Danke Boris Johnson!!! Das etwas andere Musikblog

Da, anscheinend durch den Klimawandel angetrieben, hier bei einigen die Hirnkästen heißlaufen, was zu mittelmäßigen bis großflächigen Denkausfällen führt, hier eines gleich vorweg: Bei diesem Blog handelt es sich um einen völlig unpolitischen Musikblog, weil nur Grönemeyer und andere Akteure des linksgrünversifften Spektrums machen ja politische Lieder!

Und warum bedanke ich mich nun bei Boris Johnson? Oftmals sind wirtschaftliche und politische Kriesen die Inspiration für Künstler die zu großartigen Liedern führen. Deshalb möchte ich mich heute einmal mit der musikalischen Aufarbeitung der „Troubles“, was eine verniedlichende Umschreibung der Nordirlandkonflikte ist, widmen. Und wenn der Boris so weitermacht, werden wir evtl. eine neue Version dieser Troubles erleben und damit sicherlich neuen Hörgenuss. Danke Boris!

Ehe wir mit den bekannten und weniger bekannte Liedern beginnen, ein traditional irish volk song

“The Town I loved so well”

Es geht hier um die Stadt, die man so geliebt hat, und in der heute „armoured cars and the bombed-out bars“ (gepanzerte Fahrzeuge und ausgebombte Bars) das Straßenbild bestimmen.

Hier die Version von Luke Kelly

Vor allem in Rocksongs wird der „Trouble“, bzw. das was er mit Menschen gemacht hat, immer wieder als Motiv genommen.

Z. B. in „Zombie“ von den Cranberries.

Hier wird nur durch einen Reim überhaupt ein Bezug zum „Trouble“ hergestellt:

It's the same old theme

Since nineteen-sixteen

Gemeint sind hier die irischen Osteraufstände 1916, die seitdem in den Köpfen immer neue Zombies entstehen lassen. Dolores O’Riordan schrieb diesen Song als Antwort auf einen IRA Bombenanschlag in Warrington, Cheshire in 1993.

Zwei Kinder wurden bei diesem Attentat getötet. Was sich im Lied herauslesen lässt:

Another head hangs lowly

Child is slowly taken

And the violence, caused such silence

Who are we mistaken?

Ein anderer Kopf ist gesenkt

ein Kind wurde langsam genommen

Und die Stille, die diesem geschuldet ist

Wo wurden wir missverstanden?

Another mother's breaking

Heart is taking over

When the violence causes silence

We must be mistaken

Eine anderes gebrochenes Mutterherz

das die Kontrolle übernimmt

Wenn die Gewalt Stille begründet

Werden wir missverstanden!

Neben den Bombenattentaten der Protestantischen Ulster und der IRA, die sich beide in nichts nachstanden, war ein Höhepunkt der Bloody Sunday, bei dem in der Stadt Derry eine friedliche Demonstration eskalierte und viele Unschuldige erschossen wurden. Unter anderem:

„Bernard McGuigan (41 Jahre alt) wurde von hinten in den Kopf geschossen, als er versuchte, Patrick Doherty zu helfen. Auch er ist auf Peress’ Bildern zu sehen. Er winkte mit einem weißen Taschentuch, um den Soldaten zu zeigen, dass er friedliche Absichten hatte.“ (Wiki zum Bloody Sunday)

Daraufhin sang Paul McCartny: „Give Ireland back to the Irish”

John Lennon schrieb ein erstes “Bloody Sunday“

U2 legte mit Sunday Bloody Sunday 1983 nach

Die 1992 gegründete Band Crunach erstellte eine weitere Version vom Bloody Sunday, hier wieder mit typisch irischen Lyrics.

Immer wieder reicht auch einfach „Belfast“ als Titel eines Songs, und sofort wird klar, es geht um den Trouble…

Hier von Sir Elton John, der wie Lennon und McCartney hier Stellung bezog.

Der Simple Minds Sänger hört von den schlechten Nachrichten über die alte Stadt [Belfast] und was sie bietet. Doch er will zurückkommen When the belfast child sings again.

Und selbst Boney M., die deutsche Disco Band, hatte 1977 Belfast

Und wenn ich einen Moment gedacht hatte nicht genug Material für einen Ireland Trouble Musik Blog zu haben, so wurde mir hier klar, wir können einen ganzen Musikabend mit Liedern über den Trouble machen.

“Back home in Derry” z. B., geschrieben von IRA Mitglied Bobby Sands als er im Gefängnis sass, handelt nicht vom Trouble, berichtet aber über die Jahrhundertelange Unterdrückung der Iren. Hier die Version von Christy Moore.

Invisible Sun von Police darf hier nicht fehlen.

Through the Barricades von Spandau Ballet

Ich könnte jetzt noch weitermachen

There's nothin' for us in Belfast singen die Stiff little fingers in Alternative Ulster, eine Anspielung auf die Ulster Lobbyisten, also die Bewegung der Protestanten in Nordirland mal als Stellvertreter für Punk:

Und noch viele viele anderen Lidern über die Zeit des Trouble, Broken Land von The Adventures hat eine Anspielung auf die Trouble, ebenso wie The Island von Paul Brady wenn er singt Still trying to carve tomorrow from a tombstone, also wenn er aus einem Grabstein eine Zukunft bauen möchte. Wir könnten einen Musikabend machen allein über den Trouble…

Doch möchte ich Cara Dillon und There Were Roses enden, das wieder in schöner Irish Volk Tradition eine Geschichte besingt, bei der man in einer Bar in Irland eine Träne unterdrücken muss, wenn man es bei einem Kilkenny an der Bar hört. Es handelt von zwei Freunden, einem Katholiken und einem Protestanten, und „A Catholic would be killed tonight to even up the score“, also darum das ein Katolischer getötet wurde, nur um den Score, den Punktestand auszugleichen…

Cara Dillon - There Were Roses

Das Karfreitagsabkommen von 1998 beendete die Konflikte, doch der Frieden ist noch sehr brüchig. Hoffen wir das der Irre von der Themse nach Kriergsrethorik und mit dem KopfdurchdieWandBrexit jetzt ein paar Gänge runterschaltet. Doch ein Appell an die Vernunft wurde von diesen Menschen noch nie erhöhrt. Denn auch wenn hier einige der schönsten Stücke der Rockgeschichte zu hören sind, so denke ich, ich brauche keine neuen Lieder über Belfast oder Derry, noch über London oder Berlin, noch sonst eine Stadt auf der Welt...

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philip.blake

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berridraun

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