, der Priester gar als entweiht. Held der Geschichte ist ein Nichtjude.

Würde die Geschichte nicht auf dem beschwerlichen Weg von Jerusalem nach Jericho spielen, sondern in Sonneberg, so hätte hier erst geprüft werden müssen, ob der Samariter nicht zufällig das falsche Menschenbild hat, ehe er helfen möchte. So hat die Diakonie Sonneberg 100 Euro der AfD zurückgesendet, da sie sich von der AfD abgrenzen möchte und der AfD vorgeworfen, ein falsches Menschenbild zu vertreten.

Nun ist meine Einstellung zu den Pappnasen der AfD ja allseits bekannt. Ich kann auch verstehen, dass die Diakonie kein Geld der AfD annehmen möchte. Doch frage ich mich: Welches Menschenbild die Diakonie denn gerne hätte? Gerade sind es beispielsweise viele Politiker der SPD und Grüne die diese Heldentat der Diakonie feiern.

Anscheinend ist das Menschenbild der Altparteien wesentlich besser?! Der Parteien, die einen Mindestlohn einführen, mit dem man nach jahrelanger Arbeit als Rentner dann bei der Tafel als Bettler steht. Deren Sozialgesetzgebung und Wohnungspolitik es schafft, immer mehr Menschen wohnungslos zu machen und deren Flüchtlingspolitik (ohne die Politik an sich jetzt zu kritisieren) Mitschuld daran trägt, dass es für geringere Einkommensgruppen immer schwerer wird, in Deutschland einen bezahlbare Wohnung zu finden, einfach, weil die Konkurrenz immer weiter steigt, weshalb ebenfalls die Zahl der Obdachlosen immer weiter nach oben geht. Anscheinend ist genau dies ein Menschenbild, das der Diakonie vorschwebt, wenn sie die AfD Spende zurücksendet.

Um es auf die Geschichte des Samariters zu übertragen: Ein Staat, der die Räuber walten lässt, um sich hernach als Samariter aufzuspielen, vertritt ein Menschenbild der Diakonie, das es zu unterstützen gilt. Was nun auf gar keinen Fall heißt, dass die AfD hier die bessere Alternative ist, im Gegenteil!

Wobei noch eine weitere Frage offen ist, wie viel haben die anderen Parteien den Tafeln gespendet?

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