Heute ist es so, dass 300 Studien von renommierten Gewaltforschern als Randstudien abgetan werden. Wichtig ist, was den eigenen Glauben stützt und von voreingenommener staatlicher Seite in Auftrag gegeben wird. Gut, dann nehmen wir einmal eine staatlich erstellte Studie zu Gewalt, diesmal sexualisierte Gewalt am Arbeitsplatz. Der Arbeitsplatz die Bundeswehr, die Studie vom Verteidigungsministerium in Auftrag gegeben, in der Schublade verschwinden lassen und von Panzer Uschi veröffentlicht ein paar Jahre später veröffentlicht.

Diese Studie von 2011 wurde 2014 veröffentlicht und lieferte, so konnte man in den Medien sehen, genau die richtigen Ergebnisse.

„Jede zweite Soldatin sexuell belästigt“ titelte z. B. die Zeit,

der Tagesspiegel schrieb, „Sexuelle Übergriffe bei der Bundeswehr – Angst vor der Macho Truppe“.

Na, da haben wir aber noch mal Glück gehabt das eine Frau Verteidigungsministerin wurde, die diese brisanten Zahlen, die noch von ihrem Amtsvorgänger in der Schublade verschlossen wurden, an die Öffentlichkeit gezerrt wurden. So schreiben die Verfasser der Studie auf Seite 9:

„Im Jahr 2013 verrichteten rund 18 800 Soldatinnen ihren Dienst in der Bundeswehr, was einem Anteil von annähernd 10 Prozent der Zeitund Berufssoldaten in den deutschen Streitkräften entspricht. Darüber hinaus sind mittlerweile die ersten der seit 2001 in die Bundeswehr eingetretenen Soldatinnen in Führungsverwendungen zu finden und entsprechend etwa als Kompaniechefin oder Kompaniefeldwebel tätig. (BMVg 2014)”

Sieht man sich nun einmal die Tabelle zu sexuellen Belästigungen auf Seite 56 der Studie an, so erhält man eine sehr schöne Aufschlüsselung von „sexistischen Bemerkungen“, „zeigen/anbringen von pornographischen Darstellungen“, „unerwünschte körperliche Berührungen“ und „Handlungen gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ nach Geschlecht des Opfers und Geschlecht und Dienstverhältnis des Vorgesetzten.

Im Bereich der sexistischen Witze und Bemerkungen hörten übrigens ca. 50% der Soldaten eines jeden Geschlechtes Witze von weiblichen Vorgesetzten. Und auch noch in 64% von Kamradinnen (im Vergl. Zu 89% von Kameraden). Das mal aufgeschlüsselt nach Anzahl möglicher Verursacher, die bei 90% Männeranteil nun auch 9-mal höher liegt. Diese Zahlen ziehen sich durch ALLE Bereiche, inklusive der Handlungen gegen die sexuelle Selbstbestimmung, wo z. B. Kameradinnen in 63,5% der Fälle bei Frauen genannt werden und in 57,9% bei weiblichen Vorgesetzten.

Um vieles Interessanter ist die Nenngröße auf die sich diese Zahlen beziehen. So haben bei einer Verteilung von 90% Männern diese 105 Taten als Vorgesetzte gegen die sexuelle Selbstbestimmung verübt (N=105) und die 10% weiblichen Vorgesetzten schafften immerhin 57 Fälle. Am krassesten sind diese Zahl bei Untergebenen, wo es 67 Fälle von männlichen Untergebenen gab und 56 Fälle von weiblichen, auch hier natürlich bezogen auf einen Männeranteil von 90% in der Truppe. Noch weiter verschoben werden diese Zahlen, weil die Bundeswehr ca. gleich viele Männer wie Frauen befragt hat.

Während gerade ein Minister zurücktreten ist weil eine Frau "eine flüchtige Hand gegen [ihr] Knie [spürte,] so kurz, dass man es fast bestreiten könnte", wo somit nichts passiert ist, während frau bei der SPD noch Ministerin wird wenn Körperverletzung beim politischen Gegner begeht, hat nun vorherige Frau gemerkt das man hier auch Frauen ernst nimmt und sagt, "Das ist ja wohl der absurdeste Rücktritt eines Ministers." Ach ne, der Fall Brüderle ist wohl nicht über den Kanal geschippert.

Während hier somit gerade eine Leitkultrudebatte tobt, nur das die Linken sie dieses Mal wirklich zu einer Treibjagd umgestalten, bei der wirklich jedes Maß verloren gegangen ist. Das erste Todesopfer in diesem Onlinepranger ist nun auch zu beklagen. Anstatt das sich jetzt zumindest die Politik besinnt und das Ganze in geordnete Bahnen lenkt, bei der zwischen Vorwürfen, zwischen dummer Annäherung, Übergriffen und sexueller Nötigung unterschieden wird, heizen die Politkerinnen den ganzen Abschaum noch mit dämlicheren Anschuldigungen an. So behauptet Katrin Barley z. B. "schon den einen oder anderen, der bei der Umarmung, oder wenn man eng beieinander steht, seine Hand mal länger auf der Taille lässt oder fester zugreift".

Interessant ist hier der Fototermin, der dann zu einer sexuellen Erfahrung wird, wenn der böse Täter die Hand nicht schnell genug wegzieht, nachdem das Foto gemacht wurde. Nein sagen zu solchen Fotos kann eine Frau nicht, und Frauen wissen immer wann sie einen Mann berühren dürfen.

Es gibt Vorwürfe, andere die meinen diese Vorwürfe noch mit Falschaussagen bekräftigen zu müssen, die nicht einmal stimmen. Wie es bei jedem Fahndungsaufruf Menschen gibt die zwar nichts gesehen haben, aber sich bei der Polizei melden. Es wäre jetzt an der Stelle der Politik alles in ruhiges Fahrwasser zu lenken, eine Diskussion darüber zu führen wie wir leben wollen. Ob wir am Arbeitsplatz noch das Kompliment wollen, oder ob wir auch den Klaps auf den Po tolerieren und das Ganze auch noch wunderbar finden, so wie Jutta Ditfurth in dieser Sendung von Lanz zum damaligen #Aufschrei (letzten 5 Minuten). Nur sollten diese Regeln dann bitte verbindlich und geschlechterübergreifend gelten. Doch diese Chance ist vertan, ab jetzt regiert der Mob das Feld und macht was er am besten kann, Lynchjustiz und Online-Pranger, wobei das Ganze dann als neue digitale Politik verkauft wird. Und da ist sie wieder diese miese Fratze die sich mal „Volkszorn“ nannte, auch mal das „gesunde Volksempfinden“ oder Hexenjagd. Ich kann mich bisher nicht erinnern das unsere Gesellschaft so etwas je weiter gebracht hat.

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