Anna wohnt in Schmalkalden, einer Stadt in Ostdeutschland, die wir nur kennen, weil es dort den schmalkaldischen Bund gab und wir etwas vom 30 jährigen Krieg behalten haben. Anna ist promovierte Kulturwissenschaftlerin an der dortigen Hochschule. Wobei wir bis jetzt nicht mal wussten, dass Schmalkalden eine Hochschule hat. Anna ist jetzt Mitte 30 und stellt sich die Sinnfrage, andere würden es mit Torschlusspanik umschreiben. Denn sie sitzt allein, irgendwo in Schmalkalden, einer Stadt ohne richtiges Kino, ohne Theater und Sushi, ohne die Chance auf eine Beziehung. Denn alle Männer mit 35 sind vergeben. Und jetzt stellt Anna fest, dass Karriere nicht alles ist.

Sie will Unabhängigkeit und Gleichberechtigung in Beruf und Familie. Doch nun sucht sie einen Mann, der sie in ein fernes Land mitnimmt. Aber sie will sich auch selbstverwirklichen im Beruf. Aber er soll sie mitnehmen in ein fremdes Land, weil sie gerne in fremden Ländern ist. Doch Karriere ist ihr wichtig.

Sie ist zurecht stolz auf ihren Doktor und die vollbrachte Karriere. Ihr Leben sieht von außen betrachtet sicherlich toll aus. Doch es macht Anna nicht glücklich. Nun sucht sie einen Mann. Einen Mann auf Augenhöhe. Doch Augenhöhe, die man auch als Krankenschwester zu einem Chefarzt in einer Beziehung haben kann, die sucht sie nicht. Auch wenn es nicht dort so geschrieben steht, aber sie wird keinen Monteur oder Landschaftsgärtner nehmen. So wie einige Männer das z. B. mit dem Kindermädchen gemacht haben. Elfriede Springer z. B. ist diesen Karriereweg gegangen. Aber Anna will auch nicht runterschauen.

Doch die Männer in ihrer Umgebung die haben alle das was Anna eigentlich will:

„Wenn ich Männer treffe, haben die alle schon eine Frau, die zu Hause die Kinder hütet, während der Mann durch die Welt tingelt, sich selbst verwirklicht, seinem Beruf nachgeht und abends dann auch noch manchmal nette Kolleginnen ausführt.“

Diese Männer haben eine Familie, sie haben Kinder und sie haben ihren Job. Das Leben dieser Männer sieht von außen betrachtet sicher toll aus. Weshalb Anna darauf schaut, so wie ihr Leben auch toll aussieht, von außen. Das Leben dieser Frauen ist natürlich nicht das was Anna vorschwebt, denn sie haben auf ihre Karriere verzichtet, sie sind nicht auf „Augenhöhe“. Evtl. haben diese Frauen ja schon eher festgestellt dass Karriere nicht alles ist. Doch diese Frage lässt Anna nicht an sich heran.

Anna möchte jetzt in eine andere Stadt, dort wo es Sushi, Theater, Kino, und evtl. den Mann auf Augenhöhe gibt. Und evtl. entführt er sie wie ein Prinz in ein fremdes Land, vielleicht. Aber nur wenn dort ein toller Job auf sie wartet, denn der Beruf und die Karriere sind ihr schon wichtig.

Frei erzählt nach einer Geschichte aus dem Spiegel. Ich möchte hier nicht das Leben von Anna, deren Name geändert ist, kritisieren. Ich wollte einfach mal die Geschichte im Spiegel etwas anders erzählen. Am Ende muss natürlich jeder selber herausfinden was ihn glücklich macht. Hoffen wir das Anna es herausgefunden hat...

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Silvia Jelincic

Silvia Jelincic bewertete diesen Eintrag 20.03.2017 22:14:37

fischundfleisch

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Isabelle

Isabelle bewertete diesen Eintrag 20.03.2017 20:05:24

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